in Politik

In einem Prozess über terroristische Aktivitäten in Großbritannien kam es am Montag zu einem Affront. Der Angeklagte, ein mutmaßlicher Unterstützer der Terror-Organisation „Islamischer Staat“ (IS), behauptete die britische Administration würde den IS mittels des Geheimdienstes MI6 unterstützen. Daraufhin wurde das Verfahren eingestellt.

Es klingt wie ein schlechter Scherz, als am letzten Montag der Richter in London verkündet, dass das Verfahren gegen den schwedischen Staatsbürger Bherlin Gildo eingestellt werden wird. Ihm wurde vorgeworfen, an terroristischen Aktivitäten in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Doch im Verlauf des Prozesses führte die Verteidigung an, dass der britische Geheimdienst MI6 dieselbe Terror-Gruppe in Syrien bewaffnet hatte, der auch Gildo angehörte, um Assad zu stürzen. Zur Anklage kam es unter anderem weil diese Gruppe schon damals Verbindungen zum IS aufweiste. Die Argumentation der Verteidigung war einfach: „Was der Britischen Regierung erlaubt ist, darf einem Staatsbürger nicht verwehrt bleiben“. Die Staatsanwaltschaft, prüfte die Unterlagen gründlich und reagierte unverzüglich auf die Enthüllung: Die Anklage wurde in allen Punkten fallen gelassen.[1][2]

Zu einer ähnlichen Entscheidung kam es bereits im Oktober 2014. Damals stand der Extremist Moazzam Begg vor Gericht, wegen seiner mutmaßlich terroristischen Aktivitäten in Syrien und Libyen. Auch er brachte das Argument vor, dass der britische Inlandsgeheimdienst MI5, ihn bei seinem Kampf in Syrien unterstützt hatte, obwohl seine Gruppe offen extremistischer Gesinnung war, und nun wohl im Auftrag des IS kämpft. Wie „The Guardian“ berichtet, konnte er zur Untermauerung seiner Argumentation sogar Dokumente vorlegen, die die britische Regierung belasten würden. Daraufhin wurden auch in diesem Fall alle Anklagepunkte fallen gelassen und der Prozess eingestellt. Das Motiv der Briten in diesem Fall war es, laut Medienberichten, nach dem Sturz des ehemaligen libyschen Diktators Muammar Gaddafi einen „Rattenschwanz“ zum Transport von Waffen- und Rüstungsmaterialien der Opposition, aus Libyen in das syrische Staatsgebiet zu bringen, um dort gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad eingesetzt zu werden.[3]

Dass westliche Nationen und deren Geheimdienste schon früh vom Aufkommen des IS wussten, belegten auch vor einigen Wochen Dokumente der amerikanischen Regierung, die an die Öffentlichkeit gelangt waren. Die konservative Anwaltskanzlei und Watchdog-Organisation „Judicial Watch“ stellte das entsprechende Papier auf ihrer Website der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Bericht offenbart eine Mischung aus Machtkalkül, Zynismus und Inkompetenz, die die USA bei der Entstehung des IS an den Tag legten. Demnach hätten sich syrische Oppositions-Gruppen bemüht, einen solchen Staat als wirksamste Waffen gegen den syrischen Präsidenten Baschar al Assad aufzubauen. Doch die US-Geheimdienste hätten den Plan nicht verhindert, im Gegenteil: Sie sahen in dem Vorhaben eine Chance, ihre eigenen Interessen im Nahen Osten durchzusetzen. Das oberste Ziel war im Jahr 2012 der Sturz von Assad. Dieses Ziel hat der Westen selbst heute nicht aus dem Auge verloren. So ist Assad international vollkommen isoliert obwohl er Machthaber des Landes ist, das im Norden die Nachschublinien und Rückzugsorte des IS beheimatet. (NEOPresse berichtet)

Quellenverzeichnis:

[1] The guardian: „Terror trial collapses after fears of deep embarrassment to security services“, 01.06.15, http://www.theguardian.com/uk-news/2015/jun/01/trial-swedish-man-accused-terrorism-offences-collapse-bherlin-gildo.
[2] Deutsche Wirtschaftsnachrichten: „Britischer Geheimdienst MI6 soll Islamischen Staat unterstützt haben“, 09.06.15, http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/09/britischer-geheimdienst-mi6-soll-islamischen-staat-unterstuetzt-haben/.
[3] The guardian: „Moazzam Begg was in contact with MI5 about his Syria visits, papers show“, 02.10.14, http://www.theguardian.com/world/2014/oct/02/moazzam-begg-contact-mi5-agents-papers.

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12 Kommentare

  1. Christoph Hörstel schilderte in einem Interview, dass Waffen aus Lybien nach der Ermordung Gaddafis von der CIA nach Syrien an die Aufständigen geliefert wurden.

    Die Lieferungen laufen über die Türkei, welche die IS ebenfalls unterstützt.

    Aber nicht nur dort auch hier in D spielen die Geheimdienste ein schmutziges Spiel. So berichtet Hörstel, der BND habe extremistische Salaistenprediger mit Kind und Kegel aus Pakistan nach D eingeflogen. Man will hier offenbar Fundamentalisten ranzüchten.

    Auch beim NSU-Prozeß wird ein CIA-Hintergrund vermutet. Beim Mord an der Polizistin ging es offenbar um einen Drogendeal, bei dem diese störte. Afghanistan-Opium der CIA. Der Prozeß ist nur Theater für die Bevölkerung.

    • Nein Rischard… es sind britische Soldaten die das Opium in Afghanistan beschützen. Mag sein das die CIA irgend etwas zerstört hat, aber dann haben sie es für die Briten getan.

      Woher beziehen die Deutschen ihren Opium… rischtisch, die PKK (die Pädophilen Terroristen). Der Deutsche muss seinen Lieferanten hegen und pflegen, sonst sind die Deutschen von den Briten abhängig ! ! !

      • Abhängig:

        Ihr wisst ja was die Briten mit den Chinesen mal gemacht haben… „sie Opium abhängig gemacht und sie fertisch gemocht“.

        Und hier in Deutschland schreien sie „Drogen sind ungefährliche als Alkohol, Legalisiert Drogen“.- anstatt zu sagen Alkohol ist gefährlicher als Drogen, führt strengere Alkohol Gesetze ein“. Der Deutsche Depp will unbedingt einen Staatlich kontrollierten Drogenkonsum haben… na dann viel Spaß Deutsche.

        • Do hot mir eu Kiffer eunen Nein verpasst, mal sehen ob es mehrere werden…

          (hast du es im nüchterner oder bekifften zustand gemacht ? )

      • Piraten:

        Die Piraten waren nicht einfach nur ausgestoßene, das waren in Wirklichkeit Räuber der Königen

        ISIS sind nichts anderes als Piraten, die Ähnlichkeit ist verblüffend… „Schwarze-Flagge, Terror, Vergewaltigung, Mord, Raub Öl (wer kauft es… Israel und Europa).

        Da unten findet eine Ethnische Vertreibung statt. Alles Erstunken und Erlogen, das die PKK gegen die IS kämpfen würde. Damit die PKK (nicht die Peschmerga… noch nicht, kann sich noch ändern) da unten Terrorisieren kann und einen eigenen Staat gründen kann, muss die IS die PKK angreifen, damit man die PKK mit schweren Waffen ausstatten kann.

        Die PKK retten „nur“ Jeziden und Christen (keine Kurden) und sind auf TIMES auf die Titelseite gelandet „????“

  2. @Richard 13.06.2015 / 09:36
    Der letzte Satz (Der Prozess ist nur Theater fuer die Bevoelkerung), das ist zwar der letzte Satz aber auch der beste !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! -Danke –

  3. Der IS ist, wie Al Kaida eine Kommandoeinheit des CIA. Auf welcher Seite die stehen, sieht man bei dem von den USA inszenierten Krieg in Jemen. Da kämpfen Al Kaida Schulter an Schulter mit dem Saudi Arabischen Aggressor, wie auch in Syrien und neuerdings auch im Libanon. Und diese „Islamisten“ machen einen großen Bogen um Israel, dem Todfeind aller Moslems.