Kommentar: Robin Williams und das Thema Depression

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Der Tod von Robin Williams schockiert weltweit Millionen von Menschen. Allem Anschein nach handelt es sich um einen Suizid. Williams hatte Alkohol- sowie Drogenprobleme und litt unter Depression, einer Krankheit, von der viele immer noch nicht den Hauch einer Ahnung haben.

Robin Williams war nicht mein Lieblingsschauspieler, aber dennoch ein ganz Großer, den ich in vielen Rollen sehr geschätzt habe. Vor allem aber war er immer da. Für jemanden, der wie ich 1976 geboren wurde, nun auch schon einige Jahrzehnte. Ich erinnere mich an „Mork vom Ork“, an „Good Morning, Vietnam“ und ganz besonders seine beiden wirklich großen Filme, „Der Club der toten Dichter“ und „Good Will Hunting“. Die Rolle des Psychotherapeuten Sean Maguire brachte ihm in diesem Werk von Gus van Sant den Oscar für die beste Nebenrolle ein.

Williams wird fehlen, aber vielleicht wird sein Tod wenigstens dafür sorgen, dass einige Menschen mehr verstehen, dass Depression eine tödliche Krankheit sein kann. Einer der ersten Kommentare auf Twitter ärgerte mich letzte Nacht, als über den Tod von Williams berichtet wurde, wirklich sehr.

„Er hatte doch alles: Familie, Geld, Anerkennung usw. Ich kann es nicht verstehen.“

Man kann auf Ahnungslosigkeit und Ignoranz nicht immer reagieren und ich tat es auch nicht, aber einen Moment überlegte ich zu fragen, ob man so eine Aussage auch getroffen hätte, wäre Williams an einem Herzinfarkt gestorben. Sie wäre nämlich genauso unsinnig gewesen.

Ein Kampf verloren?

Auch nervt die Floskel, jemand habe einen Kampf gegen eine Krankheit verloren. Das impliziert immer auch ein bisschen, dass der oder die Tote nicht stark genug war, nicht genug gekämpft habe und macht diese Person am Ende sogar noch zum Verlierer. Unnötig und ärgerlich. Es ist gleichzeitig auch nicht jeder Mensch ein Held, der beispielsweise Krebs überlebt. Eine frühzeitige Diagnose, gute Behandlungen und Glück sind wohl eher die wirklichen Gründe für eine Genesung.

Geschätzte vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Depression, einer Volkskrankheit. Vier Millionen, die oft noch immer falsch eingeschätzt und stigmatisiert werden. Depression ist keine Wahl, keine Schwäche, kein Zustand, den man mit eisernem Willen mal eben überwinden kann. Nein, ein „reiß dich doch mal zusammen“ ist völlig unangebracht. Dagegen wäre es angebracht, mehr über die Krankheit zu lernen. Die meisten haben in Familie, Freundes- und Bekanntenkreis, in der Schule, auf der Uni oder der Arbeit jemanden, der unter Depression leidet. Ignoranz brauchen diese Menschen nicht.

4 Kommentare zu "Kommentar: Robin Williams und das Thema Depression"

  1. Was hat Björn B. denn nun neben der Promi-berichterstattung über Williams Tod über die schlimme Krankheit Depression berichtet?

  2. In seinem Fall ist vermutlich der Begriff „Depression“ schon fast eine Verniedlichung. Er litt unter Dämonen bzw. Inneren Bildern, Ängsten bzw. Selbstwertproblemen, die er auch mit Alkohol oder Kokain nicht ruhig stellen konnte. Es waren eben gerade nicht einzelne depressive Episoden, wie es sonst in der Psychiatrie häufig suggeriert wird. Die wären gut mit Antidepressiva oder Psychotherapie behandelbar. Er hat einen viel schwierigeren Kampf verloren.

  3. Wallstreethurenfänger | 15. August 2014 um 13:02 | Antworten

    Der Clown zerbrach an der Gesellschaft die Menschen nach ihrem Kontostand bewertet. Der Clown schaute hinter die Fassade einer oberflächlichen Gesellschaft die weitestgehend mit Lug und Trug Menschen zu egoistischen unsolidarischen Zombies verwandelt. Der Clown erkannte hinter der Fassade von Glanz und Gloria ein System aus Verbrechen, Lügen und Scheindemokratie die das eigene Land und andere Länder dem Abgrund zuführt. Der Clown glaubte dieser Welt entfliehen zu können mit Drogen und der Scheinwelt Hollywoods und war doch gefangen in dieser Welt der Dekadenz , Ignoranz und organisiertem Verbrechen. Der Clown war intelligent genug diese Welt zu verstehen, doch seine Mitmenschen wollten nur amüsiert werden. Deshalb starb er einsam .

  4. Obrigkeitsgegner | 14. Dezember 2014 um 20:43 | Antworten

    Unser Obrigkeitsstaat verursacht Depressionen!
    Gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen (nebst Justizministerien, Petitionsausschüssen etc.) fehlt wegen gewollter Verdrehungsabsicht der Tatsachen und der Rechtslage zumeist eine plausible Begründung, oft sogar die Sachbezogenheit. Hauptverantwortlich für das perfide Rechtschaos mit Methode sind die Parlamentsabgeordneten, das Bundesverfassungsgericht und auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Einzelfallgerechtigkeit gibt es selbst in schwersten Fällen für die meisten Betroffenen nicht. Das bedeutet, sie sind hilflos der Willkür des Staates und den schweren Folgen dieser Willkür ausgeliefert. (von http://unschuldige.homepage.t-online.de/)

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