in Politik

Die Giftgasangriffe von Ghuta vor zwei Jahren führten um ein Haar zu einer NATO-Intervention in Syrien. Sie kamen Frankreich, Großbritannien und den USA wie gelegen, da sie Assad dafür verantwortlich machten. Neue Beweise deuten darauf hin, dass die NATO selbst dafür verantwortlich ist.

Nie war die NATO einer Syrien-Intervention näher

Die Giftgasangriffe von Ghuta vom 21. August 2013 sind eine Reihe von Giftgasangriffen, die im Verlauf des syrischen Bürgerkriegs in der Region Ghuta östlich von Damaskus stattgefunden haben. Eine UN-Untersuchung vor Ort wies den Einsatz des chemischen Kampfstoffs Sarin in hochkonzentrierter Form nach, der mittels Boden-Boden-Raketen verschossen wurde. Widersprüchlichen Angaben zufolge starben dabei 281, 355, 1429 oder 1.729 Menschen. Einige tausend Personen sollen mit neurotoxischen Reaktionen in die Krankenhäuser eingeliefert worden sein.

Während oppositionelle Aktivisten die syrische Regierung von Baschar al-Assad für den Vorfall verantwortlich machen, stritt diese die Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen ab. Später bestätigte sie den Vorfall an sich, gab aber an, dass die chemischen Kampfstoffe von den Rebellen gegen Regierungstruppen eingesetzt worden seien und nicht umgekehrt.

Die USA zeigten sich davon überzeugt, dass die syrische Regierung von Baschar al-Assad die Verantwortung für den Vorfall trage und auch andere Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Israel und Deutschland äußerten sich ähnlich. Barack Obama sah eine „rote Linie“ überschritten und forderte zugleich einen Militärschlag. Ebenso der britische Premier David Cameron.

Syrien war zu diesem Zeitpunkt stark in den Fokus des Westens geraten. Der dortige Machthaber Bashar al-Assad gilt als enger Verbündeter Russlands und als starker Widersacher des Westens und seiner dortigen Verbündeten wie beispielsweise Saudi-Arabien. Es gilt als unstrittig, dass der Westen einen Sturz von Assad herbeiführen wollte. So flossen finanzielle und militärische Mittel und Geräte an dortige Rebellengruppen, die gegen Assad kämpften.

Jedoch schien das nicht auszureichen. Ähnlich wie in Libyen wollte man daher  ein direktes militärisches Eingreifen der NATO erreichen. Doch dies scheiterte am heimischen und internationalen Widerstand. Die Giftgasangriffe von Gotah, die man sofort Assad zuschrieb boten nun endlich die Möglichkeit hierzu. Als „unleugbar“ bezeichnete US-Außenminister John Kerry damals die Täterschaft von Präsidents Bashar Al-Assad und seiner Syrischen Armee.

Nachdem David Cameron im heimischen Parlament die Abstimmung über einen Militäreinsatz verlor und auch Obama mit Schwierigkeiten im eigenen Militärapparat und Kongress zu kämpfen hatte, war ein Eingreifen immer unwahrscheinlicher. Zudem bot Russland an eine Vernichtung der syrischen Giftgase durchzuführen. Die geplante Intervention war gescheitert. Sie war jedoch eindeutig die beste Möglichkeit des Westens einzugreifen. Nie war er näher dran als zu diesem Zeitpunkt.

Der türkische Geheimdienst und die NATO sind verstrickt

Beweise für die Schuld Assads gab es jedoch nie. Und auch die UN-Kommission kam bisher zu keinem Ergebnis, das solche Schlüsse zulassen würde. Doch nun sind Beweise aufgetaucht, die in eine ganz andere Richtung deuten: Der türkische Geheimdienst sorgte dafür, dass Rebellengruppen einen Giftgasangriff inszenierten – und das im Auftrag der NATO.

Am 21. Oktober dieses Jahres legten die türkischen Parlamentsabgeordnete Eren Erdem und Ali Seker in Istanbul Beweise vor, die das bestätigen. Sie sind Co-Vorsitzende der oppositionellen CHP-Fraktion im türkischen Parlament.

Sie beziehen sich auf eine Gerichtsverhandlung in Adana. Dort warf man 13 Türken vor, Giftgas von der Türkei nach Syrien geschmuggelt zu haben. Doch die Männer kamen nach kurzer Zeit wieder frei. Ob dahinter ein Einfluss der türkischen Regierung steht, ist nicht geklärt.

Die beiden Abgeordneten hatten Einblick in die dortigen Gerichtsakten. Darunter ein Telefongespräch, das zeigt, dass „einige Unternehmer in der Türkei eine wesentliche Rolle bei der Beschaffung des Saringases gespielt haben“, so die Zeitung Zaman.

Über Mittelsmänner wurde das Gas an „extremistische Gruppen in Syrien“ geliefert worden, die schließlich den beschriebenen Giftgasangriff ausführten. Doch damit nicht genug. Behördenpapiere zeigen, dass der türkische Geheimdienst MIT mitinvolviert war. Das Ziel der türkischen Regierung sei „das Gleiche gewesen wie beim illegalen Transfer von Waffen an dieselbe Oppositionsgruppen: Bashar al-Assad stürzen“, sagt Erdem gegenüber der Tageszeitung Zaman.

Dass die Regierungstruppen Assads kaum daran Schuld sein können zeigen auch Untersuchungen der Waffenexperten Richard Lloyd und Theodor Postol. Lloyd ist UN-Waffenkontrolleur und Postol Professor vom Massachusetts Institute of Technology. Sie stellen fest, dass die Reichweite der Raketen zu Kurz gewesen sei um aus Regierungsgebieten abgefeuert worden zu sein. Vielmehr kämen nur oppositionelle Gebiete in Frage.

„Auch der amerikanische Enthüllungsjournalist Seymor Hersh stützte diese These. Im Dezember 2013 schrieb er über ein fünfseitiges Dokument des amerikanischen Militärgeheimdienstes DIA, aus dem hervorgehe, was die US-Regierung immer abgestritten hat: Islamistische Milizen waren im August 2013 im Besitz von Sarin-Gas. Und die US-Regierung war darüber informiert. Wie Eren Erdem und Ali Şeker kam auch Hersh in seinem Text damals zu dem Schluss, die US-Regierung hätte einen Vorwand für ein militärisches Eingreifen gesucht.“ berichtet Telepolis.

Der Einfluss des türkischen Geheimdienstes auf die syrischen Giftgasangriffe ist umso brisanter, wenn man bedenkt, dass die westliche Syrien-Intervention damit umso näher rückte.  Vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass die NATO-Geheimdienste im Nahen Osten ein enges Netz bilden und sich gegenseitig mit Informationen versorgen. Die Zusammenarbeit ist eklatant und von einem Alleingang auszugehen, ist höchst unwahrscheinlich.

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Kommentar

29 Kommentare

  1. Ich hatte von Anfang an meine Zweifel und die Vorgehensweise der USA bzw. der NATO im Nahen Osten ist an Perversion nicht mehr zu überbieten.

    Hauptsache Assad als Massenmörder darstellen und Putin jetzt als Kriegstreiber … ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte ????????

    • Mir fällt der Spruch „stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“ ein. Solange Bürger indirekt ihre Regierung oder zumindest das, was manche dafür halten, unterstützen können sie sich das leisten. Alle Soldaten sollten sich weigern mitzumachen und nach Hause kommen um von einem Volk empfangen zu werden, das sich gegen die Kriegstreiberei und politischen Vorgaben stellt damit es wirklich souverän wird. Mein Herz blutet bei dem Wissen, wie unsere junge Generation verheitzt wird.

  2. Also wenn man die geschichte zurueck verfolgt, dann gibt es vll kein einziges mal, in dem amis nicht gelogen haben …. schlussfolgerung ist, dass alles was sie sagen reine luege ist … aaaallles

  3. Mein Vater war ein einfacher Mann. Viel hat er mir trotzdem beigebracht – unter anderem solche Banalitäten wie: Geld regiert die Welt. Oder „Die Welt wird von Gangstern und Verbrechern“ regiert !
    Bisher wurden diese beiden „Philosophien“ nicht widerlegt !

    • aber auch nur weil ein jeder dieses Spiel seit jeher mitmacht und sich ebenso an diesen Strukturen bereichert und diese mit seiner Lebensweise unterstützt. Vor allem wir hier in West Europa, Nordamerika und den restlichen Industrienationen.

  4. Es reicht, jeder Bürger auf dieser Welt weiß was abgeht nur die Beweise fehlen.
    Es reicht troztdem , werft diese sch….. entgültich in die Klappse allesamt.In Namen Jesus Christus segne ich euch alle das Ihr die Wahrheit erkennt.

  5. Mit Verschwörungstheorien
    gegen die NATO und die Bilderberger und das internationale Kapital
    liegt man der Wahrheit zumeist nahe .

    Dort wo mittels Zuordnungen wie „VT“ oder „rechtspopulistisch“ oder „rassistisch“ oder „antisemisisch“ durch die Machthaber Denk- und Handlungsschranken gesetzt werden ,
    lohnt es besonders , genauer hinzusehen .

  6. Man denke nur an Schweden und den Mord an Olaf Palme !
    Der wollte Frieden und Abrüstung und ein vernünftiges Verhältnis zu Russland .Das war der NATO und der USA aber nicht genehm ,und so wurde auf ekelhafte Weise gelogen und Uboote in die Ostsee geschickt um dieses den Russen unter zu schieben . Die wichtigen Akten waren dann im Untersuchungsausschuss verschwunden ,wie bei der NSU-Untersuchung des BND.
    Fazit : Die NATO und die USA sind machtgeil und nehmen alles in Kauf egal wer dabei sein Leben lassen muss .
    Widerlich !

  7. Und wenn es so wäre, würde es mich nicht wundern… die USA-Administraten sind der Abschaum dieser Welt! Das schlimme daran ist, dass die SchlafSchafe es einfach nicht merken und ihren Politiker alles glauben

  8. Erst eine Eifersüchtelei zwischen Erdogan und Assad brachte diese ehemaligen Freunde auseinander. Wer weiß, wer daran gedreht hat. Wie passend, dass das Giftgas dann über die Türkei nach Syrien kam!

    Das Strickmuster war dann dasselbe wie zuvor beim angeblich bewiesenen Besitz von Massenvernichtungswaffen im Irak – oder bei 9/11 (WT 7) und Dutzenden anderen „false fläg operations“, die die Falken in den USA so toll finden!

  9. diese natoallianz hat mittlerweile ein level erreicht, wo man den schlusstrich ziehen müsste.
    deutschland, die türkei usw, alle werden hier von einem kriegslüsternen erpresst. wir sind überhaupt soweit schuld, dass wir es zugelassen haben, erpressbar gemacht zu werden.

  10. Wenn das wirklich stimmt…

    „Beweise für die Schuld Assads gab es jedoch nie. Und auch die UN-Kommission kam bisher zu keinem Ergebnis, das solche Schlüsse zulassen würde. Doch nun sind Beweise aufgetaucht, die in eine ganz andere Richtung deuten: Der türkische Geheimdienst sorgte dafür, dass Rebellengruppen einen Giftgasangriff inszenierten – und das im Auftrag der NATO.

    Am 21. Oktober dieses Jahres legten die türkischen Parlamentsabgeordnete Eren Erdem und Ali Seker in Istanbul Beweise vor, die das bestätigen. Sie sind Co-Vorsitzende der oppositionellen CHP-Fraktion im türkischen Parlament.

    Sie beziehen sich auf eine Gerichtsverhandlung in Adana. Dort warf man 13 Türken vor, Giftgas von der Türkei nach Syrien geschmuggelt zu haben. Doch die Männer kamen nach kurzer Zeit wieder frei. Ob dahinter ein Einfluss der türkischen Regierung steht, ist nicht geklärt.

    Die beiden Abgeordneten hatten Einblick in die dortigen Gerichtsakten. Darunter ein Telefongespräch, das zeigt, dass „einige Unternehmer in der Türkei eine wesentliche Rolle bei der Beschaffung des Saringases gespielt haben“, so die Zeitung Zaman.“

    • Kemal du Kamel, warum wiederholst du eine ganze Textpassage und schreibst nur so etwas wie „Kann das sein …“ Nartürlich kann das sein und nun werde aktiv und zeige mal was in dir steckt ausser dem Kamel