in Asien

Seit nun schon zehn Wochen dauern die Proteste in Hongkong an. Inzwischen befindet sich die Region im Ausnahmezustand. Streiks und Proteste legen die Stadt lahm. Die Menschen habe die Arbeit niedergelegt, Teile des U-Bahn-Netzes wurden blockiert, hunderte Flüge gestrichen. Die Menschen protestieren gegen die Regierung. Die Polizei reagiert ähnlich brutal wie in Frankreich: Menschen werden mit Tränengas und Gummigeschossen beschossen. Die Medien zeigen Schwerverletzte mit ausgeschossenen Augen.

Die chinesische Regierung will nun „entschlossener“ gegen die Demonstranten vorgehen, um „Recht und Ordnung zu wahren“, sagte die Hongkonger Regierungschefin Lam auf einer Pressekonferenz. Anders als in China gilt dort das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

Neue, weitreichende Streiks haben am Montag für weiteres Chaos gesorgt. In der morgendlichen Hauptverkehrszeit kam es zu erheblichen Verzögerungen durch Blockaden in den U-Bahnen. 200 Flüge wurden gestrichen, Pendler kamen nicht zur Arbeit.

Am Montagnachmittag gab es weitere Kundgebungen in sieben Bezirken der Stadt. Mindestens 24.000 Menschen aus zwanzig Wirtschaftssektoren wollten die Arbeit niederlegen. Die Menschen besetzten Straßen und belagerten Polizeiwachen. Sie versammelten sich in Parks, auf öffentlichen Plätzen und in Einkaufszentren. Die Polizei reagierte mit Tränengas und Gummigeschossen, knapp hundert Demonstranten sollen festgenommen worden sein. Die Demonstrationen sollen auf weitere Distrikte Hongkongs ausgedehnt werden.

Auch in der zehnten Woche seit Beginn der Proteste sind keine Anzeichen dafür sichtbar, dass die Bewegung schwächer wird. Die Hongkonger Regierungschefin Lam hatte ein Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China erlassen, was den Anlass für die Proteste gab. Inzwischen soll das Gesetz zurückgenommen worden sein. Die Proteste haben sich dennoch zu einer breiteren Bewegung entwickelt, auch gegen das harte Vorgehen der Polizei. Viele Menschen befürchten zudem den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong und fordern demokratische Reformen.

Die Demonstranten fordern seit Wochen den Rücktritt von Regierungschefin Lam, welchen diese aber ablehnt. Seit dem 9. Juni sollen insgesamt über 400 Menschen festgenommen worden sein. Das chinesische Militär hat nun offenbar begonnen, Truppen nach Hongkong zu verlegen. US-Präsident Trump zeigte sich angesichts der Verlegung der Militärtruppen besorgt. Auf Twitter schrieb Trump, er sei von den US-Geheimdiensten über die Truppenverlegungen informiert worden. Alle Parteien sollten in dieser Lage Ruhe bewahren, so Trump. Satellitenbilder zeigten mindestens 500 militärische Fahrzeuge unweit von Hongkong, die sich dort offensichtlich in Stellung gebracht haben.

Zerbricht vor unseren Augen eine Dynastie? Chinas Banken sind in einem desolaten Zustand – welche geostrategischen Folgen zeigen sich? Lesen Sie hier. 

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