Bundeswehr bereitet sich auf Terroranschläge vor

Nur zwei Tage nach dem Attentat in Halle haben Polizei und Bundeswehr in Baden-Württemberg eine Anti-Terror-Übung durchgeführt. Das Szenario stellte einen islamistischen Anschlag mit vielen Toten in einer Fußgängerzone dar. Es war eine Übung, die es in Baden-Württemberg so groß noch nie gab.

Ein Terroranschlag von mehreren Tätern mit einer Autobombe wurde in der Konstanzer Fußgängerzone simuliert. „Reale Anschläge“ dienten dabei als Vorbild. Details über das Szenario wurden durch das Innenministerium nicht mitgeteilt, da die Einsatzkräfte vorher nicht zu viel erfahren sollten.

Dabei kamen gepanzerte Transportfahrzeuge der Bundeswehr wie der „GTK Boxer“ zum Einsatz. Das Fahrzeug kann als gepanzerter Rettungswagen oder als Transporter, etwa zur Evakuierung von Menschen aus einer Gefahrenzone, benutzt werden.

Mehrere dieser 1,7 Tonnen schweren Fahrzeuge des Heeres waren an der öffentlich kaum bekannt gewordenen Übung „BWTEX“ (Baden-Württembergische Terrorismusabwehr Exercise) auf dem Übungsplatz der Kaserne in Stetten am Kalten Markt beteiligt. Die meisten Landespolizeien haben derart schwere Gerät nicht im Fuhrpark. Bis zu den Terroranschlägen im Paris im November 2015 war eine solche Ausrüstung nicht erforderlich. Seit Terroristen Kriegswaffen einsetzen, hat sich die Lage für die Polizei jedoch geändert.

Im Rahmen der Übung bekämpfte die Polizei die „Attentäter“. In mehreren Kliniken in Baden-Württemberg wurden die „Terroropfer“ versorgt. Die Polizei ist dem Szenario zufolge so überlastet, dass sie die Hilfe der Bundeswehr anfordern muss. Die Soldaten transportieren in dem Szenario Verletzte mit gepanzerten Fahrzeugen aus der Gefahrenzone.

Bei der Großübung waren 750 Polizisten, 270 Soldalten, 250 Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes und 500 Mitarbeiter zur Organisation von „BWTEX“ beteiligt. Der Kommandeur des baden-württembergischen Landeskommandos sagte, „man müsse in der Lage sein, in kürzester Zeit Kräfte und Mittel zum Schutz und zur Rettung von Menschen zur Verfügung stellen“. Die Bundeswehrskandale lassen dies nicht zu. Lesen Sie hier mehr dazu.