Beschwerde über die BigTech – jetzt auch der Mainstream

Der Journalist Hajo Schumacher hat sich kürzlich in einem Beitrag auf Journalist.de nun deutlich über die Macht der Digitalkonzerne Redaktionen über geäußert. So beschreibt er den Einfluss von Facebook – hier auf einen Beitrag eines Jugend“arms“ der Süddeutschen Zeitung -, das Reichweite gedrosselt hat. Die Seite so „umgehend gedrosselt“ worden, weil FB offenbar den Beitrag als „Clickbait“ eingestuft habe.

Harte Worte

Die Worte – hier im sogenannten Mainstream – sind hart. „Die Reichweite eins Beitrags wird gesenkt, eine Form von Verbreitungsverhindern. In totalitären Regimes wurde einst das Papier für unliebsame Titel verknappt. Man nennt es Zensur.“

Der Journalismus allerdings benötige FB (mittlerweile, d. Red.) mehr als FB den Journalismus. Denn die Reichweite entscheidet letztlich über Wahrnehmung und dementsprechend auch Werbegeld bzw. sonstige Erlöse, die auch Redaktionen benötigen.

Die Digitalisierung habe dabei den Journalismus schleichend, aber durchaus radikal verändert. Die Plattformen der Social-Media-Unternehmen sind mittlerweile eine „Meta-Macht“, der sich die beteiligten Chefredaktionen, die Verlage und auch die Intendanten selbstverständlich beugten.

Die Kriterien, nach denen ein Beitrag noch veröffentlicht werden kann, bestimme nunmehr nicht mehr ein formaler Chef, also die Chefredaktion, sondern der Algorithmus.

Der Journalist macht hier vor allem oder exemplarisch vermeintlich rechte Seiten dafür verantwortlich, in dem beispielsweise ein sogenannter „Satirebeitrag“ eines Kinderchors, der sich über die reisende Großmutter austrällert, als typischer Beitrag in „Shitstorm-Zeiten“ erweise. Rechte Empörungsprofis würden das Netz durchforsten und systematisch Aufreger suchen. Über die Empörungswelle in den „eigenen Kreisen“ würden dann bei Erfolg auch große Erfolge in den Algorithmen erzeugt werden.

Shitstorms ließen sich gar orchestrieren. Das Verhalten folge den „Regeln des Infokriegs, einer quasi-offiziellen Strategie rechter Staatsfeinde“. Themen würden besetzt und umgedeutet. Klassische Medien würden einfach verunglimpft, Menschen verunsichert, das Weltbild geändert. Algorithmen würden von Rechts genutzt, um rechtes Denken zu verbreitern.

Diese Deutung wiederum verrät viel über den Mainstream-Journalismus, der sich seiner Deutungshoheit beraubt sieht. Die Kritik an „Algorithmen“ als Chefredakteur allerdings vollziehen offensichtlich sowohl linke, bürgerliche wie auch rechte Kreise nach.