in Afrika

„In Libyen wusste jedes Kind, dass Libyen den Wahlkampf von Sarkozy finanzierte!“

Nachdem Sarkozy zur Klärung von Korruptionsvorwürfen bei der Polizei in Nanterre vorgeladen worden war, wurde er gleich einbehalten. Ihm werden u.a. vorgeworfen: aktive und passive Korruption, Machtmissbrauch, Mittäter- und Mitwisserschaft bei Missbrauch öffentlicher Mittel und Geldwäsche.

Sarkozys Verhaftung erfolgte nach der Festnahme und Aussage seines ehemaligen Mitarbeiters Alexandre Djouhri in London, der später gegen Kaution freikam. Vor seiner Verhaftung im Januar hatte sich Djouhri geweigert, einer Vorladung in Paris nachzukommen. Er steht im Mittelpunkt der Untersuchungen, die auch auf der Aussage von Saif al-Gaddafi beruhen, dass Muammar al-Gaddafi Gelder für Sarkozys Wahlkampf zur Verfügung gestellt habe.

Beamte der Behörde zur Korruptionsbekämpfung hatten den Richtern einen Bericht vorgelegt, der genau beschrieb, wie Bargeld innerhalb des Sarkozy-Wahlkampfteams zirkulierte und wie es von Djouhri, der damals enge Kontakte zum Gaddafi-Vertrauten Saleh Baschir hatte, an Sarkozy weitergegeben wurde.

Es geht um 50 Millionen Euro, die Sarkozy laut Zeugenaussagen für den Präsidentschaftswahlkampf 2007 von Gaddafi erhalten hatte. Die Annahme dieser Gelder verstößt gegen das französische Gesetz, das die Finanzierung von Wahlkämpfen durch das Ausland verbietet und die Höhe der eingesetzten Gelder auf 22,5 Millionen Euro begrenzt.

Vor mehr als einem Jahr hatte der französisch-libanesische Geschäftsmann Ziad Takieddine ausgesagt, er habe Sarkozy und seinem früheren Stabschef Claude Gueant mehrere Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro in 200- und 500-Euro-Scheinen aus Libyen überbracht. Die Geldübergabe soll im Innenministerium stattgefunden haben, dessen Chef derzeit Sarkozy war.

Takieddine äußerte sich gegenüber dem Fernsehsenders Mediapart:

„Ich habe Dinge aufgedeckt, die nicht länger verborgen bleiben sollten. Ich möchte den Mafia-Staat anprangern, in dem wir zurzeit leben.“

Auch der ehemalige libysche Finanzmanager unter Gaddafi, Saleh Baschir, publizierte ein Buch, das diese Vorwürfe untermauerte. Erst kürzlich meinte er gegenüber LeMonde:

„Gaddafi sagte, er habe Sarkozy finanziert. Sarkozy sagte, er hätte kein Geld erhalten. Ich glaube Gaddafi mehr als Sarkozy.“

Auf Saleh Baschir wurde Ende Februar 2018 in Johannesburg ein Mordanschlag verübt, den er schwerverletzt überlebte.[1] Sein Wagen wurde beschossen, als er sich auf dem Weg zum Flughafen befand. Baschir hatte bis 2013 in Frankreich gelebt, bevor nach Südafrika zog.

Sarkozy hat bisher alle Vorwürfe strikt zurückgewiesen und die Anschuldigungen als Racheakte für seine führende Rolle im Krieg gegen Libyen 2011 bezeichnet. Allerdings werden die Anschuldigungen immer konkreter und die Schlinge scheint sich immer enger zu ziehen.

Gaddafi suchte stets die Annäherung an Europa, da ihm die Unabhängigkeit von den Großmächten USA und UdSSR wichtig war. Immer wurden enge wirtschaftliche Beziehungen vor allem zu Italien, aber auch zu Österreich gepflegt, vor allem unter dem damaligen Präsidenten Bruno Kreisky. Seine Wahlkampfspende an Sarkozy betrachtete Gaddafi wohl als Türöffner nach Frankreich. Sarkozy bedankte sich auf seine Weise, indem er mithalf, Gaddafi zu stürzen und Libyen zu zerstören.

Quelle: middleeasteye.net

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19 Kommentare

    • Und wie schauen gemütlich weg …ist ja nur die 3 Welt… betrifft uns ja nicht …wir scherzen lieber darüber. Aber meckern über all die Afrikaner die herkommen und fragen uns warum die nur alle nach Deutschland kommen. Nur weil so eine französische missgeburt einen Ghadaffi wegen seinen Schulden umbringt ist Libyen offen wie ein scheunentor. Das Land im kaos greultateen an der Tagesordnung. Und wir ärgern uns das Hillary der ober Teufel nicht die Wahl gewonnen hat?!
      Bravo macht weiter so irgendwann geht auch euch der Arsch hoch

    • Auf jedenfall wird ihm die gerechte Strafe für den Angriff auf Lybien nicht ereilen: Die würde irgenwdo zwischen lebenslanger Haft und Strick liegen.

  1. Er hat es sogar bestätigt, dass er 150 Millionen bekommen hat und noch Geld von den Söhnen. Weißrussischer Präsident Alexander Lukaschenko spricht über geheime Verhandlungen mit den USA über bevorstehenden Kriege gegen den Irak und über Angriff der USA auf Libyen und Tötung von Muammar Gaddafi. 2012. https://youtu.be/iX87r-JqnN0

  2. Ein Sumpf wie der, den zuletzt Kohl veranstaltet hatte, der von Flick regelrecht mit verbotenen Spenden aufgebaut wurde und über Unsummen schwarzer Gelder verfügte – wie berichtet auch zur Besänftigung seines innerparteilichen, ihm um Längen überlegenen, Kontrahenten Rainer Barzel, an den er Jahr für Jahr 250.000,00 DM abgab. Merkel wird als Kohls Mädchen bestimmt keine Berührungsängste bei den vielen Umarmungen mit Sarkozy gehabt haben, sie hatte doch immer wieder mit solchen Zockern zu tun!

  3. Sarkozy und Merkel waren doch ein Herz und eine Seele. Ich erinnere mich noch gut, an die herzlichen Umarmungen in Paris oder in Berlin, wenn sich die Beiden über die korrupte EU austauschten. Schon damals war bekannt, dass der Franzose seinen Wahlkampf und vieles mehr mit den Geld aus Nordafrika finanziert hatte. So lange wurde also der Dreck unter den Teppich gekehrt. Und auch jetzt wird dem Mann nichts passieren, die Akten hat er in seiner Regierungszeit bestimmt gesäubert.

    • Es gibt doch dieses wunderschöne alte Sprichwort, resp. besser gesagt Volksweisheit: Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist. Mutti hat vielfältigen Umgang dieser Art.

  4. Die Zahlungen Gadaffis an Sarkozy waren tatsächlich weithin bekannt .
    Der Skandal ist immer noch die fast vollständige Zerstörung Libyens
    unter Französischer Führung .
    Verschwunden sind auch die Gelder der Libyer , mit denen eine unabhängige Währung hätte finanziert werden sollen und das vorbildliche Sozialsystem .
    Wenn der Sarkozy nun angeklagt wird, dürfte das weniger mit Gerechtigkeit zu tun haben als mit der Verschiebung der Machtverhältnisse in Frankreich .