Kommentar – Die FDP tut lang noch weh

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Nachdem die FDP offenbar beschlossen hat, kollektiv auszusterben, nehme ich mit Verwunderung die Lobhudeleien der Politiker und ihrer Medien auf die ehemaligen Großkopfeten  dieser verzichtbaren Splitterpartei zur Kenntnis.

Natürlich hat kein Mensch eine derartig heimtückische Krankheit verdient und insofern ist Westerwelles Tod wirklich furchtbar. Aber nun – wie es „Spiegel online“ exerziert hat – sogar den sonst gerade dort übelst geschmähten Gregor Gysi mit einem schwülstigen Nachruf auf die neoliberale Trauergemeinde loszulassen, in dem er feststellt, dass uns Gu-i-do eigentlich ein besserer Linker war, ist schon etwas makaber.

Leute, seid doch wenigstens in dieser traurigen Stunde einmal ehrlich oder haltet besser den Mund. Ihr müsstet sonst die Worte des ehemaligen Außenministers und Vorsitzenden der FDP 2010  auf die Frage nach mehr oder weniger Sozialstaat zitieren, die da lauteten „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein. An einem solchen Denken kann Deutschland scheitern.“

Der „Freitag“ schrieb 2014 dazu: „Es ist ekelhaft, den Menschen einem System unterzuordnen, in dem manche Menschen aufgrund der Laune des Marktes an ihrem Existenzminimum schrammen und Leid und Elend erleiden. Es ist ekelhaft, im Volk die Stimmung zu erzeugen, dass diese Leute Sozialschmarotzer seien und ausschließlich vom Staat profitieren würden, das Ganze ohne Gegenleistung.

Es ist ekelhaft einen liberalen Grundsatzgedanken einzig und allein auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten anzuwenden und dabei die Freiheit des Menschen und des Einzelnen außer Acht zu lassen.“ Das war der „Leichtmatrose“ (Zitat Stoiber)  Westerwelle pur. Und die auf Westerwelle zurückgeführte deutsche Enthaltung zu den Flugverbotszonen in Libyen bei der Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat 2011 kam wahrscheinlich auch nur zustande, weil uns Gu-i-do so seine Schwierigkeiten mit der englischen Sprache hatte und der Dolmetscher wohl gerade pieseln war.

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Wie gesagt: Keinem Menschen ist eine derartige Krankheit und ein so furchtbares Leid gegönnt. Aber man sollte nun lieber schweigen. So doll und segensreich war das Lebenswerk des Verstorbenen nicht. Jedenfalls nicht für Otto und Lieschen Normalverbraucher.
Noch viel schlimmer allerdings sind die Lobhudeleien auf den ehemaligen BRD-Außenminister Genscher. Abgesehen davon, dass sein Rücktritt 1992 als Minister im Kabinett Kohl von wilden Gerüchten um eine heimliche Stasi-Karriere des Mannes aus Halle begleitet war, ist sein positives Wirken als bundesdeutscher Außenminister – na, sagen wir aufwertend – leicht überbewertet.

Genscher hat nicht nur zusammen mit Lambsdorff den Bruch der sozialliberalen Koalition betrieben, damit (West-) Deutschland ein langes gesellschaftspolitisches Siechtum unter Kohl beschert und letztlich der Sozialen Marktwirtschaft den Todesstoß versetzt. Obwohl er von Wirtschaft keine Ahnung hatte, verfocht er bedingungslos die Einführung des Euro, den er vor allem aus außenpolitischer Sicht förderte und dessen wirtschafts- und finanzpolitischen Schwächen ihn nicht interessierten.

Genschers größte Untat als Außenpolitiker war allerdings der deutsche Alleingang einer verfrühten diplomatischen Anerkennung Sloweniens als Staat, die letztlich das ungeordnete Auseinanderbrechen Jugoslawiens und damit den blutigen Balkankrieg mit verursachte. Auch die Wiedervereinigung hat er nicht allein vollbracht. Nicht nur Gorbatschow übernahm damals viel mehr Verantwortung.

Genscher hat die früher vielleicht wirklich liberale FDP zu einem Verein der Besserverdienenden  gemacht und war deshalb auch ein Förderer von  Westerwelle. Und man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass der heutige Zustand dieser Partei federführend von den beiden teuren Verstorbenen verursacht wurde.

Gegenüber den heutigen agierenden Polit“größen“ wirken beide allerdings groß. Dass nicht nur in der FDP nichts Vernünftiges nach gewachsen ist, macht den Tod der beiden noch einmal doppelt so tragisch.

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