in Asien

In diesen Zeiten, da die Welt gebannt auf den Stellvertreterkrieg in Syrien blickt und sich hierbei eine weitere Eskalation der Lage, die auch in einem atomaren Fiasko zwischen den USA und Russland enden könnte, scheinen auch die beiden Atommächte Indien und Pakistan vor einem solchen Szenario nicht mehr zurückzuschrecken.

Mitverantwortlich ist hierbei, wie auch an allen anderen Brennpunkten der Welt, die ausgeprägte Doppelmoral der USA und der westlichen Verbündeten im Hinblick auf Menschenrechte, Terrorbekämpfung sowie vielen anderen Belangen. Diese imperialistische Arroganz und Moral, gekoppelt an eine immer wieder kehrende Doppelstrategie greift auch in der indisch-pakistanischen Kaschmirfrage, dem Mittleren- und Nahen Osten sowie der unerledigten israelisch-palästinensischen Debatte.

Ende September starben bei einem Terroranschlag in Kaschmir 18 indische Soldaten und vier der Angreifer. Seitdem steigt der innenpolitische Druck auf den indischen Premierminister Narenda Modi, mit aller Härte auf die neuerlichen Übergriffe zu reagieren. Die indischen Medien scheinen kein anderes Thema mehr zu kennen. In dutzenden von Fernsehdiskussionen beraten Militärexperten und Politiker über eine angemessene Antwort auf die Attacke schwer bewaffneter Angreifer, die laut Angaben aus indischen Regierungskreisen alle aus Pakistan stammen sollen. Die pakistanische Seite weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Der Vorfall hatte sich nach indischen Armeeangaben in der Nähe der Kleinstadt Uri entlang der hochmilitarisierten Kontrolllinie, die die Himalaya-Region zwischen Pakistan und Indien teilt, ereignet.

Die von indischer Seite so bezeichneten „terroristischen Angreifer“ aus Pakistan, hatten sich in den Armeestützpunkt eingeschlichen und das Feuer eröffnet. Es kam zu einem lang anhaltenden Feuergefecht. Seit dem Vorfall, welcher der schwerwiegendste seit Jahren war, schürt die indische Seite eine regelrechte Kriegshysterie gegen Pakistan.

Der für den November vorgesehene Gipfel der südasiatischen Vereinigung für regionale Zusammenarbeit (SAARC) in Islamabad wurde von indischer Seite umgehend abgesagt. Unter diesen Umständen und durch den übergreifenden Einfluss us-amerikansicher Hegemonie folgten Absagen von Afghanistan, Bhutan sowie Bangladesch. Nepal, als ausführender Koordinator für den Gipfel, bedauerte die Schritte und teilte mit, dass sich aufgrund der Umstände auch Pakistan nicht im Stande sehe, Gastgeber des Gipfels zu sein. Als eine der ersten Reaktionen Indiens auf den Übergriff wurde auch die in den letzten Jahren geschaffene Busverbindung zwischen Lahore und Amritsare eingestellt.

Bezeichnenderweise mehren sich allerdings auch Vermutungen und Anhaltspunkte, dass die indische Seite, vor allem unter Mitwirkung ihres Geheimdienstes „RAW“ (Research & Analysis Wing), den Angriff selbst inszeniert haben könnte, nicht nur um Pakistan in Bedrängnis zu bringen, sondern auch um weitere Zielsetzungen zu realisieren. Direkt nach den Geschehnissen von Uri begann die indische Regierungsseite und die Führung der Armee, ohne weitergehende Untersuchungen zu dem Vorfall, mit einer nie vorher dagewesenen Medienkampagne gegen Pakistan.

Indien gehe ganz deutlich davon aus, dass die pakistanische Seite, in der von ihr kontrollierten Region des „Asad Kaschmir“, Kräfte der verbotenen Terrororganisation „Lashkar-e-Taiba“, unter Anweisung des pakistanischen Geheimdienstes „ISI“ (Inter-Services-Intelligence), gegen den indischen Staat operieren lasse.

Unter dem Eindruck dieser Umstände nutzten die zuständigen indischen Generäle die Gegebenheit zu einer sofortigen Mobilmachung von Teilen der Streitkräfte und einer massiven Verlegung von Truppenteilen in das Krisengebiet. Die Planungen der indischen Militärführung sind ein begrenzter Konflikt mit Pakistan, mit gezielten operativen Militärschlägen im Gebiet von „Asad Kaschmir“. Bereits einige Tage vor dem Angriff von Uri nahm der indische General Dalbir Singh Suhaag zu der neuen Taktik der indischen Armee Stellung, in dem er von einer „schnelleren und kürzeren Methodik der Kriegsführung“ sprach und dieses in den Zusammenhang mit ständigen Waffenstillstandsverletzungen durch die pakistanische Seite brachte.

Suhaag mahnte, dass Indien darauf vorbereitet sein müsse, um die Regionen Jammu und Kaschmir zu halten. Auch diese Aussagen des Generals sehen viele als Indizien für eine eigene Verwicklung Indiens an den Geschehnissen von Uri, um die Kriegsabsichten gegen Pakistan zu schüren.

Am 29.September behauptete die Regierung in Neu-Dehli, dass es Nahe der militarisierten Kontrolllinie in der Kaschmir-Region einige gezielte militärische Schläge gegen terroristische Raketenstellungen auf pakistanischer Seite gegeben habe. Hierbei seien dem Gegner schwere Verluste zugefügt worden. Die pakistanische Nachrichtenagentur „ISPR“ (Inter Services Public Relations) gab hierzu an, dass die indischen Ansprüche auf das Gebiet unbegründet seien und dass es keine gezielten Angriffe gegeben habe. Es hätten sich zwar Feuergefechte ergeben, jedoch hätte das pakistanische Militär nur auf den willkürlich von Indien eröffneten Schusswechsel reagiert.

Laut „ISPR“ sind gezielte militärische Operationen, sogenannte „chirurgische Eingriffe“, auf so bezeichnete Terrorbasen seitens der indischen Armee eine reine Illusion und entbehren jeder Wahrheit. Pakistan habe zu jeder Zeit deutlich gemacht, dass sollte Indien gezielte militärische Schläge auf pakistanischen Gebiet durchführen, werde man mit aller gebotenen militärischen Härte reagieren.

Nach Angaben des pakistanischen Generals Asim Saleem Bajwa sind die pakistanischen Streitkräfte bereit auf jede Art einer militärischen Auseinandersetzung zu reagieren. Bajwa hält die Aktionen der indischen Seite für reine Propaganda und dafür geeignet einen kriegerischen Angriff zu provozieren. Es ergeben sich durchaus Diskrepanzen zwischen den Darstellungen der indischen Militärführung und der Regierung um Premierminister Modi.

Kritiker der angeheizten Medienkampagne zu der Kaschmirproblematik sprechen sogar von gefälschten Videomaterialien im Hinblick auf die gezielten Militärschläge gegen Pakistan. Vielleicht ist es ratsam von Regierungsseite die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen, was vielen, auch regionalen Politikern schwer fallen könnte, da im nächsten Jahr wieder Wahlen anstehen.

Bereits im Juli dieses Jahres, nach der Tötung des in der Region Kaschmir sehr populären jungen „Hizbul-Mujahideen“- Anführers Burhan Wani durch indische Sicherheitskräfte stieg der nationale und internationale Druck auf die indische Regierung unter Führung der „BJP“ (Bharatiya Janata Party). Bei den nach dem Tod Wanis entstandenen Unruhen sowie den damit einhergehenden Protesten gab es viele Tote und Verletzte.

In diesem Zusammenhang kritisierte der ehemalige Chef der indischen Spionageabwehr und des „RAW“, Amarjit Singh Dulat, die Regierung Modi in einem Interview mit der Zeitung „The Wire“. Dulat prangerte an, dass Pakistan nicht der einzige Auslöser für die Krise in der Region sei. Er empfahl der indischen Regierung dringend sowohl mit der pakistanischen Seite im Gespräch zu bleiben, als auch Gespräche mit den regionalen Separatistenführern zu suchen. Dulat wies daraufhin wie weit die Strategien und die Meinungen des amtierenden indischen Premierministers Modi und die des ehemaligen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee bei der Kaschmir-Frage auseinanderdriften.

„Indien sollte sich engagieren einen prinzipientreuen Dialog mit den Menschen im Kaschmir-Tal zu führen, anstatt eine naive Politik mit aggressiver Ausrichtung zu verfolgen!“, so Dulat.

Als Antwort auf einen Brief des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif bezüglich der Vorfälle um die Unruhen nach der Tötung von Burhan Wani, bot UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon seine Hilfe bei der Lösung des Konfliktes an. Nawaz Sharif hob seine Auffassung Ende September, auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen hervor, wo er die Grausamkeiten und Barbareien der indischen Besatzer, der aufrichtigen Freiheitsbewegung eines Burhan Wani gegenüberstellte.

Sharif betonte, dass Pakistan den Freiheitswillen der Bewohner der Kaschmir-Region immer unterstützen und respektieren werde, wie dieser auch schon in einigen Beschlüssen des Sicherheitsrates in Aussicht gestellt wurde. Ihr Kampf sei legitimes Mittel von der Befreiung einer ausländischen Besatzung.

Es könnte also genügend Gründe der indischen Seite für eine „False Flag“-Operation des Geheimdienstes geben, um den Blick der internationalen Gemeinschaft wieder in die eigenen gewünschten Bahnen zu lenken. Schon in der Vergangenheit ereigneten sich ähnliche Vorfälle, die bei genauer Nachuntersuchung einen anderen Hintergrund ergaben – einen indischen „Hindu-Terrorismus“. Diese extremistischen Gruppierungen gibt es.

Sie werden unterstützt von fundamentalistischen indischen Parteien und werden gut ausgebildet und bewaffnet. Grundlegend für diese Kenntnisse sind Aussagen des damaligen indischen Innenministers Sushilkumar Shinde aus dem Jahr 2013, der zurückliegende Anschlagsereignisse nannte, für welche die Extremisten verantwortlich waren. Außerdem erwähnte er Ausbildungslager, die von den Parteien „BJP“ und „RSS“ unterstützt wurden.

Viele der damaligen Anschläge, die den Extremisten von „Lashkar-e-Taiba“ oder dem pakistanischen Geheimdienst „ISI“ zugeschrieben wurden, erwiesen sich so im Nachhinein als „False-Flag“-Operationen. Selbst die furchtbaren Terroranschläge von Mumbai, im Jahr 2008, sind nach internen Untersuchungen und Aussagen des „IPS“-Offiziers Satish Verma nicht Pakistan oder separatistischen Rebellenorganisationen aus der Kaschmir-Region zuzuordnen, sondern dienten einzig und allein dem Zweck die indischen Terrorismusbekämpfungsgesetze zu verschärfen. Viele gemeinsame und bilaterale Projekte mit Pakistan blieben in der Folgezeit auf der Strecke.

Faktisch ist der hochrangige Polizeioffizier und Berater der „National Security“ Indiens, Ajit Doval, der wirkliche ausführende Stratege der Sicherheitspolitik der Regierung Modi. Er ist der Architekt von Indiens „Offensiv-Defensiv“-Strategie. Dojat ist verantwortlicher Planer und Leiter zahlreicher Anschläge auf pakistanischem Hoheitsgebiet, gilt aber auch als maßgeblicher Leiter für „False-Flag“-Operationen innerhalb Indiens.

Gegenwärtig hat Premierminister Modi den Streitkräften und dem Geheimdienst mehr Handlungsfreiheit beim Kampf in der Kaschmir-Region zugesichert. Ein angestrebter, begrenzter militärischer Konflikt mit Pakistan zur endgültigen Entscheidung der Kaschmir-Frage bleibt Illusion. Es gilt das psychologische Abschreckungsprinzip zweier Atommächte, bei dem jeder Beteiligte weiß, dass es im Falle einer wirklich massiven militärischen Auseinandersetzung keinen Sieger geben würde.

Quellen: Neue Züricher, Hein G. Kiessling (ISI und RAW), ISPR, Institute of Peace and Conflict Studies, Zeit-Online, The Wire, United Nations, The Indian Express, General Posting Department (Veterans Today), Wikipedia

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Hammer das ich echt mal sowas neutrales und Wahrheitsgetreues lesen kann (www und besonders unter google news) , hätte ich nicht erwartet.

    Weiter so !!!

  2. Sehr schlechter und einseitiger Artikel! Terroristen werden als „populäre Jungs“ beschrieben,haha. Wieviel würde ihnen bezahlt um diesen Mist zu schreiben? Kein Wort über den Journalisten der in Pakistan nicht ausreisen darf…Kein Wort über den pakistanischen terror in Afghanistan. Das nennt man dann wohl gekaufter Journalismus :)

    Im Falle eines Atom Krieges brauch Pakistan über 8000 Atombomben um Indien von der Fläsche und Bevölkerung her zu zerstören…auch militärisch ist Indien inzwischen weit überlegen! Außerdem unterstütz Indien die Freiheitsbewegung balochistan ;) Der nächste aufgezwungen krieg Pakistans an Indien,bedeutet das Ende für Pakistan!

    • Alon hahahaha echt ? Kriegsgeil ?
      Freiheitsbewegung Balochistan ??? Bugti ? Oder was ?
      Baluchistan CPEC wird alles verändern den Handel und Pakistan WIRTSCHAFTLICH unabhängig machen gegenüber USA uvm. .
      Baluchistan mini Staat wäre lange schon von der Bildfläche verschwunden wenn es nicht von CHINA und PAKISTAN „beschützt“ und nun aufgebaut wird.

      Indien kann nicht zusehen wie Pakistan sich wirtschaftlich und militärisch aufgebaut wird. THE GREAT GAME IN SÜDASIEN.

      Pakistan hat China hinter sich und Indien die USA genauso wie es in dem Artikel beschrieben wird .

      Afghanistan ein Marrionettenstaat ist lange schon verloren und wird von den Westmächten nur als Basis benutzt um CHINA und andere Länder Probleme zu bereiten.

    • Der Artikel ist absolut neutral gehalten und das einzig einseitige ist dein Kommentar.
      Indien ist leider nicht daran interessiert dass pakistan sich wirtschaftlich stabilisiert und stärker wird denn nur ein schwacher Feind ist ein guter Feind. Deshalb diese false flag Operationen die pakistan in die Schuhe geschoben werden. Auch diese Chirurgische Angriffe im pakistanischen kaschmir haben sie erfunden, internationale Medien (cnn,bbc usw) und beobachterteams waren dort und haben sich alles angeschaut und mit den dortigen Bewohnern geredet. Es gab 0 Anzeichen für einen solchen Angriff. Und nicht vergessen dass diese Grenze in kaschmir stark bewacht wird und auf beiden Seiten sind zusammen mehr als 1 Million Soldaten stationiert sind

    • Balochistan: Separatistenbewegungen gibt es auch in Indien und vielen anderen Ländern. Diese werden vom staat als Terrororganisation eingestuft und Indien unterstützt diese ganz offen. Gerade vor paar Tagen haben diese Leute Menschen im Zug getötet.
      Wenn wir hier in Deutschland eine Separatistenbewegung starten und anfangen zu kämpfen dann werden wir auch als Terrororganisation eingestuft und bekämpft.. Ganz normal. Balochistan kommt aber bald auch zur ruhe immer mehr Separatisten geben auf
      die taliban wurden ja auch schon besiegt und die Sicherheitslage hat sich im Land erheblich gebessert.
      Es geht vorwärts mit pakistan nach cpec wird sich einiges ändern.

    • Klar ihr seit totale Indien Experten, sitzen 8000 km in sicheren Europa und und verbreitet Verschwörungstheorie haha . Die Opferolle überall bei gewissen Leuten ist immer die selbe… und immer die selben die Modi als rechts bezeichnen..heult leise , er ist vom der Bevölkerung gewählt ;) schiebt eure Unterstützung für diesen terror Staat sonst wo hin….

      • Na und ???
        Wird ihm auch nicht helfen ;)

        ES IST NUN MAL SO DAS ES IN INDIEN EXTREM VIEL Hindu Fanatismus besteht, 80-90 % der Bevölkerung lebt dort bitterarm und das wird sich auch nicht so schnell wenn überhaupt niemals ändern das hängt auch u.a. mit dem Hinduismus zusammen !

  3. DIE LETZEN 15 JAHRE HAT INDIEN ÜBER AFGHANISTAN MIT RAW FAST JEDEN SELBSTMORDANSCHLAG IN PAKISTAN VERÜBT UND VERSUCHT ES ZU DESTABILISIEREN.
    MIT MRD. VON DOLLAR .
    WENN USA NATO NICHT IN AFGHANISTAN WÄREN WÜRDE INDIEN SELBST DORT NIE FUSS FASSEN KÖNNEN ;)
    AFGHANISCHE TALIBAN (GEHEIMARMEE) ,
    ABER GENERAL RAHEEL SHARIF HAT DIE GRENZE NUN DICHT GEMACHT UND VON DORT WIRD NUN KAUM WAS MEHR PASSIEREN. INDIEN VERSUCHT ES NUN MIT FALSE FLAG AKTIONEN ABER AUCH DAS WIRD IN DIE HOSE GEHEN (NICHTS AUS DER GESCHICHTE GELERNT).

  4. Was erwartet man auch von der indischen Regierung?
    Indien wird von rechtsradikalen regiert. Mit solchen Leuten kann man sowieso nicht verhandeln man schaue sich nur deren Wahlreden an.. pure hetze über pakistan.