in D/A/CH

Der Blick in die Schweiz: Immobilien-Crash steht vor der Tür

Die niedrigen Zinsen in der EU sind nicht nur für Sparer ärgerlich. Sie verzerren alle Preise, die es für Sachgüter gibt, warnen Ökonomen schon lange. Aktien sind zu „teuer“ (jedenfalls läuft eine größere Hausse, ohne dass die fundamentalen Daten jeweils deutlich besser würden). Vor allem aber sind die Immobilienpreise aus dem Ruder gelaufen. Ein Blick zum Nachbarn in der Schweiz zeigt jetzt, wie groß die Gefahr ist – auch dort waren die Zinsen bislang niedrig.

Zentralbank warnt vor Crash

Die dortige Zentralbank hat vor einem Crash am Immobilienmarkt gewarnt. Die Nationalbank ist, wie es beim „Blick.ch“ heißt, besorgt. Die sogenannten Hypothekarschulden im Nachbarland sind nun auf ein Volumen in Höhe von 1 Billion Schweizer Franken angestiegen bzw. ist jetzt schon damit zu rechnen, dass diese Rekordsumme erreicht wird. Nun mag die Zahl selbst bereits Schrecken auslösen. Dennoch liegt das eigentliche Problem tiefer. Die Struktur des Geschäfts ist riskant.

Die Kantonalbanken in der Schweiz oder die „Raiffeisen“ würden durch die Hypotheken am meisten Geld verdienen – dies ist deshalb ein Alarmsignal, weil sie damit von diesem Geschäft in absehbarer Zeit nicht mehr lassen werden. Der „Risikoappetit“ sei zu groß, warnt die Zentralbank.

Inzwischen sei in der Schweiz das Verhältnis der Zinslast zum Einkommen exorbitant schlecht. Dieses Verhältnis beschreibt, wie gut die Rückzahlungserwartungen sind. Der Zins sollte gut 30 % des Einkommens nicht übertreffen. Diese Kennzahl wird schlechter. Auch das Verhältnis des Kreditvolumens zum Einkommen der Haushalte ist so schlecht wie nie zuvor. Noch 2012 hatte die Kennziffer einen Wert von 37 %. Nun sind es im Laufe der Jahre immer höhere Kredite geworden. 2017 wurden erstmals mehr als 50 % erreicht, inzwischen sind es 54 %.

Sollten die Zinsen wie erwartet bald steigen, dann könnte sich der Markt drehen. Die Credit Suisse hat ausgerechnet, dass die Zinslast sich insgesamt verdoppeln würde, wenn die Immobilienzinsen auch nur auf das Niveau von 2007 steigen.

Das zeigt: Ob es zu einem Immobilien-Crash in der Schweiz kommt, ist nicht mehr fraglich. Eher, wann es so weit ist.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar