Trump sieht EU als gescheitert an: "Merkels Flüchtlingspolitik brachte Fass zum Überlaufen"

Im Interview mit Times und Bild bezeichnete der designierte US-Präsident Donald Trump den Brexit als logische Folge des Versagens der EU-Politik. Er wolle mit der Russischen Föderation über ein Ende der Sanktionen, aber auch über atomare Abrüstung sprechen.

Fünf Tage vor seinem Amtsantritt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat Donald Trump in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ noch einmal die Grundlinien skizziert, die seinen außenpolitischen Ansatz ausmachen werden. Dabei bestätigte er noch einmal den drastischen Perspektivenwechsel im Weißen Haus, der mit seiner Präsidentschaft einhergehen wird.
Zum wiederholten Male übte Trump in dem Gespräch deutliche Kritik an der EU und an der Flüchtlingspolitik Angela Merkels. Den Brexit sieht er als Chance und mit der Russischen Föderation will er eine umfassende Vereinbarung treffen, die nicht nur die Sanktionen betrifft, sondern auch Fragen wie die nukleare Abrüstung umfassen soll.
In dem Interview brachte der künftige US-Präsident zum Ausdruck, dass er die Europäische Union nicht für einen geopolitischen Akteur hält, der künftig an Bedeutung zunehmen würde. Der Brexit beschrieb er als eine Reaktion auf die verfehlte Politik Brüssels, vor allem die Flüchtlingspolitik. Daran habe nicht zuletzt auch Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel einen bedeutenden Anteil – zumal die EU ein „Vehikel für Deutschland“ geworden sei.
Generell sei der Versuch der EU, die als Projekt gedacht gewesen sei, „die USA im Handel zu schlagen“, gescheitert. Merkels Flüchtlingspolitik sei ein „katastrophaler Fehler“ gewesen. Er habe zwar „großen Respekt“ vor Angela Merkel, betonte aber gleichzeitig:

Ich denke, sie hat einen sehr katastrophalen Fehler begangen und der war es, all diese Illegalen, also diese Leute von wo auch immer aufzunehmen, und niemand weiß überhaupt, wo die alle herkamen. Deshalb denke ich, sie hat einen katastrophalen, sehr schlimmen Fehler begangen.

Gerade mit Blick auf den Brexit war dies seiner Meinung nach der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte:

Hätte man die EU-Länder nicht dazu gezwungen, all diese Flüchtlinge aufzunehmen, so viele, mit all den Problemen, die das mit sich gebracht hat […], dann, denke ich, hätte es keinen Brexit gegeben. [Die britschen Probleme] hätten sich [für die EU] vielleicht lösen lassen, aber das war der letzte Tropfen, der allerletzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

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