in Musik & Film

Zero Points: Wir krie­gen die Krise

Ja, das ist schon ein Alp­traum, den wir hier im Lan­de der Dich­ter und Den­ker – und nicht zu ver­ges­sen der Mu­si­ker und Kom­po­ni­sten – der­zeit durch­le­ben müs­sen. Kaum sind wir al­le in bewährter deut­scher Ei­nig­keit, Dis­zi­plin und Gründ­lich­keit welt­of­fen, to­le­rant und mul­ti- kul­ti ge­wor­den, schlid­dern wir erst in die Fi­nanz- und Grie­chen­land- Kri­se, mar­schie­ren als­dann im post­kai­ser­lich- prä­si­dia­len Stech- und me­dia­len Gleich­schritt in un­ver­brüch­li­cher Ni­be­lun­gen­treue zu un­se­ren ame­ri­ka­ni­schen Füh­rern und Freun­den mit­ten in die Ukrai­ne- Kri­se hinein und wer­den kurz da­rauf na­tür­lich gänz­lich un­ver­schul­det von der Flücht­lings­kri­se heim­ge­sucht.

Und jetzt sind wir auch noch in die ESC- Falle getappt.

Si­cher, un­se­re Ann So­phie ist kein an­dro­gy­ner Strich in der Land­schaft wie die sieg­rei­che di­gi­ta­le Schwe­den- Boy­group, son­dern ei­ne rich­ti­ge aus­ge­wach­se­ne Frau mit Stim­me und weib­li­chen Run­dun­gen. Sie kann nicht ein­mal mit 100- pro­zen­ti­ger Si­cher­heit aus­schlie­ßen, ei­nes Tages ei­nen – ähem… – Mann zu hei­ra­ten und trägt auch schon mal Rock und je­den­falls nicht Pelz, we­der im Ge­sicht noch sons­two im von der NSA- ge­scann­ten Hoch­si­cher­heits­be­reich – aber recht­fer­tigt all das gleich die Höchst­stra­fe – Zero Points for Ger­ma­ny?

Russisches Friedenslied erobert deutsche Herzen

So­gar un­se­re Freun­de von der schrei­ben­den Zunft traf es dies­mal hart und un­ver­mit­telt. We­ni­ger der auf­grund oben be­schrie­be­ner Ma­kel im­mer­hin nach­voll­zieh­ba­re Miss­er­folg der deut­schen Ver­tre­te­rin als viel­mehr der 2. Platz der schö­nen Rus­sin Po­li­na Ga­ga­ri­na er­wisch­te die (f)lin­ken Fe­dern auf dem fal­schen Fuß.

Die ‚Welt‘ hat­te oh­ne­hin we­nig Freu­de am ESC, we­der das deut­sche De­ba­kel noch die drei dritt­klas­si­gen und ver­mut­lich nicht ganz zu­fäl­lig auch noch dritt­pla­zier­ten ‚ita­lie­ni­schen Schmalz­lap­pen‘ sag­ten ihr zu und schon gar nicht das ‚Schmu­se-Pro­pa­gan­da-Lied „A Mil­lion Voi­ces“‚ der Rus­sin, wel­ches um so Un­ap­pe­tit­li­ches wie ‚Frie­den und Hei­lung barmt‘. Prompt wur­de das ‚fie­se Stück‘ auch noch vom ah­nungs­lo­sen und gut­gläu­bi­gen deut­schen Schlaf­schaf- Pub­li­kum zur Nr. 1 ge­kürt.

Wo­bei das im­mer­hin we­nig­stens mal die ge­wal­ti­ge Auf­ga­be und den Be­griff der Leid­me­dien um­reißt: Denn es ist nichts an­de­res als das tief­emp­fun­de­ne Lei­den an der deut­schen See­le, Wirk- und Be­find­lich­keit, wel­ches Lü­gen­pres­se wie öf­fent­lich- recht­li­che Um­er­zie­hungs­an­stal­ten ge­ra­de­zu nö­tigt, dem zu­wei­len stör­ri­schen, un­be­re­chen­ba­ren Ge­büh­ren­zah­ler und Pa­tien­ten die Wahr­heit ge­le­gent­lich um- und mund­ge­recht zu­recht­zu­dichten und auch schon mal vor- und schön­zu­schrei­ben.

Apro­pos ARD & ZDF: ARD- ESC- Kom­men­ta­tor Pe­ter Ur­ban grü­belt wo­mög­lich noch im­mer über die tief­schür­fen­de Fra­ge, ob denn der Frie­dens­ap­pell der rus­si­schen Kos­mo­nau­tin eher an Got­tes oder an Pu­tins Oh­ren ge­rich­tet ge­we­sen sei. Kann ja sein, dass der öf­fent­lich- recht­li­che Hei­li­ge Geist kurz vor Pfing­sten mal an­der­wei­tig zu tun hat­te und den gu­ten Ur­ban für ei­nen Mo­ment sich selbst über­las­sen muss­te …

An­de­ren Re­gi­men­tern der Qua­li­täts­me­dien ver­schlug es gleich ganz die Spra­che oder sie ver­fie­len in Schock­star­re wie der Spie­gel, das ein­sti­ge, spä­te­stens in den seich­ten Un­tie­fen des Blo­me- Bar­riers ha­va­rier­te, in­zwi­schen nur mehr im Trü­ben fi­schen­de Flagg­schiff des in­ve­sti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus ‚Made in Ger­ma­nia‘, der sich in höch­ster Not am Stroh­halm des o.e. Ur­ban- Zi­tats fest­klam­merte, weil ge­treu des Haus- Nar­ra­tivs: Spie­gel­le­ser wis­sen mehr – Der Spie­gel weiß es bes­ser‘ im Fal­le der Ah­nungs- und Ein­falls­lo­sig­keit ein­fach mal die Klap­pe hal­ten des Spie­gels Sa­che be­kannt­lich nicht ist.

Der FAZ kam im­mer­hin noch die ret­ten­de Idee, tat­säch­li­che oder auch her­bei­phan­ta­sier­te – wer weiß das heut­zu­ta­ge schon so ganz ge­nau – Buh­ru­fe und Pro­te­ste des Wie­ner Pub­li­kums ge­gen den rus­si­schen Bei­trag in den Vor­der­grund der Be­richt­er­stat­tung zu rü­cken.

Je be­lieb­ter die Kanz­le­rin, de­sto häs­sli­cher wir

Doch zu­rück zum Deut­schen De­ba­kel. Null. Zero. No­thing. An Ann Sophie lag es nicht, das ist klar, und un­se­re Me­dien wis­sen das so­wie­so. Aber wo­ran lag es dann? Wo­mit ha­ben wir das bloß ver­dient? Tut un­ser Bun­des­schätz­chen, die Kanz­le­rin, da­heim Deutsch­lands Be­ste und drau­ßen in der wei­ten Welt die größ­te Füh­re­rin al­ler Zei­ten, nicht al­les, da­mit wir end­lich wie­der auf dem gan­zen Or­bit lieb Kind sein dür­fen, reist gü­tig lä­chelnd und groß­mü­tig mit dem Scheck­buch des deut­schen Steu­er­zah­lers win­kend über den hal­ben Erd­ball und tut und gibt über­all Gu­tes und oft ge­nug so­gar un­ser Be­stes, näm­lich deut­sche Waf­fen und deut­sches Geld?

Und tun wir da­heim ge­blie­be­nen nicht al­les, da­mit un­sere Gä­ste sich bei uns wohl­füh­len? Hei­ßen sie will­kom­men mit vie­len Eu­ros und noch mehr gu­ten Wor­ten und der in­zwi­schen welt­be­rühmten ‚Ger­man Will­kom­mens­kul­tur‘, die, ge­bo­ren aus der eben­so selbst­lo­sen wie un­be­ding­ten Lie­be zu al­lem, was nicht deutsch und also auch nicht spie­ßig ist, ein Be­kennt­nis zu Recht und Ge­setz oder gar zu eu­ro­päi­schen Wer­ten für un­an­ge­bracht hält und so et­was lä­sti­ges wie ei­ge­ne Be­mü­hun­gen und An­stren­gun­gen um In­teg­ra­tion als Zu­mu­tung emp­fin­det? Über­las­sen wir nicht Hei­mat­län­der, Na­tur- und Bo­den­schät­ze un­se­rer Gä­ste der en­ga­gier­ten Für­sor­ge west­li­cher Kon­zer­ne und Ar­meen und zer­schie­ßen ih­nen für al­le Fäl­le und auf die­se oder je­ne Wei­se die rea­len und vir­tu­el­len Boo­te, da­mit sie gar nicht erst auf dum­me Ge­dan­ken kom­men oder et­wa der Idee ver­fal­len, über die Zu­stän­de oder gar ei­ne Rück­kehr in ih­re Hei­mat nach­zu­den­ken?

Und doch, es nützt al­les nichts. Egal, was wir re­den, ganz gleich was wir an­stel­len und wie im­mer wir uns auch dre­hen oder wen­den. Wann imm­er un­se­re Füh­rer der Mei­nung wa­ren, am deut­schen We­sen sol­le die Welt ge­ne­sen, ist das schief ge­gan­gen und am En­de des Ta­ges war­en wir die häß­li­chen Deut­schen. Und ne­ben­bei be­merkt auch die Dum­men. Viel­leicht soll­ten wir uns ja doch – je­den­falls so­lan­ge wir so ah­nungs­los und blau­äu­gig sind, wie es der­zeit den An­schein hat – ein­fach mal ein biss­chen zu­rück- und die vor­lau­te Klap­pe hal­ten, wenn die Göt­ter die­ser Welt die Arsch­kar­ten ver­tei­len. Ein biss­chen be­schei­de­ner um­her­gur­ken und -gau­ckeln, et­was we­nig­er her­um­ei­ern und -stein­mei­ern und nicht ganz so groß­spu­rig her­ummä­keln und- mer­keln.

Denn ein letz­ter Platz beim ESC ist kei­ne wirk­li­che Ka­ta­stro­phe. Der er­ste dum­me Au­gust des Im­pe­riums zu sein hin­ge­gen schon.

Links:
Null Chance… (Welt)
Der Abend an dem Europa starb (Welt)
Jenseits von Schweden (Spon)
Gut gebrüllt, Schwede (FAZ)
RT Deutsch zum ESC-Bericht der Welt

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Kommentar

12 Kommentare

  1. Zunächst mal ist es eher ein Kompliment bei der stockschwulen Freakshow Null Punkte zu bekommen und so schön wie unsere Kandidatin ist die gefärbte Russin mit der dürren Figur eh nicht.

    Der primäre Zweck der Show war es Schwulenpropaganda zu betreiben – symptomatisch für das dekadente Establishment, welches uns so angestrengt einzureden versucht, Abartigkeit sei mit Natürlichkeit gleichwertig.

    Antideutschismus könnte bei der Abstimmung natürlich eine Rolle gespielt haben. Die Gründe desselben sind vielfältig – einerseits spielt Merkel die Wallstreetmarionette gegenüber Griechenland – andererseits sind die südlichen Länder zu dämlich, um ihren Laden auf Vordermann zu bringen und wollen ständig Geld von Deutschland. Naja…

    • Ach ja, der Umstand, dass der Autor die gefärbte Russin glorifiziert läßt in Kombination mit den Vorwürfen gegenüber Deutschland ahnen, dass er im russophilem linken Lager zu verordnen ist.

      Hauptsache, dem Russen hinten rein…

      • DER RUSSISCHE BEITRAG WAR WIRKLICH SEHR SCHÖN ! DER DEUTSCHE WAR AUCH NICHT SCHLECHT! WAS SCHLECHT WAR;DAS ES UM DIE LIEDER NICHT GING! ES WAR POLITISCHE WETTBEWERB! PEINLICH; PEINLICH!!!!!!!

    • Ich war länger nicht mehr auf Neopresse gewesen, aber mir ist sofort wieder aufgefallen, dass Richard immer noch so eine gequirlte Scheisse wie früher palavert.

  2. Klar waren die Null Punkte eine politische Aussage. „Unser“ Girl war auch nicht schlechter als die anderen. Ändern tut sich deshalb nichts. Wir sitzen das aus und bleiben stramm auf Kurs Richtung „Wo bitte gehts nach Nirgendwo?“.

  3. Richard,
    warum können Sie sich nicht eingestehen, dass Sie schwul sind? Was ist daran so schwierig?
    Ich habe wirklich Mitleid mit Ihnen.

    • Er hatte erst kürzlich sein „Coming out“ und ist daher noch reichlich schüchtern.
      Richard = Ricarda Gänseblümchen :-)

  4. Zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder 0 Punkte: So ist das halt, wenn man die meistgehasste Frau Europas wiederwählt. Und wenn man erneut Ralph Siegel alles machen lässt.

  5. Autsch – wie peinlich!
    Danke für den Hinweis, Maja!
    Offenbar habe ich da Vor- und Nachnamen in unzulässiger Weite miteinander kombiniert. Wieder einmal ein Beweis dafür, wie die Anmut und Schönheit einer Frau einen Mann blind machen kann… ;)
    Ich werde mal versuchen, zu veranlassen, dass das korrigiert wird.