Kinostart von „Black Panther“ und der Zerfall der USA

black panther - angry eyes (Symbolbild) / Kevin / flickr.com / CC BY 2.0

Die neue, fast ausschließlich mit schwarzen Schauspielerinnen, besetzte Comic-Verfilmung Black Panther steht an der Spitze der Einspielergebnisse und deutsche Medien berichten schon von einem möglichen Oscar-Kandidaten. Gemeinsam mit dem Auftritt von Beyonce im Black Panther Outfit bei der Superbowl 2016, der „Black Life Matters“-Bewegungen und anhaltender Besorgnis um mögliche oder übertriebene Polizeigewalt zeichnen sich mehr und mehr Spaltungslinien eines kommenden ethnischen Konflikts ab.

Black Panther porträtiert den Königssohn T’Challa, der im technologisch hochentwickelten afrikanischen Staat Wakanda, der vorgibt, ein armes Dritte-Welt-Land zu sein und sich dazu unter einer riesigen Tarnvorrichtung für die restliche Welt unsichtbar macht, die Macht übernehmen will. Gut, dass Hollywood dem schwarzen aber auch weißen Zuseher ein realistischer Bild der Realität liefert. Die Szenen aus Star-Wars, in denen eine professionelle Schrottsammlerin durch die verborgenen Zauberkräfte ihren Vagina, einen jahrelang trainierten und ausgebildeten imperialen Piloten ohne Probleme ausmanövriert und dann besser als Han Solos sein eigenes Schiff kennt, scheinen damit eingeholt.

Tatsächlich unterscheiden sich die sozioökonomischen Verhältnisse innerhalb der USA erheblich. So erzählte mir eine amerikanische Kollegin, dass sie in Boston ihre Geliebte geheiratet hat, sich künstlich befruchten lies, das Kind jetzt die Kindertagesstätte besucht und sie kein Auto mehr besäße sondern Mitglied in einem Car-Sharing-Verbund wäre. Auf meine Frage, ob denn das Kind im Kindergarten nicht gemobbt würde, meinte sie nur, dass dies in der Kindertagesstätte völlig normal sein. Andere Kollegen meinten New England sei speziell und mit Bundesstaaten in denen Einkaufszentren darauf konzipiert wären mit dem Auto von einem Shop zum nächsten zu fahren, nicht zu vergleichen.

Die Rolle neuer Religionsgemeinschaften

Kurz gesagt beginnen sich innerhalb der USA 5 große Spaltbereiche mit einer dort jeweils vorherrschenden Weltanschauung abzuzeichnen. An der US-Ostküste, dem sogenannten „New England“ stehen die extrem liberal Staaten mit starker Orientierung nach Europa, die agnostisch bis atheistisch geprägt sind. Dem fundamental entgegengesetzt ist der sogenannte „Bibel Belt“ im Südosten bis Mittelwesten, indem nach der Präsidentschaftskandidatur Mitt Romneys und mit dem, unter Konservativen beliebten Fernsehmoderator, Glenn Beck, die Glaubensrichtung der Mormonen mehr und mehr Einfluss gewinnt.

Ganz im Westen sehen wir Kalifornien, mit einer starken Präsenz der Church of Scientology, die besonders in Kreisen um Hollywood mit bekannten Aushängeschildern, wie Tom Cruise oder John Travolta vertreten ist. Texas, der sogenannte „Lone State“, insbesondere Heimat des bekannten Medienmachers Alex Jones scheint einen weiteren Sonderweg zu gehen.

Die fünfte große Gruppen bilden die südlichen US-Bundesstaaten mit großen schwarzen Bevölkerungsanteil, etwas abwertend auch Dixie-Land genannt, die besonders unter ethnischen Spannungen leiden und in denen die Zentralregierung mit den mangelnden Krisenmanagement im Nachklang von Hurrican Kathrina viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.

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Es überrascht daher wenig, dass ein russischer Beamter schon 2009 auf die Möglichkeit eines Zerfalls der Vereinigten Staaten in 6 Rumpfstaaten hinwies.

Die Rolle der Nation of Islam

Die in den 1930er Jahren von Elijah Mohammed gegründete Black-Supremacy-Bewegung, nicht zuletzt bekannt durch Malcolm X, proklamiert dabei den Islam als die „originäre Religion des schwarzen Mannes“ und tritt seit mehreren Jahren für eine Separation der schwarzen Bevölkerung in einem abgetrennten Staatswesen auf amerikanischen Boden ein. Insbesondere in letzter Zeit zeigt sich dabei eine immer stärkere Annäherungen an die Church of Scientology. So empfahl Loius Farakhan, Leiter der  Organisation, die Lektüre des Hubbard Buchs Dianetik und in Kooperation wurde mit der Ausbildung von Auditoren begonnen. Eine Ausbildung als Auditor, stellt mittlerweile eine Voraussetzung für den Aufstieg innerhalb der Nation of Islam dar.

In der sonstigen Lehre der Organisation, wird dabei Entstehung der weißen Rasse als Ergebnis von jahrhundertelangen Experimenten eines „bösen“ schwarzen Wissenschaftlers mit dem Namen Yacub erklärt, der sie aus dem eigentlichen schwarzen Urvolk gezüchtet haben soll.

Entsprechend ist aus Sicht der Organisation der Blickwinkel auf ihre weißen, amerikanischen Mitbürger nicht unbedingt vorteilhaft. Daneben scheint mehr und mehr die marxistische Black-Panther Party (ursprünglich Black Panther Party for Self-Defense) als weiterer Bezugspunkt vermeintlich schwarzer US-Identität hinzuzukommen.

Black Lives Matter und die Kontroverse um Polizeigewalt

Nach einer Umfrage von NBC News / SurveyMonkey, sahen 52 Prozent der Befragten in den USA, Rassismus gegen Afroamerikaner als ein „extrem“ oder „sehr“ ernstes Problem, während weitere 25 Prozent das Problem als „moderat“ bezeichneten.

Unter den 1.150 Menschen, die 2015, in den USA durch Einwirkung von Polizeigewalt ums Leben gekommen sein sollen, befanden sich mindestens 321 Afroamerikaner. Vertreter von Bürgerrechtsgruppen sehen das aufgrund des geringen schwarzen Bevölkerungsanteils von 12,3 % als unverhältnismäßig, während Gruppen auf der anderen Seiten des politischen Spektrums häufig auf die deutlich höheren Kriminalitätsquoten innerhalb der Bevölkerungsgruppe verweisen.

Mit Aufkommen der Alt-Right-Bewegung ergeben sich damit bereits physische Zusammenstößen der jeweiligen Gruppen, so bspw. in Bekeley oder in Charlottesvill.

Zusammengefasst

Großer Vorteil, der historisch gewachsenen europäischen Staaten, war immer die relative ethnische und kulturelle Homogenität, einen Faktor der in den USA häufig durch Materialismus, Patriotismus oder den berühmten „amerikanischen Traum“ ersetzt wurde. Mit Ausbleiben des entsprechenden wirtschaftlichen Wachstums, treten diese Gegensätze nun wieder hervor und waren mit Blick auf die 60er und 70er Jahre eigentlich nie ganz verschwunden, sodass die Zukunft düster anmutet.

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