in Musik & Film

Die neue, fast ausschließlich mit schwarzen Schauspielerinnen, besetzte Comic-Verfilmung Black Panther steht an der Spitze der Einspielergebnisse und deutsche Medien berichten schon von einem möglichen Oscar-Kandidaten. Gemeinsam mit dem Auftritt von Beyonce im Black Panther Outfit bei der Superbowl 2016, der „Black Life Matters“-Bewegungen und anhaltender Besorgnis um mögliche oder übertriebene Polizeigewalt zeichnen sich mehr und mehr Spaltungslinien eines kommenden ethnischen Konflikts ab.

Black Panther porträtiert den Königssohn T’Challa, der im technologisch hochentwickelten afrikanischen Staat Wakanda, der vorgibt, ein armes Dritte-Welt-Land zu sein und sich dazu unter einer riesigen Tarnvorrichtung für die restliche Welt unsichtbar macht, die Macht übernehmen will. Gut, dass Hollywood dem schwarzen aber auch weißen Zuseher ein realistischer Bild der Realität liefert. Die Szenen aus Star-Wars, in denen eine professionelle Schrottsammlerin durch die verborgenen Zauberkräfte ihren Vagina, einen jahrelang trainierten und ausgebildeten imperialen Piloten ohne Probleme ausmanövriert und dann besser als Han Solos sein eigenes Schiff kennt, scheinen damit eingeholt.

Tatsächlich unterscheiden sich die sozioökonomischen Verhältnisse innerhalb der USA erheblich. So erzählte mir eine amerikanische Kollegin, dass sie in Boston ihre Geliebte geheiratet hat, sich künstlich befruchten lies, das Kind jetzt die Kindertagesstätte besucht und sie kein Auto mehr besäße sondern Mitglied in einem Car-Sharing-Verbund wäre. Auf meine Frage, ob denn das Kind im Kindergarten nicht gemobbt würde, meinte sie nur, dass dies in der Kindertagesstätte völlig normal sein. Andere Kollegen meinten New England sei speziell und mit Bundesstaaten in denen Einkaufszentren darauf konzipiert wären mit dem Auto von einem Shop zum nächsten zu fahren, nicht zu vergleichen.

Die Rolle neuer Religionsgemeinschaften

Kurz gesagt beginnen sich innerhalb der USA 5 große Spaltbereiche mit einer dort jeweils vorherrschenden Weltanschauung abzuzeichnen. An der US-Ostküste, dem sogenannten „New England“ stehen die extrem liberal Staaten mit starker Orientierung nach Europa, die agnostisch bis atheistisch geprägt sind. Dem fundamental entgegengesetzt ist der sogenannte „Bibel Belt“ im Südosten bis Mittelwesten, indem nach der Präsidentschaftskandidatur Mitt Romneys und mit dem, unter Konservativen beliebten Fernsehmoderator, Glenn Beck, die Glaubensrichtung der Mormonen mehr und mehr Einfluss gewinnt.

Ganz im Westen sehen wir Kalifornien, mit einer starken Präsenz der Church of Scientology, die besonders in Kreisen um Hollywood mit bekannten Aushängeschildern, wie Tom Cruise oder John Travolta vertreten ist. Texas, der sogenannte „Lone State“, insbesondere Heimat des bekannten Medienmachers Alex Jones scheint einen weiteren Sonderweg zu gehen.

Die fünfte große Gruppen bilden die südlichen US-Bundesstaaten mit großen schwarzen Bevölkerungsanteil, etwas abwertend auch Dixie-Land genannt, die besonders unter ethnischen Spannungen leiden und in denen die Zentralregierung mit den mangelnden Krisenmanagement im Nachklang von Hurrican Kathrina viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.

Es überrascht daher wenig, dass ein russischer Beamter schon 2009 auf die Möglichkeit eines Zerfalls der Vereinigten Staaten in 6 Rumpfstaaten hinwies.

Die Rolle der Nation of Islam

Die in den 1930er Jahren von Elijah Mohammed gegründete Black-Supremacy-Bewegung, nicht zuletzt bekannt durch Malcolm X, proklamiert dabei den Islam als die „originäre Religion des schwarzen Mannes“ und tritt seit mehreren Jahren für eine Separation der schwarzen Bevölkerung in einem abgetrennten Staatswesen auf amerikanischen Boden ein. Insbesondere in letzter Zeit zeigt sich dabei eine immer stärkere Annäherungen an die Church of Scientology. So empfahl Loius Farakhan, Leiter der  Organisation, die Lektüre des Hubbard Buchs Dianetik und in Kooperation wurde mit der Ausbildung von Auditoren begonnen. Eine Ausbildung als Auditor, stellt mittlerweile eine Voraussetzung für den Aufstieg innerhalb der Nation of Islam dar.

In der sonstigen Lehre der Organisation, wird dabei Entstehung der weißen Rasse als Ergebnis von jahrhundertelangen Experimenten eines „bösen“ schwarzen Wissenschaftlers mit dem Namen Yacub erklärt, der sie aus dem eigentlichen schwarzen Urvolk gezüchtet haben soll.

Entsprechend ist aus Sicht der Organisation der Blickwinkel auf ihre weißen, amerikanischen Mitbürger nicht unbedingt vorteilhaft. Daneben scheint mehr und mehr die marxistische Black-Panther Party (ursprünglich Black Panther Party for Self-Defense) als weiterer Bezugspunkt vermeintlich schwarzer US-Identität hinzuzukommen.

Black Lives Matter und die Kontroverse um Polizeigewalt

Nach einer Umfrage von NBC News / SurveyMonkey, sahen 52 Prozent der Befragten in den USA, Rassismus gegen Afroamerikaner als ein „extrem“ oder „sehr“ ernstes Problem, während weitere 25 Prozent das Problem als „moderat“ bezeichneten.

Unter den 1.150 Menschen, die 2015, in den USA durch Einwirkung von Polizeigewalt ums Leben gekommen sein sollen, befanden sich mindestens 321 Afroamerikaner. Vertreter von Bürgerrechtsgruppen sehen das aufgrund des geringen schwarzen Bevölkerungsanteils von 12,3 % als unverhältnismäßig, während Gruppen auf der anderen Seiten des politischen Spektrums häufig auf die deutlich höheren Kriminalitätsquoten innerhalb der Bevölkerungsgruppe verweisen.

Mit Aufkommen der Alt-Right-Bewegung ergeben sich damit bereits physische Zusammenstößen der jeweiligen Gruppen, so bspw. in Bekeley oder in Charlottesvill.

Zusammengefasst

Großer Vorteil, der historisch gewachsenen europäischen Staaten, war immer die relative ethnische und kulturelle Homogenität, einen Faktor der in den USA häufig durch Materialismus, Patriotismus oder den berühmten „amerikanischen Traum“ ersetzt wurde. Mit Ausbleiben des entsprechenden wirtschaftlichen Wachstums, treten diese Gegensätze nun wieder hervor und waren mit Blick auf die 60er und 70er Jahre eigentlich nie ganz verschwunden, sodass die Zukunft düster anmutet.

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11 Kommentare

  1. Der Beitrag überschätzt stark – wohl im Interesse der Aktualisierung – die Rolle der Nation of Islam, der Scientolgy „Church“ und der Mormonen. Für die Zukunft drohen aber durch den wahrlich obsoleten Rassenhass in den USA heftige Ausbrüche, wenn auch alle Grundlagen für einen Zerfall des Landes fehlen. Das Land ist aber extrem leidensfähig, wie es sich seit seiner Gründung immer gezeigt hat. Kommt es den Mächtigen im Lande mit dem Aufbegehren der Schwarzen und anderen Armen „zu dicke, werden sie die Homeland -Gesetze (Danke für 9/11 !) immer mehr im Inland anwenden und von der Vernachlässigung der störenden Massen zu ihrer Knechtung übergehen.

    • Wieso sind die USA extrem leidensfähig? Es hat mit Ausnahme des Unabhängigkeits- und Bürgerkrieges noch nie einen Krieg zwischen Nationen auf US-Territorium gegeben, etwa im Umfang der Weltkriege in Europa. So wenig wünschenswert dies auch ist, wäre es eine Bewährungsprobe nach der sich eine Aussage zur Leidensfähigkeit machen ließe. Der Pioniergeist des Wilden Westens ist eher ein Filmkonstrukt und dürfte in der degenerierten Mehrheitsgesellschaft der Gegenwart kaum eine Entsprechung finden.

      • Warum sollte ein Krieg im Umfang eines Weltkieges auf amerikanischem Territorium wenig wünschenswert sein? Genau das braucht dieses Volk von Verbrechern. So lange es dieses Drecksvolk gibt wird es keinen Frieden auf der Welt geben. Neben dem Islam ist Amerika die größte Bedrohung der Menschheit.

        • Es gibt keine schlechten Völker, nur schlechte Menschen.

          Die Amerikaner gibt es so nicht. Die meisten Menschen dort sind gastfreundlich und hilfsbereit. Dass diese Nation von transnationalen Konzernkonglomeraten als Kampfhund missbraucht wird, um den Rest der Welt zu knebeln, darf nicht dem Einzelindividuum dort zur Last gelegt werden. Auch wenn ich Ihre Resentiments in diesem Fall nachvollziehen kann, ist eine solche Haltung aus meiner Sicht ungerechtfertigt.

          • Und schaffen so ganz nebenbei auch Arbeitsplätze in unserer „schönen Bananenrepublik“.
            Und das die Amis kein Krieg auf eigenen Boden haben liegt nur daran, dass die US-Elite diese in andere Länder tragen. Diese Kriege sind dann schon mal nicht in den USA.
            Das die Amis bzw. deren „Pioniere“ neben Landraub auch mal eben ein Volk quasi auslöschten, muss man nicht extra erwähnen. Soviel zum Krieg auf „eigenem“ Boden.

        • Ein Drecksvolk gibts nicht. Der gemeine Ami, der blöd gemacht oder hell ist, will auch nur in Frieden sein Steak grillen bzw. leben. So wie die aller meisten auf der Kugel.
          Die dreckigen sind die, die an Kriegen verdienen, die andere Völker (immer weit weg von der eigenen Haustür) ermorden, terrorisieren, ausbeuten etc.
          Da sind auch welche dabei, die von sich behaupten „Deutsche“ zu sein. Auch deutsche Rüstungskonzerne wie Heckler&Koch und Rheinmetall usw. verdienen kräftig an allen Kriegen und sind sehr daran interresiert, das die auch möglichtst lange dauern. Ega wo. Nur weit weg von der eigenen Haustür.

      • „Die USA“ – nur in der Vorstellung der White Supremacy ist das das Land der weißen Einwanderer. Als sie kamen -unsere ausgewanderten Vorfahren!-, lebten in Nordamerika 20 Millionen Menschen, die weitgehend blutig wie die Bisons ausgerottet wurden. Sie wurden mehr als ersetzt durch Schwarze, die von Westafrika dorthin verschleppt und an die Weißen verkauft worden waren. Die USA, das sind neben einer Fülle anderer Einwanderungsgruppen auch die fast 30 Millionen sog. Hispanics. Nicht zu vergessen die Asiaten, besonders auf Hawaii.

        Bis die Spanier und die Franzosen weitgehend aus Nordamerika verdrängt worden waren und bis der Südwesten der Staaten den Spaniern abgenommen war, gab es in Nordamerika nicht weniger Kriege als in Europa.

  2. Wenn wir das US-amerikanische Volk uns anschauen,dann fällt sofort auf,dass dieses Volk zur Hälfte ungebildet ist und die andere Hälfte von Hollywood beeinträchtigt ist.Wenn ein Krieg mal in diesem Land toben würde,dann wäre es aus mit dem Nationalgefühl,denn die US-Amerikaner können sich solche Dinge,wie sie in Syrien tgl.erlebbar sind ,nicht in den häßlichsten Träumen vorstellen.Diese Nation kann sich nicht vorstellen,dass ein Krieg mit Russland ihr eigener Untergang ist.Die Amis sind nicht leidensfähig und ihre Kriegsrhetorik endet spätestens dann,wenn in den USA die ersten Städte zusammengebomt sind.Danach greift nie mehr ein Ami zu einer Waffe.
    Ein Volk was so sich zur Schau stellt ist dumm,einfach nur dumm.

  3. Und was den Zerfall der USA bzw. deren Gesellschaft angeht, so sind die der Herrschenden in den USA schuld.
    Das hat mitnichten etwas mit „Leiden“ zu tun.
    Die einzigen, die wirklich leiden sind die, die in von den USA mit „Brot/Lohn(Sold) als „Söldner“ in Kriege geschickt werden um Heil (US-Demokratur/ NWO) in fremde Länder zu tragen.

    Ansonsten denk ich hat der US-Oddachlose genauso wenig ein Dach überm Kopf wie anderswo. „Dieses Leid ist nicht „extremer“
    Die grosse Angst für die US-Elite besteht darin, dass die „Unterschicht“ die am meisten unter dem Neoliberalismus zu leiden hat, endlich mal geschlossen in die Puschen kommt und revoltiert.
    Deswegen ist die Polizei auch mehr Armee als Polizei.
    Da spielt Hautfarbe und Religion nur eine untergeordnete Rolle. Macht sich aber super zum „Teilen und Herrschen“

  4. Um irgendwann mal voran zu kommen und um Dinge zu verbessern, sollten wir aufhören in Schubladen wie die „Amis“, die „Deutschen“ oder in Nationen etc. zu denken. Es gibt genaugenommen keine Länder mehr. Bringt man es auf den Punkt, gibt es global denkende Firmen, ganz egal, wie die aussehen oder welcher Branche diese angehören. Diese Firmen machen globale Politik. Wer den „Ami“ als dummen Menschen verunglimpft, hat nicht kapiert, warum die Bildung, jetzt auch bei uns seit Jahren, heruntergefahren wird.
    Dieses ganze Gekasperle mit demokratischen Wahlen ist doch nur ein gut geplantes Theaterstück, um den „Bürgern“ zu suggerieren: „Du kannst etwas mitbestimmen“. Der normale Mensch möchte rund auf dem Globus in Frieden leben. Alle wollen das.