in Politik

Unser Gesundheitssystem müsste dringend reformiert werden, legt nun ein neuer Dokumentarfilm der ARD nahe. Der Film zeigt, wie wenig ausgelastet teils die Betten in den Kinderstationen der Krankenhäuser sind. Ein Grund dafür sind fehlende Pflegekräfte. Die wiederum lassen sich auf Basis der Abrechnung in Deutschland nicht finanzieren. Die Abrechnung nach Fallpauschalen umfasst Schätzwerte für die Diagnose, die Behandlung und die Pflege der Kranken. Mit Kindern ist dies so nicht möglich….

Jens Spahn: Untätig

Die Fallpauschalen unterstellen unter anderem fiktiv, dass die Behandlung eine Frage der Zeit und damit auch eine der messbaren Zeiteinheiten ist. Damit dürften Kinder allerdings sogar ohne nähere Kenntnis der Materie selbst für die Behörden erkennbar nicht behandelt werden können. Kinder zu pflegen ist offensichtlich schon deshalb zeitintensiver, weil Kinder a) sich nicht so diszipliniert und integrierbar zeigen können wie erwachsene Patienten und b) auch die Eltern einbezogen werden müssen – oftmals in Gesprächen, die nicht Teil der Kalkulation der Fallpauschalen sind.

In der Folge fehlt den Krankenhäusern schlicht Geld. Da aber Geld fehlt, kann das Pflegepersonal nicht bezahlt werden. Die Leerstände in den Kinderstationen deutscher Krankenhäuser ist also eine direkte Folge dieser Politik.

Der Direktor der „Haunerschen Kinderklinik München“, Prof. Christoph Klein, meint dazu: „Kinder widersetzen sich der Durchtaktung im System, weil sie Kinder sind“. Künftig könnte sich dieses Problem sogar noch verschärfen. Ab 2020 soll die Pflegeausbildung „generalisiert“ werden. Das heißt, Spezialistenausbildungen werden zugunsten einer allgemeingültigen Ausbildung verdrängt. Damit aber, so die Praktiker, fehlten in den Kinderstationen künftig sogar noch mehr „hochqualifizierte Pfleger“. Die Kinderkrankenhäuser müssten dann, so etwa Jochen Scheel, Geschäftsführer der „Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V.“, das Personal selbst noch 1-2 Jahre lang ausbilden.

Das Problem ist allerdings bis dato offenbar noch nicht an Jens Spahn herangetreten. Der Gesundheitsminister sagt dazu bislang allzu wenig. Aus gutem Grund, wie Sie hier lesen.

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