in D/A/CH

Kennen Sie Deutschland? Klar. Wirtschaftlich stärkstes Land Europas, Exportweltmeister, Leistungsgigant und Musterschüler der ökonomischen Welt. So etwas hört sich immer gut an – so etwas hört man immer gern, wenn man in politischer Verantwortung ist.

So etwas schreibt man auch gerne, erst recht, wenn man als Journalist direkt oder indirekt von Parteimitgliedern oder ihren Freunden in den Konzernzentralen abhängig ist – oder aber wenn man die ganze grauenvolle, dem Wahnsinn nahe Wahrheit kennt. Die ist so grauslich, dass man sie niemals veröffentlichen darf – aber man versteht auf einmal andere politische Entwicklung innerhalb der mächtigsten europäischen Nation: die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und die Einführung einer „Privatarmee“, den starken Wunsch nach Einsatz der Bundeswehr im Inneren und die ziemlich laxe Haltung zur flächendeckenden Überwachung des Volkes.

Deutschland sitzt nämlich nicht nur auf einer Bombe, Deutschland ist eine Bombe, gelegt von Terroristen in Banken, Regierung und Parteien.

Nehmen wir mal die Arbeitslosigkeit.

Nein – nicht die beschönigten, offiziellen Zahlen, mit denen die Bundesagentur für Arbeit jedes Jahr der Politik bescheinigt, was für eine gute Arbeit diese wieder einmal geleistet hat, sondern jene Zahlen, die dem Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph M. Stiglitz vorschwebten:

Die saisonbereinigte Gesamtquote der Arbeitslosen plus aller geringfügig Beschäftigten plus aller aus ökonomischen Gründen Teilzeitbeschäftigten in Prozent der gesamten zivilen Erwerbsbevölkerung betrug im Oktober 2009 17,5 %

(aus: “Im freien Fall – vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Wirtschaft“, 1.Auflage, Pantheon Verlag 2010, Seite 437)

Diese Zahlen klingen schon anders als die übrigen Zahlen, die wir so aus den USA bekommen – aber sie sind ehrlich. Arbeit hat ja was mit Lohn zu tun, mit Geld verdienen – nicht nur mit „beschäftigt sein“, das kriegt die Freizeitindustrie viel unterhaltsamer hin. Stiglitz verlangt von einem Arbeitsplatz, dass er das hält, was er verspricht: Vollzeit und Vollgeld, um seine Familie zu ernähren.

Trauen wir uns das, auf Deutschland zu übertragen?

5,2 Millionen Arbeitlose hat das Land (ALG 1 plus ALG 2-Empfänger, wobei ein geringer Teil der letzteren schon zu den Aufstockern gehört). Zwischen 3,1 und 4,9 Millionen sind arbeitslos, melden aber aus Scham oder Angst ihre Ansprüche schon gar nicht mehr an, die Welt meldete im Sommer sogar 5 Millionen.

Da sind wir jetzt schon bei 8,3 Millionen – oder 10 Millionen … wir wollen jetzt wirklich nicht kleinlich sein.

2010 gehörten 22% der Beschäftigten zu den Geringverdienern – teilweise mit 50 Wochenstunden (siehe Focus). Eine Million von ihnen waren gleichzeitig ALG-2-Empfänger (siehe DGB), müssen also abgezogen werden. 22% von 41 Millionen arbeitenden Deutschen sind? 9 Millionen – bleiben 8 Millionen übrig, die zu den 8,3 Millionen hinzugerechnet werden müssen, womit wir 16,3 Millionen Arbeitlose haben.

Wird Ihnen schon schwindelig?

Bleiben Sie senkrecht, wir sind noch nicht fertig – es fehlen uns die Teilzeitstellen, die Stiglitz ebenfalls nicht als vollwertige Arbeit akzeptiert – auch wenn die alle „freiwillig“ wenig arbeiten.

Teilzeitjobs – innerhalb von zehn Jahren von drei Millionen auf zehn Millionen angestiegen (siehe Focus). Das sind nicht alles Geringverdiener, aber hier vermischen sich die Zahlen. Ebenso, wenn wir nach den befristeten Jobs schauen (auch eine Art Teilzeit bzw. Arbeitslosigkeit auf Raten): 9,5% bekamen 2012 nur einen befristeten Job (siehe Statista). Natürlich gibt es auch den befristeten Niedriglohnteilzeitaufstocker, Studien dazu sind aber schwer zu finden. 9,5 % von 41 Millionen sind locker noch mal 4 Millionen Menschen.  Wir wollen nicht kleinlich sein: die Wahrheit über Arbeit in Deutschland ist: es gibt zwischen 20 und 30 Millionen Arbeitlose, von denen die meisten umdefiniert wurden.

In Prozent ausgedrückt? Locker über 50 Prozent.

Kann gar nicht sein, der Binnenkonsum brummt ja? Man staunt über Deutschlands „Shopping-Lust“ (siehe Wiwo) der Binnenkonsum rettet Deutschland vor der Rezession (siehe freenet).

Fakten dazu – von Statista? Lesen Sie selbst: der Binnenkonsum stieg von 411 Milliarden im Jahre 2000 auf 432 Milliarden Euro im Jahre 2013. Das sind 21 Milliarden mehr – bezogen auf den Ausgangswert ein Anstieg von 5 % – in dreizehn Jahren. Das sind 0,39 % Steigerung pro Jahr (ganz grob gerechnet) … und das bei einer Inflationsrate von geschätzt 1,9% im Jahr. Das heißt: die reale Versorgung mit Waren in Deutschland sank seit dem Jahr 2000 um 15 %. Merkt man nur nicht so, weil die Preise massiv gestiegen sind.

Aber die Börse – die explodiert doch? Allzeithoch – Tendenz steigend?

Eine logische Folge eines Niedrigzinssatzes. Stellen Sie sich für einen Moment lang vor, Sie – als Arbeitsloser – würden mit Ihrer Bank verhandeln. Sie hätten gerne eine Milliarde Euro zu – sagen wir mal – einem Prozent. Da macht die Bank einen satten Gewinn. Mit dem Geld kaufen Sie jetzt sofort Aktien (und nichts anderes!). Nachfrage bestimmt den Preis, das wissen wir ja. Kaufen Sie egal was, der Preis wird automatisch steigen. Sagen wir mal: er steigt gering. Zwei Prozent. Sie verkaufen, sobald Sie diese Zahl sehen (lassen Sie das unbedingt von einem Rechner machen – Menschen sind dazu viel zu langsam). Sie machen das auch nur einmal – nicht hundert mal, wie moderne Rechner das können.

Ein Prozent von einer Milliarde?

Zehn Millionen Euro für Ihre Privatschatulle, 7,5 Millionen Euro Gewinn für die Bank. Ist viel besser als Hartz IV, Millionen von Arbeitslosen leben so ein reiches und glückliches Leben. Warum Sie das nie könnten? Nun – Ihnen würde die Bank einfach das Geld nicht leihen. Dazu müssten Sie schon dazu gehören – wenn Sie diese Zeilen lesen, ist das scheinbar nicht der Fall. So wurden übrigens die meisten Reichen reich: die Banken liehen ihnen Geld für „Geschäfte“. Damit könnten Sie übrigens auch Firmen zerschlagen, Mietwohnungen kaufen und verramschen, Krankenhäuser übernehmen und vergammeln lassen: mit den Milliarden von der Bank sind Ihrer Phantasie keine Grenze gesetzt.

Das solches Geschäftsgebahren keine gesunde Volkswirtschaft hervorbringt, ist jedem klar. Das irgendwann jemand die Zeche bezahlen muss, auch – darum der Einsatz der Bundeswehr im Inland.

Ja, irgendwann zerplatzt  halt die Gaukelei. Die Abräumer bauen sich Ferienpaläste im Ausland, die Abgeräumten bezahlen die Rechnung durch explodierende Staatsverschuldung. Ach ja – wo wir gerade bei dem Thema sind: Staatsverschuldung. Knapp 2 Billionen Euro haben die letzten Parteien der Nachwelt an Schulden hinterlassen – glauben Sie? Ja, mindestens. Das Handelsblatt findet aber ohne große Mühe noch viel mehr – gut versteckt in den Unterlagen:

Allein in der bisherigen Amtszeit Angela Merkels vergrößerte sich dieser Berg um 500 Milliarden Euro. Die Kanzlerin steht damit für so viele neue Schulden wie alle Bundeskanzler in mehr als vier Jahrzehnten Bundesrepublik Deutschland zusammen.

Ja – das war die harte Sparkanzlerin. Aber die hatte ja auch den starken Binnenkonsum und die erstaunlich niedrige Arbeitslosigkeit. Sie hat aber noch viel mehr: nämlich ein sieben Billionen Euro Problem:

Auf mehr als 4,8 Billionen Euro oder 185 Prozent des BIP kalkuliert der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen alle durch das heutige Steuer- und Abgabenniveau nicht gedeckten Leistungsversprechen des Staates, insbesondere der Sozialversicherungen.

Vor allem die Finanzierung der Pflegeversicherung drohe angesichts der ungünstigen demografischen Entwicklung die aktiv Beschäftigten zu überfordern, warnt er. Diese sogenannte implizite Staatsverschuldung kommt zur amtlichen, also expliziten Schuldenlast hinzu. Zusammen ergeben sich dann fast sieben Billionen Euro, die Raffelhüschen „Nachhaltigkeitslücke“ nennt.

Die „aktiv Beschäftigten“ – ja, da kommen wir wieder zu unserem Ursprungsthema. Wer hier noch erschreckendere Zahlen haben möchte, sollte von den 41 Millionen so toll malochenden Deutschen noch die 1,7 Millionen Beamten abziehen – ebenso die 4,1 Millionen Angestellten des Staates, die nichts anderes machen als jeder Langzeitarbeitslose auch: von Steuergeldern leben. Dann haben wir 35 Millionen als Berechnungsgrundlage  und bekommen noch eine ganz andere Zahl an echten, realen Arbeitslosen in diesem Land.

Wozu das führen wird, wird gerade in Offenbach geprobt. Wer einen Antrag auf Hartz IV stellt, bekommt kein Geld – sondern eine Rechnung (siehe gegen-hartz):

Die MainArbeit, das berühmte „Vorzeigejobcenter“ der kreisfreien Stadt Offenbach, hat einen neuen Rekord aufgestellt: Eine Sachbearbeiterin hat einem ihrer „Hartz IV Kunden“ eine Sanktion von 350 Prozent ausgesprochen. „Sanktion“ bedeutet bei Hartz IV, dass ein Empfänger von Arbeitslosengeld II für tatsächliche oder angebliche Verletzungen seiner Pflichten die monatlichen Bezüge um einen gewissen Prozentsatz „abgesenkt“ bekommt.

Herr R. aus Offenbach bekommt also derzeit 350% weniger Arbeitslosengeld als die üblichen 330 Euro im Monat, müsste demnach also aufgrund der Tatsache, dass er einen Antrag gestellt hat, jetzt theoretisch monatlich 1155 Euro Sozialleistungen an die Stadt bezahlen.

Das da auch Kinder dem Hungertod preisgegeben werden – egal. Die Wirtschaft brummt – wir müssen sparen.

Das sind Wahrheiten, die jeden Tag in der Tagesschau publiziert werden müssten. Warum dies nicht geschieht und wir stattdessen Weltmeister im beschönigen finanzieller Katastrophen sind, kann sich jeder selbst denken. Man hat halt gelernt: besser, man steigt zuerst in die Rettungsboote, bevor man erklärt, dass das Schiff sinkt.

Da hat man dann auch noch genügend Zeit, die Vorratskammer zu plündern.

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33 Kommentare

  1. Bemerkenswerter Aufsatz!

    Interessant ist übrigens auch die Statistik zur Arbeitsvolumenentwicklung der BRD in Stunden/Jahr für den Zeitraum 1970 bis heute. Der Graph ähnelt der Funktion f()=1/x.

    Bezogen auf die alten Bundesländer fand also 1970 hier mehr Arbeit statt als heute. Daher erklärt sich auch eine ständige Zunahme von Teilzeitstellen ohne signifikante Erhöhung der offiziellen Arbeitslosenzahlen. Statistiktricks.

    Wenn ich mich recht erinnere haben wir umgerechnet von 1970 bis heute rund 6 Mio. Vollzeit-Arbeitsstellen verloren – bei gleichzeitiger Einwanderung von ca. 15 Mio. Ausländern.

    Deutschland wird von den Blockparteien systematisch und wahrscheinlich auf Anweisung von außen ruiniert.

  2. @Richard: Danke für das Lob. Ich habe das alles plakativ gehalten, weil Zahlenkolonnen ungern gelesen werden – dabei sind sie so wichtig. Danke auch für die Ergänzung – ich kenne die Studien, wollte aber den Aufsatz nicht all zu sehr aufblähen. Bei den Geschichte mit den Ausländern wäre ich vorsichtig: zu leicht bleibt man bei der Forderung „Ausländer ´raus“ stehen … was den wahren Tätern gestattet, weiter in aller Ruhe die Kassen zu plündern. Womöglich können uns die „Ausländer“ sogar helfen: die wissen, wie man sich arm durchs Leben schlägt. Wissen, dass auf für Deutsche bald wichtig wird – und für viele jetzt schon wichtig ist.

    • Rationalisierung und Automation sollen lt. Fachliteratur pro Jahr in der BRD ca. 100.000 Arbeitsplätze auflösen, daher auch der Sachzwang Konjunkturerhöhung.

      Bei einem sinkendem Bedarf an Arbeitskräften erhöht die Masseneinwanderung die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage mit dem Effekt, dass die Zahl der vom Staat zu Alimentierenden schnell in Größenordnungen ansteigt, welche den Sozialstaat unfinanzierbar machen. Daher auch die Parallelität in der Entwicklung von Einwanderung und Staatschulden.

      Vor 1970 war Deutschland praktisch schuldenfrei bei ca. einem Drittel des BIPs, die Renten waren sicher. Auch wenn die Entwicklungen multikausal sind ist die schädigende Wirkung der Masseneinwanderung erkennbar.

      • Der Sozialstaat – also die Arbeitslosen, Ausländer, wie immer man sie nennen möchte – kosten jährlich 23 Milliarden Euro – ohne Verwaltung. Subentionen haben wir 160 Milliaren Euro. Ausfälle wegen Steuerhinterziehung 100 Milliarden Euro. Pro Jahr. Da scheinen mir die Ausländer ein ziemlich geringes Problem zu sein – jedenfalls finanziell.

        • Läßt sich auch anders rechnen.

          Vergleicht man Arbeitsvolumen mit deutschen Arbeitsfähigen, so müßten wir heute in etwa Vollbeschäftigung haben. Folglich sind die durch Einwanderung bedingten zusätzlichen Inländer zu alimentieren.

          Zieht man von 82 Mio. Inländern 67 Mio. Deutsche ab, bleiben bei vorsichtiger Schätzung 15 Mio. zu Alimentierende. Sagen wir Kosten pro Person und Monat 350 €, was vermutlich noch zu wenig ist, macht das pro Jahr 63 Mrd. €. Dabei sind sonstige entstehende Kosten wie Integrationskosten usw. noch nicht mal eingerechnet.

          63 Mrd. €, das ist mehr als die jährliche Neuverschuldung. In welche exponentielle Entwicklungen man dann im Laufe von vier Jahrzehnten über Zinseszinsfunktion kommt, läßt sich an der…

          • @Richard: Ich bin wahrlich nicht der richtige Mensch, um die Ausländerfrage zu diskutieren. Wir hatten hier im Umkreis von vielen Kilometern nur einen – und der ist jetzt in den Ruhestand gegangen, zurück in die Türkei. Ihre Rechnung ist imposant – blendet nur all´ diejenigen aus, die hier auch arbeiten … mit ihrem Kebabhaus, ihrem Früchtestand, ihrer Schusterei, ihre Pizzeria, ihrer Gyrosbude, ihrem kroatischem Restaurant – oder halt ihrem Job im Parlament. So zu tun, als wäre jeder Ausländer ein Sozialhilfeempfänger, ist kein sauberer Ansatz. Aber selbst wenn es so wäre: 63 Milliarden (die ja niemand wirklich für Ausländer ausgibt – soviel geben wir für den ganzen Sozialbereich nicht auch) sind immer noch viel weniger als die 260…

  3. @Richard: ganz vergessen – ich bin zwar kein großer Freund von Verschwörungstheorien, allerlei Verzerrungen im politischen Geschäft bringen mich jedoch zunehmend auf die Idee, dass Sie richtig liegen könnten: das wird gesteuert. Da stecken Absicht, Plan und Ziel dahinter.

  4. Heute sind weit über 75% der Menschen hierzulande arbeitslos. Es sind nicht nur die, die nicht arbeiten wollen oder können, sondern auch die gemeint, die mit sinnlosen, ja sogar Wohlstandszerstörerischen „Tätigkeiten“ Arbeit/Leistung verhindern und vernichten. Gemeint sind Bürokraten, Politiker, Steuerberater, Klimajobber, Börsianer, Spekulanten, Finanzwesen…
    Die alle sind im wahrsten Sinne des Wortes arbeitslos.

  5. Gemäß Ihrem Aufsatz sind wir jenseits von 5 Mio. Arbeitslosen. Dann sind da noch die von Ihnen genannten 10 Mio. Teilzeitkräfte, die sogenannte „Aufstockung“ beziehen müssen, um nicht zu verhungern. Die offizielle Grundsicherung beläuft sich auf rund 370 € plus Miete, also ca. 700 € gesamt.

    Allein bei den 5 Mio. Arbeitslosen käme man folglich auf jenseits 50 Mrd. € pro Jahr, unterstellt, sie haben alle keine zu alimentierende Familie. Wo landen wir, wenn wir die Aufstockkosten dazurechnen? 70 Mrd. € plus x? Und welche Summe ist realistisch, 100 Mrd. € plus x?

    23 Mrd.€ – ob man damit den Sozialstaat finanzieren kann?

  6. @Richard: mit 23 Milliarden Euro kann niemand einen ganzen Sozialstaat finanzieren – noch hat das irgendwann irgendjemand behauptet. Nicht jeder dieser Arbeitslosen bezieht Leistungen vom Staat – die wenigsten tun das – sind aber trotzdem nach Stieglitz´ Definition arbeitlos. Was mehr wiegt als jeder ausländische Arbeitslose sind die Renten der Deutschen. Einfach mal in den Bundeshaushalt schauen: „Soziales“ ist nicht gleich Sozialhilfe.

    • „Renten der Deutschen“? Oder meinen Sie Renten der Deutschen sowie der hier in den letzen 40 Jahren Rentenansprüche erworbenen Ausländer, die ja nach Ihrer Aussage hier vielfach arbeiten?

      Und wenn Letztere beim oben genannten seit 40 Jahren schrumpfenden Arbeitsmarkt für einen Verteilungskampf um die verbliebenden Arbeitsplätze -wohl vielfach über die Lohnhöhe geführt- gesorgt haben, ganz im Sinne des Kapitals, sorgen sie nun für eine Doppelbelastung des Staates: Arbeitslosenkosten plus Rentenansprüche?
      Die Zinsentwicklung der daraus entstehenden Verschuldung noch nicht mitgerechnet.

      Nicht ohne Grund wies ich weiter oben darauf hin, dass wir heute ohne Masseneinwanderung quasi Vollbeschäftigung hätten. Wären die Renten denn bei…

      • …Vollbeschäftigung sicher?

        Mir scheint, das Problem Arbeitslosigkeit läßt sich nicht ohne die Ausländerfrage hinreichend differenziert erörtern. Aus diesem Faktum machen heute übrigens nicht mal die Schulbücher zur VWL in der BRD einen Hehl.

        • @Richard: umso bedenklicher, wenn so etwas jetzt schon in Schulbüchern steht. Ist in etwas so, als stünde da jetzt, das wir ohne alte, kranke oder arme Menschen wirtschaftlich viel besser dastehen würden. Von den Ausländern werden wir – dank der menschenfeindlichen Politik Deutschlands in den letzten Jahrzehnten – noch viele Millionen brauchen. Der Deutsche stirbt aus, bei uns schließen schon Schulen an fast jedem Ort, weil die Kinder ausbleiben. Ein ganz schlechter Zeitpunkt, um Ausländer, die sich nach unserem Wunsch hier niedergelassen hatten, nun nur noch als Kostenfaktor zu begreifen. Wir werden noch viel mehr bekommen: die Natur mag kein Vakuum – und keine Wüsten.

          • Fachlbücher zu VWL in Frage zu stellen kann schnell zum Gang auf dünnes Eis werden.

            Simple Differenzen zwischen Arbeitsangebot und -Nachfrage lassen sich nicht wegdiskutieren, zumal wir ja bereits beide die Abnahme des Arbeitsvolumens in den letzen 40 Jahren festgestellt hatten. Fakten sind wie sie sind.

            Wo man da „noch viele Milionen Ausländer“, die sie Deutschland noch wünschen auf dem Arbeitsmarkt unterbringen soll, zumal wir jetzt schon, wie ihr Aufsatz gut darlegt Massenarbeitslosigkeit haben, erschließt sich mir nicht.

            Ich weiß nicht, wie sie das berechnen.

  7. @Richard: in der Tat bekommen auch Ausländer Renten. Warum auch nicht? Deutschland hatte sie eingeladen – ich kann mich noch an die tollen Filmaufnahmen erinnern, wo den Ankömmlingen aus der Türkei ein Motorrad geschenkt wurde – sie haben die Einladung angenommen, an unserem Aufschwung mitgearbeitet: dafür sollte man schon bezahlt werden. Viele sind nicht mehr zurückgegangen, haben sich hier etabliert – einige sind sogar recht reich geworden. Das waren bewusste politische Entscheidungen – aber nicht die von Ausländern. Die flohen vor der Armut und folgten den Werbern der Industrie. Das Problem Arbeitslosigkeit läßt sich nicht ohne die Maschinen- und Verteilungsfrage lösen – Ausländer spielen da … wie Bayern oder Ostdeutsche (die früheren…

    • Hat Deutschland sie eingeladen – oder das Kaptial?

      Wer hatte ein Interesse am Beendigen der Vollbeschäftigung? Was sagt das Gesetz von Angebot und Nachfrage?

      Stehen Lohnhöhe und Arbeitskräfteangebot vielleicht in einem umgekehrt proportionalem Verhältnis?

      Wie verhält sich ich Gewerkschaftsmacht bei Vollbeschäftigung, wie bei Massenarbeitslosigkeit?

      Was sagen die Meinungsumfragen bei der Bevölkerung der letzten 40 Jahre bzgl. Masseneinwanderung?

      • Nun – Deutschland hat sie eingeladen. Das Ströme von Ausländern nützliche „Nebeneffekte“ für gewisse Interessengruppen haben, ist nicht zu leugnen, aber die momentane, desaströse Lage nur auf die Existenz von Ausländern zurückzuführen, wäre mir zu verkürzt. Genauso könnte man die deutschen Auswanderer dafür verantwortlich machen.

        • Lehnt die demokratische Mehrheit der Deutschen Masseneinwanderung ab und sie wird dennoch von den Blockparteien von US-Gnaden durchgeführt, würde ich eher vermuten, dass wir nicht in einer Demokratie, sondern in einer Plutokratie leben. Aber das kann natürlich jeder für sich bewerten.

          Dass die Ausländer alein für die desatröse Lage verantwortlich sind habe ich nie gesagt. Im Gegenteil, weiter oben sprach ich nicht ohne Grund, von „multikausaler“ Entwicklung, ganz analog zu den Fachbüchern. Marktöffnung (Globalisierung), Rationalisierung, Automation und Kinderreichtum sind ebenfalls relevante Faktoren.

  8. @Richard: Fachbücher in Frage zu stellen ist Alltagsgeschäft eines jeden wissenschaftlich ausgebildeten Menschen – und sollte auch für jeden Schüler Pflicht sein, um seinen Geist und sein Denken zu schulen. Wo ich die vielen Millionen Ausländer unterbringen will? Einzig und allein in der Pflege und Betreuung der Menschen einer überalterten, kinderlosen Gesellschaft. Oder wir lassen sie alle in Lagern verrotten, um Deutschland ausländerfrei zu halten. Denkt man nur einzig und allein in Kategorien von Kosten und wirtschaftlicher Rendite ist allerdings wirklich jeder Ausländer zuviel. Ebenso wie 99 % der Inländer, die zu wenig Kapital haben, um damit ausreichende Gewinne zu erwirtschaften.

    • Kinderlos sind die Deutschen nicht. Sie haben wohl wenig Kinder.

      Gemäß Ihrem Aufsatz trifft die reale Unterbeschäftigung momentan auf ca. 10 Mio. Menschen zu.

      Was schätzen Sie, wie lange man brauchen wird, um diese alle in Beschäftigung in der Pflege unterzubringen, so dass wir wieder Vollbeschäftigung haben und wir Ihre Milionen neue Ausländer benötigen?

      Und schließlich, wird dieser Pflegekraftbedarf ewig andauern, oder ist er nur temporär? Wie lange also besteht erhöhter Bedarf und was wollen Sie danach mit den Ausländern machen? Zurückschicken, oder „dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen“?

  9. Kann man dem Ausländerfeind „Richard“ hier mal einfach die Fresse stopfen? Und dass Eifelphilosoph hier munter mit solchen Leuten plaudert, diskreditiert diesen guten, pointiert geschriebenen Bericht.

    Unerträglich. Ich könnte kotzen.

    Solchen Leuten erklären zu wollen, dass Ausländer nicht per se Faulenzer sind, sondern häufig noch fleißiger als viele „Ur“-Deutschen, dass sie häufig für Hungerlöhne Arbeiten verrichten, für die sich kein Deutscher krumm machen würde (Putzen, Spargel stechen, …), das ist vermutlich vergebene Liebesmüh.

    Bleib nur weiter in deiner kleinen Welt, kleiner Richard. Mami holt Dich gleich von der Sonderschule ab.

  10. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (Rosa Luxemburg).
    Jemandem „die Fresse stopfen“ zu wollen, nur weil ihm seine Meinung nicht passt, führt eben nicht zu Freiheit.
    Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der Richards Weltbil Mehrheitsmeinung ist. Aber auch die ihre lehne ich entschieden ab. Und dass der Autor anhand von Argumenten und mit Ehrlichkeit anstatt mit Denkverboten und Ablehnung reagiert, könnte ihnen zu denken geben.
    Wie wärs denn, wenn sie sich schlau machen, Zahlen recherchieren und sich die Mühe machen und Richard argumentativ und mit Belegen entgegnen würden?
    Seien sie fleißiger als viele “Ur”-Deutschen!
    Ich wäre dankbar, Richard vielleicht auch, dann müssten sie beide nicht mehr hassen.

    • O.k. Zugegeben, habe mich deutlich im Ton vergriffen. Sorry for that. Ist sonst nicht meine Art. Ursache war der Zorn über die ausländerfeindlichen Parolen die hier zu lesen sind.
      „Die Fresse stopfen“ meinte ich übrigens im übertragenen, nicht im wörtlichen Sinn.

      Auch wenn es nicht so rüberkam: „Freiheit“ (auch Meinungsfreiheit) und „Toleranz“ stehen für mich auf der Werteskala ganz oben, ungefähr auf gleicher Höhe wie „Gerechtigkeit“.

      „Freiheit“ MUSS jedoch dort aufhören, wo diese auf menschenfeindliche (also auch ausländerfeindliche) Art und Weise ausgelebt wird.

      Ich bin entsetzt, dass außer mir hier niemand einschreitet. Bin ich hier etwa auf einem ausländerfeindlichen Forum gelandet?

  11. Das mit den impliziten Schulden ist natürlich Blödsinn.

    Auch private Versicherungen haben natürlich implizite Schulden.
    Zum Glück aber müssen diese nicht alle gleichzeitig beglichen werden.
    Raffelhüschen weiß das natürlich. Aber im Interesse seiner Auftragsgeber flunkert er gerne.

  12. Hier noch ein aktueller Schmankerl aus FAZ:

    „Die Schweizer stimmen am Sonntag über die Zuwanderungsbegrenzung ab […]
    Nahezu 60.000 Italiener pendeln täglich in den Kanton – bei einer Einwohnerzahl von 350.000. Daraus folgt ein Lohndruck für die Tessiner, liegt doch das Gehaltsniveau im Grenzkanton bei ungefähr dem Dreifachen der Gehälter in der benachbarten Lombardei. “

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/zuwanderungs-abstimmung-in-der-schweiz-ein-einzig-volk-von-bruedern-12785344.html

    Also geben mittlerweile selbst die Systemmedien den kausalen Zusammenhang zwischen Masseneinwanderung und Lohnzerstörung zu – aber natürlich nur fürs Ausland. Man ist ja „politisch korrekt“.

  13. Na ja bei aller Wahrheit die dahinter stecken mag oder auch nicht (die ganze Welt ist schließlich auf einer Illusion aufgebaut und warum soll der finanzielle Bereich etwas anderes darstellen aber das wird dann doch ein wenig zu philosophisch) im Grunde ist in Deutschland jeder soweit abgesichert dass er nicht verhungern muss und wenn doch dann ist er wohl selber schuld. Ich war genug in der Welt unterwegs und habe Länder besucht wo Menschen verhungern, verdursten etc… . Ich sehe die Sache für Deutschland nicht so schwarz. Wie sonst können sich so viele Menschen nach wie vor die horrenden Mieten leisten und jeder einzeln im eigenen Auto zur Arbeit fahren und immer mit der neuesten Technologie ausgerüstet sein. Das Problem warum die Reichen

  14. so gefüttert werden können liegt an der Tatsache das Menschen mehr wollen, konsumieren und sich auf dieses Spiel einlassen. Jeder trägt seine Teilschuld hierbei zu. Kein Konsum = Keine Basis für Geld und somit keine Notwendigkeit einer finanziellen Macht Elite.