Pakistan will Beziehungen zu USA radikal revidieren

Die Behörden Pakistans haben beschlossen, ihre Beziehungen zu den USA und zur Nato im Zusammenhang mit dem Tod pakistanischer Armeeangehöriger radikal zu verändern, schreibt die „Rossijsksaja Gaseta“ am Montag.
Unter anderem verweigerte Islamabad Washington die Benutzung des Luftwaffenstützpunktes Shamsi in Belutschistan.
„Darüber hinaus wurde in Islamabad die Sperrung der Fernstraßen bekanntgegeben, über die der größte Teil der nichtmilitärischen Güter sowie der Brenn- und Schmierstoffe für die Kräfte der Nordatlantischen Allianz in Afghanistan geliefert wird. Die Amerikaner haben den Stützpunkt, von dem aus sie vermutlich ihre Drohnen zur Bekämpfung von Al-Qaida– und Taliban-Milizen starten, laut Anweisung Islamabads innerhalb von 15 Tagen zu räumen“, teilt das Blatt mit.
Die latenten Drohnenangriffe der Amerikaner auf die  Zivilbevölkerung Pakistans bringt die Menschen dort in Weißglut und führt zu einer zunehmenden Spaltung  zwischen der Regierung und dem Volk. Wenn die Regierung nach dem jüngsten Anschlag wieder nichts unternimmt, kann das gefährlich für sie werden.
Nach dem Überfall  von US-Kommandos am 2. Mai 2011 auf ein Anwesen im Abbottabad, in dessen Verlauf  der schon lange verstorbene Osama Bin Laden nochmals getötet wurde, kam es im Parlament von Islamabad zu hitzigen Auseinandersetzungen über die Rechtmäßigkeit der Übergriffe der Amerikaner auf pakistanisches Territorium. Bei dieser Debatte wurden von der pakistanischen Regierung zum erstenmal offiziell bestätigt, daß die CIA ihre Drohnenangriffe auf Ziele im Grenzgebiet zu Afghanistan vom Luftwaffenstützpunkt Shamsi in der Provinz Belutschistan aus fliegt.
Das interessante daran ist, dass die CIA-Operationsbasis in Shamsi sich völkerrechtlich formell nicht auf pakistanischem Territorium befindet, sondern auf einem Gelände, das den Vereinigten Arabischen Emiraten als Pächter gehört.

Am Samstag hatten die Nato-Luftstreitkräfte einen pakistanischen Grenzposten in der Nähe der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan beschossen. Dabei wurden 25 pakistanische Soldaten getötet und 14 weitere schwer verletzt. Pakistans Premier Sayed Yousuf Raza Gilani bewertete diesen Angriff als „Anschlag auf die Souveränität“ des Landes.
„Nach Ansicht von Experten wird alles davon abhängen, wie hart Islamabad bei seinem Versprechen bleibt“, so die Zeitung. „Die Behörden dieses Landes hatten bereits früher mehrmals mit der Schließung des Stützpunktes Shamsi gedroht. Es blieb aber immer bei den Worten.“
Quellen:
http://de.rian.ru/world/20111128/261596259.html
http://www.schattenblick.de/infopool/politik/redakt/nhst1089.html