in D/A/CH

Natürlich komme ich an “dem” Thema der letzten Tage nicht vorbei. Manche sprachen nach der Polit-Sendung von einem TV-Duett, in Anspielung auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen CDU und SPD, die sich nach der Wahl durchaus auch wieder in einer großen Koalition wiederfinden könnten. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht.

War es denn gut, erhellend und unterhaltsam? Nein, natürlich auch nicht. Immerhin sorgte aber der im Vorfeld von vielen kritisierte Stefan Raab für ein wenig Schwung in der Runde, in dem er bei beiden Kandidaten engagiert nachfragte, anstatt sich die vorgefertigten Floskeln regungslos anzuhören. RTL-Mann Peter Klöppel dagegen blieb besonders blass. Insgesamt ist es nicht unbedingt eine gute Idee, Talkshow-Gastgeber und Nachrichtensprecher anstatt richtiger Journalisten oder zumindest wirklich kritischer Fragensteller zum Einsatz kommen zu lassen. Ich bin bestimmt (und teils auch bekannterweise) kein Fan von ihnen, aber Michel Friedman oder Thomas Walde hätten für deutlich mehr Kontroversen und Spannung  in der Diskussion gesorgt.

Zu den einzelnen Punkten der Sendung muss ich mich nicht äußern. Die Standpunkte sind bekannt und wer will, kann das alles natürlich an zahlreichen anderen Stellen nachlesen. Interessant war die zwischenzeitliche Fahrigkeit der Kanzlerin, die aber insgesamt weiter, souverän wie gewohnt, rumeierte. Peer Steinbrück kritisierte dagegen laufend Missstände und Fehler, die er selbst mit zu verantworten hatte. Wer hat gewonnen? Wenn man unbedingt einen Sieger küren will, dann ganz sicher nicht Angela Merkel. Viel entscheidender aber: Es war eine gute Sendung für alle unentschlossenen Wähler. Unterstellt man den meisten etwas größeres politisches Interesse und zumindest durchschnittliche Intelligenz, dann dürfte eine nicht geringe Anzahl von ihnen von keinem der beiden überzeugt worden sein. Darauf kann man nur hoffen, denn unter den kleinen Parteien gibt es bessere Alternativen als CDU/CSU und SPD. Gemeint sind damit selbstverständlich nicht FDP, AfD und die noch traurigeren Gestalten am ganz rechten Rand.

Propaganda von CDU und SPD

Amüsant war die Propaganda, die CDU Generalsekretär Hermann Gröhe und der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel absonderten. Selbstverständlich war es ihre Aufgabe den eigenen Kandidaten in ein besseres Licht zu rücken, aber was sie taten, das hatte hiermit nichts mehr zu tun. Propaganda pur wurde den Pressevertretern geboten. Von einem klaren Sieg Merkels sprach Gröhe beispielsweise, was nach der Veranstaltung einfach nur lachhaft war. Sigmar Gabriel ließ sich aber auch nicht lumpen. Er setzt auf eine steigende Wahlbeteiligung nach dieser Sendung und nannte den Auftritt Steinbrücks souverän. Letzteres könnte man nur gelten lassen, würde es sich nicht um einen laut Umfragen weit abgeschlagenen Herausforderer handeln.

Äußerst bedauernswert finde ich, dass der TV-Dreikampf mit Jürgen Trittin, Rainer Brüderle und Gregor Gysi deutlich weniger Aufmerksamkeit bekam. Statt fünf Sender, die Merkel und Steinbrück übertrugen, musste man sich  beim Dreikampf mit der ARD begnügen. Statt mehr als 90 Minuten, dauert die Diskussion nur eine Stunde. Auch hier haben politisch interessierte Menschen keine neuen Argumente und Statements zu hören bekommen, aber für die meisten anderen sollte das Einschalten schon etwas lohnender gewesen sein. 

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar