Eingemauert im Ghetto der „Auschwitz-Grenzen“

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Von Evelyn Hecht-Galinski

Wie krank muss eine Gesellschaft sein, die Politiker gewählt hat, die den Rückzug aus dem besetzten Westjordanland und die Anerkennung auf die international anerkannten Grenzen von 1967 mit den „Auschwitz Grenzen“ gleichsetzen? So geschehen am 2. Januar 2014, während einer Tour und Einweihung neuer Wohneinheiten der Siedlung Gitit im Jordan Tal. Dort sagte der stellvertretende israelische Außenminister Zeev Elkin, dass die Grenzen von 1967, die „Auschwitz Grenzen“ sind. Auf dieser Veranstaltung während der Jordantal Tour, an der verschiedene Minister und Parlamentarier teilnahmen, auch der Innenminister Gideon Sa`ar, betonte Elkin, das Jordantal müsse für immer unter israelischer Oberhoheit stehen.

„Hier und jetzt sagen wir als Likud, in einer Siedlung, die Likud baute, laut und deutlich, sie werden für alle Ewigkeit hier bleiben und immer unter israelischer Herrschaft.“ Elkin fügte hinzu, für alle die immer neue Vorschläge machen, um Israelis zum Rückzug auf die Grenzen von 1967 zu zwingen, gebe es nur eine Antwort, nämlich dieselbe vom damaligen Außenminister Abba Eban, die Grenzen von 1967 wären „die Auschwitz-Grenzen (Borders)“! Elkin fügte hinzu, die einzige Likud-Antwort zu diesen Vorschlägen sei, „Nein! Die Sicherheit für Israels Bürger ist Israels vitales Interesse und jeder, der das Jordan Tal aufgibt, verwandelt Kfar Sava in Sderot.“

All das geschah nur Stunden vor der erneuten Landung von US-Außenminister Kerry in Israel, um sich mit dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu zu treffen, um ein „Rahmenabkommen“ zwischen Israel und den Palästinensern zu erreichen. Wie lange will man uns diese Farce des „Friedenstheaters“ eigentlich noch in den Medien verkaufen? Eine regierende Likud-Regierung, ein rassistisch/faschistisches Kolonial- und Besatzerregime, das gerade noch am 30. Dezember pünktlich vor dem Wechsel von 2013 zu 2014 einen Gesetzentwurf beschloss, der die Annektion des Jordantals vorsieht, um die militärische Oberherrschaft für die „Sicherheit des jüdischen Staates“ zu gewährleisten.
Immer wieder suggeriert man uns, dass die sogenannten Friedensverhandlungen, die diesen Namen ja überhaupt nicht verdienen, von zwei gleichen Partnern geführt werden. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Hier verhandelt „Goliath“, der Besatzer, mit „David“, dem Besetzten. Wie kann man diese Verhandlungen eigentlich noch rechtfertigend kommentieren? Weder die USA noch die EU und besonders Deutschland erweisen sich als ehrliche Makler. Ganz offensichtlich wird immer wieder die „christlich/jüdische“ Wertegemeinschaft bevorzugt und unterstützt. Wie kann man sonst verstehen, dass diese neue Vorbedingung des israelischen Regimes auf Anerkennung als „jüdischer Staat“ so Bedingung in den Rahmenvertrag von den USA übernommen wurde? Auch der Koalitionsvertrag der neuen GRO/KO(TZE) in Deutschland hatte diese Formel sofort übernommen. Wie ist es möglich, dass auch die angepassten Duckmäuser sich so eingefügt haben in das neue Koalitionsdenken? Sie posaunen ihre Gedanken über die Springer Presse hinaus, sie verraten ihre Wähler und treten die soziale Gerechtigkeit mit Füßen, sie unterstützen die Kriegseinsätze Deutschlands und sie sorgen sich um die „Deutsch-Amerikanische Freundschaft“ in Abhörzeiten. So gesehen darf sich das israelische Regime entspannt zurücklehnen und Israels Außenminister Lieberman sich schon auf den Besuch seines deutschen Kollegen Steinmeier freuen….

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