Israel wird zum Energiegiganten – der große Griechenland-Betrug

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Kommentar: Wissen Sie jetzt, warum man nichts über die gigantischen griechischen Öl- und Gasreserven hört?

Die Offshore-Investmentberatungsfirma Pytheas schreibt in einer Präsentation mit dem Titel  Southeastern Mediterranean Hydrocarbons, dass die gesamte EU mit den griechisch-zypriotischen Gasvorkommen 120 Jahre mit Energie versorgt werden kann. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass der Zwergstaat Süd-Zypern ein “Rettungspaket” über 16(!!!)  Milliarden Euro haben will.

In der Studie von Pythea heißte es auf den Seiten 14 – 17:

“Der jährliche Verbrauch von Erdgas in der EU beträgt 500 Milliarden Kubikmeter. Beinahe die Hälfte wird aus Russland importiert, 160 Milliarden Kubikmeter aus Algerien und 90 Milliarden Kubikmeter aus Libyen. Bis 2020 wird der Bedarf um weitere 225 Milliarden Kubikmeter steigen. Das Gesamtenergiedefizit (bezogen auf Öl und Gas) wird damit 845 Milliarden Kubikmeter (als Erdgasäquivalente) erreichen. Dieses Energiedefizit kann weder von Russland….noch von Algerien und Libyen befriedigt werden…..

Laut dem USGS (US-Geologischer Dienst) umfassen die Gaslager vor den Küsten (EEZs) Zyperns, Israels und Ägyptens (abgesehen von den bereits entdeckten Lagern) konservativ geschätzt weitere 10,8 Billionen Kubikmeter. Das bringt die Gesamtreserven auf einen Stand von 13,8 Billionen Kubikmeter, das 12fache an Erdgas, das Europa in Zukuft aus der Nabucco-Pipeline insgesamt erhalten soll. Zieht man großzügig 3 Billionen Kubikmeter für den heimischen Bedarf von Zypern, Ägypten und Israel ab, so verbleiben 10,8 Billionen Kubikmeter Gas, welche den Energiebedarf der EU für die nächsten 35 Jahre (nach 2020) befriedigen könnten!

 

pythea Sitzt Griechenland auf 51 Billionen Kubikmeter Erdgas?

Abbildung aus dem Papier: Southeastern Mediterranean Hydrocarbons.pdf

Bruneton, Konofagos und Foscolos behaupten in ihrem Papier vom März 2012 mit dem Titel ““Cretan Gas Fields – A new perspective for Greece’s
hydrocarbons
”, dass die Kohlenwasserstoff-Lager südwestlich und südöstlich von Kreta riesig sind; wahrscheinlich größer als diejenigen in der Levante. Diese zuverlässigen Autoren gehen sogar soweit zu behaupten, dass sich innerhalb der griechischen 200-Meilen-Zone bis zu 51 Billionen Kubikmeter Gas befinden! Wenn Bruneton, Konofagos und Foscolos richtig liegen… und man nur die Hälfte davon als als förderbar annimmt, so sind das 25 Billionen Kubikmeter Gas zusätzlich zu den 10,8 Billionen aus der Levante,
was den Energiebedarf Europas ab 2020 für weitere 120 Jahr decken könnte.”

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Von F. William Engdahl     (Übersetzung politaia.org)

Wenig bemerkt vom Rest der Welt inmitten der Verhandlungen um Irans Nuklearprogramm und dem Kollaps der Freien Syrischen Armee betritt ein völlig neuer und globaler Energiegigant im instabilen Nahen und Mittleren Osten die Bühne. Zum ersten Mal seit der Gründung Israels im Jahre 1948 hat das Land anscheinend riesige Erdgas- und  Öllagerstätten gefunden. Es scheint, dass Israel nicht nur von Saudi-Arabien und anderen arabischen Öllieferanten unabhängig wird. Israel scheint vielmehr zum direkten Wettbewerber mit seinen arabischen OPEC-Nachbarn und mit dem Iran auf den Weltöl- und Gasmärkten zu werden. Das führt zu einer großen geopolitischen Verwerfung, die nur wenige in Rechnung gestellt haben.

Im November diesen Jahres hat die israelische Ölgesellschaft Givot Olam verlauten lassen, dass auf ihrem Ölfeld Meged 5 viel größere Vorkommen festgestellt wurden, als man vordem glaubte. Die Firma schätzt die Vorkommen in dem Feld auf 3,5 Milliarden Barrel Rohöl. Es gibt nur ein Problem mit dieser Entdeckung. Die Quelle ist an der Grünen Linie gelegen, der Waffenstillstandslinie, die formal Israel von den besetzten palästinensischen Territorien trennt. Insofern ist unklar, wieviel von dem neuen Ölreichtum wirklich Israel gehört. Die Israelis behaupten, das Meged-Feld sei ein paar Dutzend Meter innerhalb der Grünen Linie.[1] Nach heutigen Ölpreisen würde das Öl einen Marktwert von beinahe 400 Milliarden Dollar besitzen, genug Grund, um darum heftig zu streiten.

Aber die neuen Funde von Meged sind bei weitem nicht alles. Am 17. Dezember 2013 gab Noble Energy, die US-Partnerfirma der israelischen Ölgesellschaften Avner und Delek Drilling, neue Ölfunde in den Gewässern zwischen Zypern und Israel im östlichen Mittelmeer bekannt. Die Firmen vermuten etwa 3 Milliarden Barrel in dem Tiefseegraben zwischen den zypriotischen und israelischen Ölfeldern…… [2]

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Israel entdeckte Leviathan, das größte Gasfeld der letzten Jahre im östlichen Mittelmeer

Im Jahre 2010 verkündeten Noble Energy und ihre israelischen Partner die größten neuen Gasfeldfunde des Jahrzehnts. Ein riesiges Gasfeld in den Gewässern abseits der Küste von Tel Aviv in Richtung Zypern mit dem Namen Leviathan war entdeckt worden. Es hatte genug Gasreserven, um Israels Gasbedarf für ein Jahrhundert zu decken und machte Israel zu einem großen Mitbewerber im boomenden Erdgasmarkt in der EU und anderswo. Zwei Jahre zuvor hatten Noble Energy und die Israelis das kleinere Tamar-Feld in der Nähe entdeckt. [3] Im März 2013 begann das Tamar-Gas direkt nach Haifa zur Israeli Electric Company zu fließen. Plötzlich war es vorbei mit der israelischen Abhängigkeit vom Gasimport von seinen arabischen Nachbarn.

Im Februar dieses Jahres unterzeichneten die israelischen Firmen Delek und Avner zusammen mit Noble Energy ein Übereinkommen für den Erwerb eines 30%igen Anteils an den Explorationsrechten im Meer an der Südküste Zyperns. Das bedeutet, dass israelische Firmen nicht nur in der Exklusiven Wirtschaftszone Israels auf See eine dominante Position einnehmen, sonder auch in derjenigen vor Zypern. Und nun betreten Putins Russland und die staatliche russische Gazprom als größter Gasproduzent der Welt die Bühne.

Im Februar 2013 unterzeichnete Gazprom einen größeren Handel, der Russland einen wichtigen Anteil in der zukünftigen Distribution der massiven israelischen Gasreserven aus dem Tamar-Feld überlässt. Im Deal enthalten ist auch die Zusage zum Bau eines schwimmenden Flüssiggas-Terminals an der zypriotischen Küste. Das Gazprom-Terminal soll israelisches und zypriotisches Gas, welches dem Noble-Energy-Israel-Konsortium gehört, für die Weiterversendung nach Europa und Asien umwandeln. [4] Delek Energy verhandelt über den Export von Erdgas aus dem Tamar-Feld nach Zypern und nach Südkorea. Die Lieferung nach Asien erfolgen in Form von Flüssig-Erdgas.

Ein neues Saudi-Arabien?

Aber das wirklich Neue in Bezug auf die israelischen Energiereserven ist die Entdeckung eines Mammut-Öl-und-Gasvorkommen auf dem israelischen Festland. Israel verfügt über voraussichtliche Ölschiefer-Lagerstätten  mit Ölreserven von über 250 Milliarden Barrel. Wenn diese ökonomisch förderbar sind, so sind sie so groß, wie die saudischen Ölreserven. Die meisten Öllagerstätten liegen südwestlich von Jerusalem im Shefla-Becken.

Die Ölschiefer-Lagerstätten im Shefla-Becken werden von einer Gruppe Investoren erschlossen, deren Mitglieder – gelinde gesagt –  bemerkenswert sind.

Das größte israelische Erschließungsunternehmen ist die Firma Israeli Energy Initiatives (IEI). IEI gehört einem US-Unternehmen mit dem interessanten Namen Genie Energy Corporation und ist ein Bestandteil der IDT Corporation. Unter den wichtigsten Anteilseignern der Muttergesellschaft der IEI befindet sich Jacob Lord Rothschild, der ehemalige Geschäftspartner des gerade entlassenen Michail Chodorkowski, und Spross der Rothschild-Bankendynastie. Weiterhin mit von der Partie ist der wichtige Israel-Unterstützer Rupert Murdoch von der News International Corp. Und, um dem ganzen die Spitze aufzusetzen, finden wir auch Dick Cheney im Verwaltungsrat von Genie Energy, der Muttergesellschaft von IEI. Er ist der Architekt des Irak-Krieges und ehemalige Chef von Halliburton, der Firma, welche vor etwa einem Jahrzehnt Schieferöl- und Schiefergastechnologien entwickelten.[5]

Die Ausbeutung des Shefla-Beckens ist ein großes Unterfangen. Israel Energy Initiatives hat einige der Spitzenleute der globalen Ölindustrie angeheuert, darunter einen ehemaligen Präsidenten von Mobil Oil, Eugene Renna, einen ehemaligen Präsidenten von Occidental Oil Shale und dazu Halliburtons Dick Cheney. Aber die Schlüsselperson soll Harold Vinegar sein, er war Chefwissenschaftler von Shell Oil und ist mit etwa 240 Patenten und 32-jähriger Firmenzugehörigkeit bei Shell der Mann, der die Schieferöl-Industrie revolutionierte.

Lord Rothschild gab über das Potential der israelischen Schieferlagerstätten, die seine Firma ausbeutet, einen Kommentar ab: Er merkte an, dass die Entwicklung des Schiefers im Schefla-Becken in den nächsten Jahren die „Zukunftsaussichten Israels, des Nahen und Mittleren Ostens und unserer Verbündeten auf der ganzen Welt transformieren könnten.“ [6]

Es scheint eine potentielle geopolitische Änderung der Regeln stattzufinden, in der Israel innerhalb eines Jahrzehnts als direkter Wettbewerber zu Saudi-Arabien und den arabischen Golfstaaten sowie dem Gas-Giganten Katar in Erscheinung tritt. Dies würde Israel auch gegen den Iran antreten lassen.

Kurz vor 2011, als Israel zusammen mit Saudi-Arabien und der Obama-Administration grünes Licht für den Terrorkrieg gegen Syriens Assad gaben, um diesen zu stürzen, hatte Assad ein Abkommen mit dem schiitischen Iran und dem schiitisch dominierten Irak abgeschlossen. Das Abkommen regelte den Bau einer Gaspipeline von den riesigen südlichen Pars-Gasfeldern im persischen Golf über den Irak und Syrien in den Libanon am Mittelmeer, von wo aus das Gas in den schnell wachsenden EU-Gasmärkten fließen sollte.

Saudi-Arabien und Israel, zusammen mit Frankreich, Großbritannien und den USA, koordinierten ihre Bemühungen für die Finanzierung von Al-Kaida und anderen ausländischen Söldnern, um in Syrien und dem Libanon Chaos zu schüren. Dieses Chaos hat bis heute den Bau der Pipeline unterbunden.

Die wahre Agenda hinter dem westlichen Bestreben zum Sturz Assads ist offenkundig stark mit den politischen und geopolitischen Kriegen verknüpft, um die riesigen Energiemärkte zu dominieren. Der entscheidende Faktor in dem ganzen Spiel ist die Frage, welche Rolle Russland bei den israelischen Entwicklungen einnimmt. Eine Beurteilung steht noch offen, aber es ist klar, dass Putin keine Sekunde zögern wird, die zunehmende Kluft zwischen Washington und Tel Aviv auszunutzen, um Russland als bedeutenden Faktor in der entstehenden Energietransformation im Mittelmeer zu positionieren.

Fußnoten:

 [1] Hydrocarbons Technology, Givot Olam discovers larger oil reserves at Meged 5 site, 5 November 2013, accessed in

http://www.hydrocarbons-technology.com/news/news-givot-olam-discovers-larger-oil-reserves-at-meged-5-site.

[2] Cyprus Mail, Noble reports 3bln barrel oil potential between Cyprus and Israel, December 17, 2013, accessed in

http://cyprus-mail.com/2013/12/17/noble-reports-3bln-barrel-oil-potential-between-cyprus-and-israel/.

[3] Peter C. Glover, Israel the coming energy superpower, 5 April, 2013, accessed in http://www.thecommentator.com/article/3168/israel_the_coming_energy_superpower.

[4] Ibid.

[5] Jerry Gordon, Could Israel’s Shale Oil Development be a Game Changer in World GeoPolitics?, 21 June 2011, accessed in http://www.newenglishreview.org/blog_display.cfm/blog_id/35968.

[6] Ibid.

http://www.veteranstoday.com/2013/12/21/281848/