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Die Bundeswehr gibt für die Informationsarbeit und Werbung bei Jugendlichen rund 30 Millionen Euro aus. Das ist fast doppelt so viel wie noch im Jahre 2012. Vermehrt wird dabei auf die Kooperation mit Sportvereinen gesetzt. Das geht aus einer kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke an die Bundesregierung hervor.

30 Millionen für Jugend-Werbung

Laut der kleinen Anfrage der Linksfraktion gibt die Bundeswehr 29,985 Millionen Euro für die „Anheuerung“ von Jugendlichen aus. 2012 Lag die Zahl noch bei ca. 16 Millionen Euro. Grund dafür ist die Bundeswehrreform, die mehr Werbe-Bemühungen erforderlich macht. Die Bundeswehr setzt dabei vor allem auf TV-Werbung und Aufritte bei öffentlichen Messen und Veranstaltungen. Auch jüngeres Publikum ist interessant. Damit bleibt die Bundeswehr nicht nur bei Schulbesuchen sondern versucht verstärkt in jüngere Teile der Gesellschaft vorzudringen.

Sportvereine sind wichtige Werbepartner

453.000 Euro des Budgets fließen allein in die Werbung im Sportbereich. Die Bundeswehr gab dieses Geld unter anderem für Bandenwerbung in Stadien, für Inserate in Vereinszeitschriften und für Videoclips in Halbzeitpausen aus. Der größte Teil floss dabei aber an Fußballvereine. Am meisten profitierte der Erstligist Hannover 96, der 65.500 Euro kassierte. Der Zweitligist 1. FC Union Berlin erhielt 47.600 Euro. Es wurde aber auch kleinere Vereine gedacht – etwa der Drittligist KSV Holstein-Kiel mit 34.500 Euro und der Regionalligist FC Carl Zeiss Jena mit 30.000 Euro.

Ulla Jelpke innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, von der die Anfrage ausging äußerte sich dazu auf ihrer Website:

„Nichts gegen die Förderung des Sports, aber jeder Verein sollte sich gut überlegen, ob er seinen Fans wirklich Werbung für die Bundeswehr zumuten will. Von Fair Play und friedlichem Kräftemessen hält das Militär bekanntlich nicht viel. Aus der Antwort der Bundesregierung ergibt sich zudem, dass die Bewachungskosten für ihr Werbeformat des ‚KarriereTreffs‘ ebenfalls massiv zugenommen haben: Von 93.000 Euro auf 146.000 Euro um mehr als 50 Prozent. Ich deute das als ein Zeichen für wachsenden Widerstand gegen das Werben fürs Sterben.““

Die Bundesregierung bezieht sich in ihrer Vorbemerkung zur Antwort der Anfrage auf einen Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 1977. Demnach ist „die Informationsarbeit der Bundeswehr eine vom Bundesverfassungsgericht auferlegte Pflicht“

10% der Jugendlichen wollen zur Bundeswehr

Die Werbung scheint Früchte zu tragen. Laut dem Marktforschungsinstitut „Tendence“ wollen ca. 10% der Jugendlichen in Deutschland später bei der Bundeswehr arbeiten. Das Institut fragt seit 1999 Schüler, bei welchen Firmen sie später mal arbeiten möchten. Den ersten Platz belegt auch 2014 wieder die Polizei. Sowohl Jungs als auch Mädchen können sich gut vorstellen, später mal Polizist zu werden. Befragt wurden 12.000 Schüler von der achten Klasse bis zum Abitur. An zweiter Stelle folgt die Bundeswehr. Diese ist aber auch bei 8,4% der Mädchen ein beliebter Arbeitgeber.

QUELLEN:

Auswertung „Umfrage zur Berufsaussichten von Jugendlichen“: http://www.stern.de/familie/kinder/berufswuensche-von-schuelern-ab-zur-bundeswehr-2131961.html
Sportclubs werden vermehrt zur Werbung verwendet: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hannover-96-kassiert-am-meisten-bundeswehr-wirbt-bei-bundesliga-klubs/10357282.html
Ulla Jelpke Stellungsnahme: http://www.ulla-jelpke.de/news_detail.php?newsid=3042
Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Military_drill_in_the_Bundeswehr?uselang=de#mediaviewer/File:Bundeswehr_-_10th_Anniversary_of_Multinational_Corps_Northeast.jpg
Bundeswehr Werbung bei Jugendlichen: http://www.neues-deutschland.de/artikel/943069.bundeswehr-wirbt-bei-sportvereinen-um-soldaten-nachwuchs.html
Umfrage zu Berufswünschen von Jugendlichen: http://www.trendence.com/en/company/rankings/germany.html
Antwort der Bundesregierung auf kleine Anfrage der Linksfraktion: http://dokumente.linksfraktion.net/mdb/18_2212_Bundeswehrwerbung_2013_Nachfrage.pdf
Kleine Anfrage der Linksfraktion: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/023/1802311.pdf

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Folgende ultimative Ansage fiel mir zu diesem Thema mal auf: Du darfst ausnahmsweise denjenigen mit genau dem Gewehr erschießen, welches er versucht dir in die Hand zu drücken. – Ist zwar eine extrem alternativlose Notwehrlösung; doch könnte es zum friedlicheren Umgang miteinander führen, denn keiner würde mehr versuchen einem anderen eine Knarre in die Hand zu drücken. – Wäre einfach zu gefährlich! Was machen aber einige Dumpfbacken?

    Wie lautete das bekannte Tucholsky-Zitat nochmal?

  2. Unter den heutigen Umständen wäre ich gegen jede Form von Bundeswehr. Sich zum Kanonenfutter und Mörder ausbilden zu lassen für sehr fragwürdige Interessen der Banken und Großkonzerne hat nichts mehr mit Landesverteidigung gemeinsam. Höchst Kriminell junge Menschen im falschen Glauben für Krieg zu begeistern. Nennen wir es eben Bündnisfall und Solidarität dann fällt es nicht auf… lieber mehr Büchereien und Freizeitangebote als so ein unmoderner Kriegsmist. Krieg ist voll Out. Die haben es nur nicht gecheckt, die alten Greise von damals… eheh… Der Gauckler sollte mal politisch Korrekt gegen Krieg sein und mit der Zeit gehen ! Der dumme Ewig-gestrige Stümper der !