Nikolaus Ade: Grüne forderte – Weg mit „Knecht Ruprecht“

Auf die Idee wäre wohl kaum jemand gekommen: Nun wollen die Grünen – oder zumindest eine Grüne – auch noch Knecht Ruprecht abschaffen. Das sagte die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Landtag von Düsseldorf, Josefine Paul. Sie ist Sprecherin „für Kinder- und Familienpolitik“. Nun möchte sie die alte Tradition beenden.

Nicht mehr zeitgemäß

Knecht Ruprecht, meinte sie, sei nicht mehr zeitgemäß. Er würde nicht mehr „in das heutige Bild der Kindererziehung“ hineinpassen, so die Politikerin zur „Rheinischen Post“. Grund sei der Umstand, dass Kinder Angst vor dem Nikolaus haben könnten. Dies sollte in der heutigen Zeit nicht mehr passen. Denn: Kindern sollte grundsätzlich nicht gedroht werden, hieß es. Knecht Ruprecht wiederum ist eine „Drohung“, die traditionell seit vielen Jahren bekannt ist („Wenn du nicht artig warst…“, heißt es).

Die Politikerin, auch im Kinderschutzbund aktiv, meint, dass Kinder „auch frech sein“ dürften. Sie sollten sich ausprobieren. Statt Druck bräuchten Kinder in erster Linie Nächstenliebe. Zudem hätten sie das Grundrecht auf eine Erziehung, die gewaltfrei verläuft. Psychische Gewalt falle unter diese Kategorie. Insofern ist die Forderung der Politikerin stimmig – wenn die Ruprecht-„Drohung“ als solche aufgefasst wird. Die Grüne würdigte zwar Traditionen, die als solche „schön“ seien und „verbindend“. Allerdings sollte Knecht Ruprecht eher helfen, etwa dabei, Süßigkeiten zu tragen. Mit der Rute solle er nicht drohen.

Die Forderung insgesamt passt allerdings zu anderen Verbotsforderungen, die von der grünen Seite in den vergangenen Jahren immer wieder ausgesprochen worden sind. Die „Political correctness“ gilt vielen Kritikern und Beobachtern der Partei als störend empfunden. Die Grünen in Nordrhein-Westfalen sind ohnehin derzeit in der Opposition. Zudem sind die Grünen in den Bundesgremien bislang noch nicht auf diese Idee gekommen. Insofern ist die Forderung möglicherweise auch lediglich, um bei der interessierten Öffentlichkeit Punkte zu sammeln.