Jamaika oder GroKo – Die Angst vorm Regieren

Es ist schon seltsam, im Normalfall möchte jede Partei die Regierung bilden und nicht nur als Opposition machtlos danebensitzen. Momentan scheint sich dieses Bild in Deutschland zu wenden. Es herrscht eine Angst vorm Regieren. Die in Frage kommenden Parteien (FDP und SPD) für eine Regierung mit der CDU sträuben sich dagegen eine Regierungsmehrheit zu bilden. Jamaika scheint gescheitert und eine große Koalition kommt auch nicht in Frage.

Wenn schon der Bundespräsident die Parteichefs bekniet doch endlich eine Regierungsmehrheit zu bilden, scheint etwas schief zu laufen in Deutschland. Es gab in der Geschichte der Bundesrepublik mit Sicherheit schlechtere Zeiten um das Land zu regieren. Die Wirtschaft boomt, die Staatskassen sind voll und die Arbeitslosigkeit auf einem niedrigen Stand. Warum drücken sich also zwei Parteien vor dem Regieren? Ist es die Angst vor der Macht und Verantwortung?

Gesichtslose Parteien – Die Angst der Prinzipienlosigkeit

Man könnte glauben, die SPD und die FDP haben Angst, bei einer Koalition mit der CDU einen totalen Machverlust durch Gesichtslosigkeit zu erleiden. Die Angst, prinzipienlos zu wirken und dadurch zukünftige Wähler zu verlieren, steht hierbei im Vordergrund. Vielleicht ist aber auch Frau Merkel das Problem, die ihre Koalitionspartner inhaltlich aussaugt und wenig Platz für freie Entfaltung lässt. Eine zu große Anpassungsfähigkeit der Parteien vermittelt dem Wähler den Eindruck der Austauschbarkeit. Viele Menschen in unserem Land haben sowieso den Eindruck, es wäre egal wen man wählt, da alle sowieso in etwa gleich sind, wenn sie von der Macht gekostet haben.

Desweitern geht bei den Parteien die Angst rum, eine große Koalition sowie eine Jamaika Konstellation könne die AfD weiter stärken. Einen Rechtsruck wie in manch anderen europäischen Ländern könnte die Folge sein. Ob es doch noch eine Einigung gibt oder Neuwahlen, eins kann man mit Sicherheit sagen:“ Angst war schon immer ein schlechter Berater, dies wird sich auch in diesem Fall wieder bewahrheiten.“