in Asien

Wostok (Osten) 2014 war eines der größten Militärmanöver in der russischen Geschichte. 100.000 Soldaten 1.500 Panzer, 120 Flugzeuge und 70 Schiffe übten die Abwehr einer feindlichen Invasion der südlichen Kurilen. Gleichzeitig sorgt ein japanisches Flottenbauprogramm für Aufregung – ein Ausblick

Von Japan und Goldfischen

Die Kurilen gingen ursprünglich an Japan während Russland im Ausgleich die Insel Sachalin erhielt.  Auf Sachalin befinden sich dabei die bedeutendsten Erdöl und Erdgasvorkommen Russlands. Die japanische Flotte torpedierte in einem Überraschungsangriff die russische Flotte im Hafen von Port Arthur und nahm sich beide Inselgruppen.

Nachdem die US-Regierung ein Ölembargo gegen das Kaiserreich Japan verhängte, griff ein japanischer Flottenverband die vor Anker liegenden Schiffe in Pearl Harbor an und begann anschließend mit der Invasion der Philippinen. Neben koreanischen Zwangsprostituierten und Giftgasangriffen in China, waren japanische Einheiten des 2. Weltkriegs für ihren Umgang mit Kriegsgefangenen berüchtigt.

Der Film „Die Brücke am Kwai“ dürfte dabei noch ein Positiv-Beispiel darstellen. Die Soldaten wurden folgerichtig in Schulbüchern verewigt und erhalten Opfergaben an Geisterschreinen, während man Goldfische mit dem Muster der japanischen Flagge züchtet. Unabhängig davon, welche Anschaffungen das japanische Militär tätigt, chinesische Streitkräfte werden sich ähnliches Material beschaffen.

Es sieht aus wie ein Flugzeugträger, ist es aber nicht

Für die japanische Wirtschaft sind Seeverbindungen von besonderer Bedeutung. Japan muss als rohstoffarmer Inselstaat Erdöl, Erdgas und andere Rohstoffe einführen und die erzeugten Waren nach Europa und die USA exportieren. Entsprechend wird in Rüstungsfragen die Flotte immer Vorzug vor anderen Teilstreitkräften besitzen.

Betrachten wir dazu den etwas seltsamen Fall der Aum-Sekte um Shoko Asahara, die durch die verübten Giftgasanschläge in der Tokioter U-Bahn bekannt wurde. Die Gruppe begann unmittelbar nach Zusammenbruch der Sowjetunion in Russland Fuß zu fassen. Interessant ist, dass von den geschätzten 40.000 Anhängern im Jahr 1995, etwa 30.000 auf Russland und nur 10.000 auf Japan selbst entfielen.

Die russischen Behörden gingen gegen die Vereinigung vor und sie ist heute weitgehend verschwunden. Asahara wurde nach dem Tokioer Anschlag verhaftet, nach Aussagen seiner Anwälte wirkte er während aller etwa 140 Treffen geistig abwesend und schwieg. Gerichtsprozess und Urteilsverkündung verfolgte er ebenso schweigend. Ein Gutachter erklärte ihn aufgrund von Aussagen des Gefängnispersonals für schuldfähig und er wurde zum Tode verurteilt.

Etwa zur gleichen Zeit erwarb ein Unternehmer aus Macao in der Ukraine die Warjag, einen demilitarisierten für die sowjetische Marine gebauten Flugzeugträger zum Betrieb als Casino Schiff. Das Schiff wurde entgegen der geschlossenen Verträge vollständig ausgerüstet und als Lianoning 2012 in den Dienst der chinesischen Volksmarine gestellt.

Im Gegensatz dazu wurde die japanische Izumo 2013 fertiggestellt und ist nach offiziellen Angaben der japanischen Behörden kein Flugzeugträger, sondern ein Helikopter-Zerstörer mit flachem Aufbau. Mit 248m Länge verfügt die Izumo über die in etwa selbe Länge wie der französische Träger Charles de Gaulle. Das nuklear betriebene Schiff bildet gleichzeitig das Flaggschiff der französischen Flotte und ist in der Lage Kampfflugzeuge des Typs F-35B oder anderer Typen für kurze Pisten mitzuführen.

Weder verfügt die Izumo über Katapult noch Schanze allerdings wird beides von der F35B auch nicht benötigt. Letztlich dürfte es sich bei dem Namen Izumo, ein im zweiten Weltkrieg gegen China eingesetzter Panzerkreuzer, ebenfalls nur um reinen Zufall handeln. Das Schwesterschiff Kaga soll 2017 in Dienst gestellt werden.

Chinas Sorgen

Japaner interessieren sich traditionell nur für andere Asiaten, weshalb außerhalb der Region keine nennenswerte Migration nach Japan existiert. Bekannt ist etwa die Aussage eines japanischen Studenten gegenüber dem US-Präsidenten Theodor Roosevelt, der die Vereinigten Staaten in den höchsten Tönen lobte, allerdings die Augen der Amerikaner als doch etwas seltsam fand.

Vereinfacht gesagt erfolgten die Angriffe auf Port Arthur und Pearl Harbor, um Ostasien zu kontrollieren und deshalb russische bzw. amerikanische Kapazitäten aus dem Weg zu schaffen. Die grundlegenden Probleme liegen heute nicht viel anders und Japan benötigt aufgrund der Demographie und ohne Zuwanderung chinesische Arbeitskräfte. Entsprechend zählt Japan zu den größten Auftraggebern der Fabriken entlang des Perlflusses bis nach Schanghai.

Im Gegensatz dazu stellt der Norden Chinas um Peking vorwiegend Beamte und Militärpersonal und ist der Meinung, das schönere Hochchinesisch sprechen zu müssen. Parallelen zwischen Berlin und München sind dabei rein zufällig. Bei freier Wahl besteht die Gefahr, dass Südprovinzen einer stärkeren Anbindung an Tokio Vorrang geben. In erster Linie bedeutet es Aufträge und keine Regeln. 400 Millionen Chinesen leben von weniger als 2 Dollar pro Tag, 600 Millionen weitere von 2 bis 4 Dollar und ein Appartement in Schanghai kann mehrere Millionen kosten.

Das führt zu Glückspilzen im Süden die als Analphabeten Lamborghini fahren und Wanderarbeitern im Norden, die darüber nicht lachen können. In dieser Situation gehen große Gruppen von Menschen auf lange Märsche und so kam die kommunistische Partei in China an die Macht.

Ausblick

China ist eine Landmacht und Japan ist eine Seemacht. China besitzt in etwa das nukleare Abschreckungspotential Frankreichs und ist damit eine Großmacht aber keine Weltmacht. Japan besitzt mit Rokkasho eine Plutoniumfabrik betreibt aber Urankraftwerke. Es besitzt zwar keine Flugzeugträger aber Schiffe die welche sein könnten. Und vermutlich stehen irgendwo noch ein paar Raketen herum, die nach offizieller Beteuerung den ersten japanischen Touristen ins Weltall befördern sollen.

China wird entsprechend seiner Geschichte auf der Hut sein und ich persönlich kann mir einen niederschwelligen Konflikt um die Küstenregionen im Süden vorstellen, vielleicht irgendetwas mit Sekten. Falun Gong soll ja nicht unbedingt auf die ungeteilte Begeisterung chinesischer Behörden stoßen.

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