Kommentar: Eurovision Song Contest im Wandel?

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Der ehemalige Grand Prix Eurovision de la Chanson hat am vergangenen Wochenende erneut gezeigt, dass der hiesige Musikwettkampf längst kein reines musikalisches Kräftemessen ist sondern immer mehr zur politischen und gesellschaftlichen Waffe sich entwickelt. In den letzten Jahren wurden immer wieder Kritiken erhoben, dass der Contest sein eigentliches Images als Musikwettkampf mehr und mehr verliert. Nach der vergangenen Ausgabe aus Dänemark wurde dieser Imageverlust deutlicher denn je.

Klares Zeichen gegen Russland

Als Zuschauer brauchte man am Samstag nicht lange warten, auf die erste Botschaft der anwesenden Personen im Zuschauerraum der B&W Hallerne in Kopenhagen gegen die teilnehmenden Russen. Waren die „Buh-Rufe“ des Publikums beim Auftritt der russischen Delegation noch verhältnismäßig gering, gaben diese ihre Meinung zu Russland bei der Punktevergabe ordentlich kund, als man nach Moskau schaltete um von dort aus die russische Auswertung mitgeteilt zubekommen. Sowohl die Rundfunkvertreterin aus Moskau, als auch der russische Musikbeitrag verloren kein Wort zur Ukraine-Krise oder gar auf die „Buh-Rufe“.

Diese „Buh-Rufe“ waren jedoch nichts Neues in der Welt des ESC. Seit dem Fall der Sowjetunion und der Teilnahme der ehemaligen Sowjet-Ländern werden die Punkte aus Sicht vieler Zuschauer zwischen dieser ehemaligen Union hin und her geschoben. Besonders deutlich wird dies zwischen Weißrussland und Russland.

Toleranz der Gewinner des Abends?

Liest man sich so einige Kommentare durch, könnte man denken, in Europa ist am Samstagabend ein gesellschaftlicher Umbruch vonstatten gegangen. Nein, dass ist noch zu lapidar ausgedrückt. Man könnte meinen, die Apokalypse hat begonnen, das erste Siegel ist geöffnet und es ist eine Wurst. Meine persönliche Reaktion auf jeglichen Kommentar der sich wie eine Apokalypse anhört ist lediglich Kopfschütteln.

Ganz in Vergessenheit gerückt wird, dass der Song „Rise Like a Phoenix“ der nun bekannten Conchita Wurst, eine Notation hat, die einem James Bond Film ähnelt. Ich denke mal, dass 2014 kein einziges europäisches Land nicht mindestens einen James Bond Film in ihren Kinos hatte, in vielen Ländern ist James Bond fast schon Kulturgut. Das alleine hat Conchita Wurst den Abend natürlich nicht gewinnen lassen. Auch Toleranz war ein Thema. Es ist definitiv ein Streitpunkt, ob das „Buh-Rufen“ gegen die russische Delegation tolerant war, vor allem jedoch aus der Sicht, dass eben Russland ganze fünf Punkte an Österreich vergab.

Fazit ist, der Eurovision Song Contest befindet sich in einem unabwendbaren Wandel, unabhängig davon wie laut die Kritiker werden. Dieser Wandel muss auch nicht negativ sein. Denn der Eurovision Song Contest wäre nie entstanden, wenn man ihm stetigen Wandel nicht zugelassen hätte. Als einstiges Vorzeigewettbewerb des Westen entstanden, zog der Contest auch nach dem Fall des eisernen Vorhangs die Zuschauer in seinem Bann. Wir sind heute in der schwersten Krise seit dem Kalten Krieg, dass kann man nicht abstreiten. Wer nun daran Schuld ist, darüber möchte ich nicht sprechen. Aber dieser Contest bietet, sowohl für „den Westen“ als auch für „den Osten“ eine Plattform, seine Einstellungen und Werte dem Anderen zu demonstrieren. Österreich hat dies getan und überzeugt. Aber auch die Russen und die Ukrainer haben sowohl die östlichen Länder als auch die westlichen Länder überzeugt. Die Kritiker waren immer Teil des Wettbewerbs und bleiben dies auch. Alle Umstände zusammen gewürfelt in diesem Jahr ergeben (leider) ein so großes Medienecho auf den Sieg von Conchita Wurst als auch auf die Reaktionen gegen Russland.

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