Merkel erhält Preis für „hervorragenden Verdienste um die demokratische Gesellschaft“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vergangenen Samstag die Wilhelm-Leuschner Medaille verliehen bekommen. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, von dem die Verleihung ausging, würdigte Merkels „hervorragenden Verdienste um die demokratische Gesellschaft“. Doch die Preisübergabe zeigt auch wie wunderbar sich Parteikollegen gegenseitig mit staatlichen Ehrungen überhäufen können.

„Angela Merkel hat die politische Kultur in unserem Land entscheidend geprägt. Sie setzt auf Sachlichkeit statt Show und auf Verlässlichkeit, die den Bürgern Vertrauen zurückgibt. Auf diesem Vertrauen beruht der Erfolg und die Anerkennung ihrer Arbeit“  so der CDU-Ministerpräsident am Samstag. Die Wilhelm-Leuschner-Medaille ist die höchste Auszeichnung des Landes Hessen und geht an Persönlichkeiten, die sich beispielhaft und nachhaltig für Demokratie und Freiheit eingesetzt sowie Staat, Gesellschaft und Kultur in vorbildlicher Weise geprägt haben.

Der Regierungschef würdigte auch Merkels Wirken, um den Konflikt der Ukraine und der EU mit Russland zu lösen. Die hessische SPD nannte die Auszeichnung parteipolitisch motiviert und schickte nur einen Vertreter zu der Zeremonie. Die Medaille erinnert an den hessischen Gewerkschafter und Politiker Wilhelm Leuschner (1890-1944), der als Widerstandskämpfer von den Nazis ermordet wurde. Ob man Angela Merkel in die Reihe heroischer Kämpfer gegen das NS-Regime einreihen kann, ist fragwürdig. Dennoch zeigt die Verleihung deutlich, wie einfach sich Parteikollegen zum Zweck der allgemeinen parteipolitischen Öffentlichkeitsarbeit staatliche Auszeichnungen übergeben können.