in D/A/CH

Deutschland geht es gut, meinte die Kanzlerin vor einiger Zeit. Dies allerdings empfinden zahlreiche Menschen derzeit nicht. Zumal diejenigen, die schlicht arm sind. Und davon gibt es hinreichend viele, wie die neuesten Statistiken wieder einmal zeigen. Wir zitieren hier aus einer Statistik von „Focus Online“, die sicherlich nicht im Interesse von rechts- oder linksgeleiteten extremen Positionierungen schreiben.

Armutsgrenze weit unten

Dabei fällt schlicht auf, dass die Armutsgrenze in Deutschland notwendig willkürlich gesetzt wurde. In diesem Fall allerdings sehr weit unten. Achtung: Über 9,3 Millionen Bezieher von Renten in den sogenannten „alten“ Bundesländern haben eine Rente von weniger als 900 Euro oder haben die Grenze allenfalls knapp erreicht. Dabei sind auch zahlreiche Menschen, die eine weitere Einkommensquelle wie die Witwenrente haben. Auch Zinseinnahmen kämen oft dazu, heißt es. Die können allerdings nicht allzu hoch ausfallen, sind die Zinsen doch nahe Null.

Hohe Mieten sowie steigende sonstige Preise entwerten zudem das Altersvermögen drastisch und dramatisch. Wer allenfalls 50 % des „Medianeinkommens“ hat, gilt nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der OECD, als arm. Mediaeinkommen ist exakt das Einkommen, das 50 % aller Menschen mindestens verdienen. Es ist nicht das Durchschnittseinkommen, sondern die 50%-Grenze für Mehr- und Minderverdienende.

2017 ist in Deutschland ein Einkommen von 1.615 Euro – netto – pro alleinstehendem Menschen dieses Medianeinkommen gewesen. Bei den Rentnern indes gelten 808 Euro netto als Medianeinkommen. Die also sind schon durch die geringen Einkommen auch durchschnittlich ärmer als der sonstige Durchschnitt. Deshalb gibt es die „Grundsicherung“ in Deutschland. Allerdings nur dann, wenn die Anträge gestellt werden. Es ist bekannt, dass viele ihre Rechte nicht wahrnehmen. Aus Scham oder Unwissenheit. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Selbst statistisch sind viele Rentner in Deutschland, hunderttausende, nach den Maßstäben der OECD bitterarm.

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Kommentar

  1. Die Scham vor Armut ist hier völlig falsch am Platz. Am Platz sollte die Scham wegen der Dummheit sein. Die Dummheit sich seit 28 Jahren einem rechtsungültigen Grundgesetz zu unterstellen und eine volksherrschaftliche Verfassung nicht zu wollen. Somit wird mit diesem Selbstbetrug die Armut kein Ende nehmen, im Gegenteil verschlimmern mit dem Vorbild von Griechenland und der Ukraine.