Brasilien und Uruguay lösen sich vom US-Dollar

Lateinamerika löst sich weiter vom Einfluss der USA. Brasilien und Uruguay haben ihren bilateralen Handel von US-Dollar auf ihre Landeswährungen Real und Peso umgestellt, um “alte Mechanismen ökonomischer und von den USA diktierten Regulationen loszuwerden.”

Vom 1. Dezember dieses Jahres an werden Brasilien und Uruguay ihre nationalen Währungen für geschäftliche Transaktionen verwenden. Das neue Zahlungssystem wird dann den US-Dollar im bilateralen Handel ersetzen.

Die Übereinkunft wurde Anfang November vom Präsidenten der Zentralbank von Uruguay (BCU), Alberto Graña, und seinem brasilianischen Amtskollegen Alexandre Tombini während des 28. Treffens der Präsidenten der Zentralbanken von Südamerika in der peruanischen Hauptstadt Lima unterzeichnet. Unter der Bezeichnung „Zahlungssystem in lokaler Währung“ (Sistema de Pagos en Moneda Local, SML) werden Dollar-Transaktionen durch nationale Währungen ersetzt, um den Handel zwischen den beiden Nachbarländern zu erleichtern. Für Uruguay ist Brasilien der wichtigste Handelspartner, gefolgt von Argentinien, den USA und China.

“Der Vertrag ist das Resultat langer Verhandlungen zwischen Staaten, die zum Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas) und zu den BRICS-Staaten gehören”,

so Carlos Francisco Teixeira da Silva, Professor für Internationale Beziehungen an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro.

Weiter sagte Da Silva im Gespräch mit dem russischen Staatssender „Russia Today“:

“Diese Maßnahme ist  ein Schritt nach vorn für die lateinamerikanische monetäre Unabhängigkeit und die beste Gelegenheit für Länder Südamerikas, die alten Mechanismen ökonomischer und von den USA diktierten Regulationen loszuwerden.”

Das Programm steht auch im Zusammenhang mit den Übereinkommen der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika). So beschlossen diese bereits im Juli bei einer Konferenz eigene Finanzinteressen auch gegen Washington durchzusetzen. Auf der Agenda unter anderem: Die Schaffung einer neuen Entwicklungsbank und eines Währungsfonds losolgelöst vom US-amerikanischen Einfluss. Die Übereinkunft zwischen Brasilien und Uruguay steht in ähnlichem Licht. Das ganze ist Teil eines globalen Plans der zur Schaffung einer multipolaren Welt führen soll so Erich Follath in seinem renomierten Buch „Die neuen Großmächte: Wie Brasilien, China und Indien die Welt erobern„.