USA verletzen Waffenstillstand in Syrien

Die Vereinigten Staaten verletzen den Waffenstillstand in Syrien und rüsten Al-Qaida auf

Am 7. April 2016 enthüllte Jane‘s, dass das US Navy Military Sealift Command im Jahr 2015 zwei Ausschreibungen getätigt hatte, um Waffen aus dem rumänischen Hafen Constanta zum jordanischen Hafen Akaba zu transportieren [1].

Die Waffen, die identifiziert werden konnten, wurden in Bulgarien hergestellt, was die vorausgegangenen Untersuchung des Balkan Investigative Reporting Network [2] und die unsrige bestätigt [3].

Die Ausschreibung wurde von Transatlantic Lines gewonnen und vom Frachtschiffe Geysir durchgeführt (IMO: 7710733).

Die erste Lieferung verließ Rumänien am 5. Dezember 2015 und wurde zur Hälfte in Taşucu (Türkei) und zur Hälfte in Akaba (Jordan) angeliefert. Sie bestand insgesamt aus 117 Containern mit 2007 Tonnen. Abgesehen von den Kalaschnikows und Maschinengewehren, handelte es sich um rund 50 Panzerabwehr-Raketen Faktoria [Anti-tank guided missile launcher Anm.d.Übers], um ca. 800 Raketen und 162 Tonnen Sprengstoff.

Die Wahl der Panzerabwehr-Raketen des Typs Faktoria kommt von deren Ähnlichkeit mit den von der syrischen Armee verwendeten 9K111 Fagots ATGM, die eine verbesserte Version ist, sodass man der syrischen arabischen Armee verschiedene Verbrechen unterstellen kann, die sie nicht begangen hat.

Gerade erfuhren wir, dass die zweite Lieferung (die größer als die erste war) Rumänien am 28. März 2016 verließ und am 7. April, genau an dem Tag der Veröffentlichung des Artikels von Jane’s, am Ziel ankam.

Die USA haben also selbst den am 12. Februar 2016 unterzeichneten Waffenstillstand verletzt. Sie nutzten die Naivität Russlands und Syriens, um die dschihadistischen Gruppen aufzurüsten, genauso wie sie es Anfang 2012 während der Beobachtungsmission der Arabischen Liga, und dann während jener der UN getan haben.

Die Waffen wurden vom Pentagon entweder direkt und über die türkische Armee den als „moderat“ beschriebenen Gruppen übergeben, d.h. denen, die gleichzeitig an den Genfer Friedensverhandlungen teilnahmen.

Laut Beobachtern vor Ort, einschließlich derer, die gegen die Arabische Republik Syrien sind, überreichten die Gruppen, die sich auf dem Schlachtfeld mit Al-Kaida koordinieren, systematisch der internationalen Terrororganisation die Hälfte der erhaltenen Waffen. Es sind daher vor allem die USA, die Al-Kaida aufrüsten, genauso wie es die USA waren, die ISIS bewaffnet haben, besonders im Jahr 2014, indem sie das „Im Stich lassen“ der Waffen organisierten, die sie gerade an die irakische Armee geliefert hatten.

Übersetzung: Horst Frohlich

Quelle: http://www.voltairenet.org/article191491.html