Strategie der USA nimmt vor allem China ins Visier

Offiziell wegen Milliarden-Kürzungen plant Barack Obama eine Neuausrichtung der mächtigsten Militärmaschine der Welt.

Von Andreas Landwehr (dpa), Peking

Der US-Präsident erklärte bei der Vorstellung der neuen Verteidigungsstrategie, dass die USA dabei ihre »militärische Überlegenheit« behalten würden. Schwerpunkt ist der asiatisch-pazifische Raum.

Mit ihrer neuen Militärstrategie konzentrieren sich die USA stärker auf eine neue Bedrohung, die namentlich aber nicht genannt wird – das aufstrebende China. Die asiatische Macht baut seit Jahren ihre Marine aus, um die Dominanz der Amerikaner im Pazifik zurückzudrängen. Eher vage sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta, die USA wollten ihre Präsenz in der Asien-Pazifik-Region verstärken, die eine »wachsende Bedeutung« für ihre Wirtschaft und Sicherheit habe. Doch asiatischen Beobachtern ist klar: Die neue Strategie im Pazifik zielt vor allem auf den erstarkten chinesischen Drachen.

Die neue Politik wird in Peking als Herausforderung empfunden. »Es ist kein normaler Schritt«, sagte der Professor für internationale Beziehungen, Shi Yinhong, von der Volksuniversität in Peking. Hinter dem »historischen« Strategiewechsel stünden nicht nur knappe Kassen und zu hohe Kriegsausgaben, sondern auch »der Aufstieg Chinas und die Stärke des chinesischen Militärs«. Das US-Militär bewege sich ostwärts.

»Ich denke, Chinas Regierung wird darüber nachdenken, dass sie sich jetzt einer noch komplizierten strategischen Situation in Asien und der Pazifik-Region gegenüber sieht«, sagte der renommierte Professor. Der Wettbewerb zwischen den USA und China sei »beispiellos in der Geschichte«, befand auch die Zeitung »Global Times«, die vom KP-Organ »Volkszeitung« herausgegeben wird und für ihre starken nationalistischen Töne bekannt ist. China sei ein »festes strategisches Ziel der USA« geworden. »Mit seinen Bemühungen, die chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, hat Peking es nicht vermocht, die Sorgen der USA über seinen Aufstieg zu zerstreuen.« China müsse auf seine Stärken setzen und sich der US-Eindämmungspolitik widersetzen…

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