13. Protestwochenende – Schwerverletzte – Schweigen in der Presse

Auch am 13. Samstag in Folge sind Gelbwesten in ganz Frankreich wieder auf die Straße gegangen. Tausende demonstrierten landesweit gegen die Politik Macrons und forderten seinen Rücktritt. Allein in Paris sollen nach offiziellen Angaben wieder über 12.000 Menschen auf den Straßen gewesen sein. Und auch dieses Mal waren die Proteste wieder von schweren Attacken der Polizei gegen die Demonstranten gekennzeichnet.

In der Nähe des Parlamentsgebäudes kam es erneut zu einer Schwerstverletzung eines Demonstranten. Ein Kameramann der Videoagentur Ruptly war gerade vor Ort, als der Demonstrant schwer verletzt wurde. Er drehte Live-Bilder, auch für RT, als sich die Polizei auf dem Rückzug befand. Sie warf allerdings Blend- und Tränengasgranaten in die Menschenmenge. Überall auf dem Boden lagen rauchende Granaten, die Menge wurde dadurch zerstreut.

Das Vorgehen der Polizei sorgt inzwischen auch im Ausland für Aufmerksamkeit und Kritik. Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic erklärte, sie sei „ernsthaft besorgt“ wegen der Verletzungen, die Polizisten mit Hartgummigeschossen und auf andere Weise bei Demonstranten anrichteten. Für Empörung sorgt ebenfalls die Informationspolitik der Regierung und Behörden in Frankreich.

Rund 100 Persönlichkeiten, darunter Künstler und Wissenschaftler, haben nun einen offenen Brief an die französische Gesundheitsministerin Buzyn geschrieben. Sie fordern, über die genaue Zahl der verletzten Gelbwesten zu berichten, die seit Beginn der Bewegung in Kliniken eingeliefert wurden. Sie sind schockiert über das Maß und die Anzahl der Verletzungen, die bei vielen Menschen zu irreversiblen Schäden wie den Verlust eines Auges oder einer Gliedmaße geführt hätten.

Der jüngste Fall, der sich am Samstag ereignete, lieferte schockierende Bilder, die jetzt via Twitter und Youtube um die Welt gehen. Der Kameramann von Ruptly, der gerade Live-Bilder vor Ort drehte, filmte die Verletzung eines Mannes durch eine von der Polizei abgeschossene Blendgranate. Der Mann wollte die Granate mit der Hand abwehren, als diese explodierte. Dem Mann wurde die halbe Hand weggerissen. Herbeigerufene Sanitäter leisteten dem Mann erste Hilfe, bis er von Rettungskräften abtransportiert wurde.

Dieser Vorfall wird mit Sicherheit für neue Proteste gegen Polizeigewalt sorgen. Nicht nur der Umgang der Polizei mit den Demonstranten sorgt zusätzlich für Empörung und Kritik, sondern der Umgang mit den Opfern. Präsident Macron scheint kein Rezept zu haben, außer mit Polizeigewalt gegen die Demonstranten vorzugehen.