Filmtipp der Woche: Mommy

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Seit dem gestrigen Donnerstag wartet auf das deutsche Kinopublikum ein ganz besonderer Film. „Mommy“, vom erst 25-jährigen Kanadier Xavier Dolan, ist ohne Zweifel einer der sehenswertesten und intensivsten seit langem.

In jedem zweiten Artikel über ihn wird Xavier Dolan noch immer als Wunderkind bezeichnet. Für einen Regisseur seines Alters irgendwie logisch, aber mittlerweile auch überholt. Der junge Mann aus Montréal steigt spätestens mit „Mommy“ zu einem der besten Filmemacher unserer Zeit auf. Dolan, der auch gerne als „Enfant terrible“ tituliert wird, was ihm persönlich etwas besser gefällt, verfügt über sehr viel Talent, welches gepaart mit seinem großen Selbstbewusstsein, dem Kinobesucher zugute kommt.

In „Mommy“ erzählt er die Geschichte von Diane „Die“ Després und ihrem Sohn Steve, der an ADHS leidet und nicht nur ein schwieriger, sondern auch mitunter gewaltbereiter und gefährlicher Jugendlicher ist. Nachdem ihr Sohn im Heim ein Feuer gelegt hat, versucht Diane wieder mit ihm zusammenzuleben. Hilfe holt sie sich dabei von ihrer Nachbarin Kyla. Es beginnt eine Achterbahnfahrt zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Dolan ist nicht nur ein kraftvoller, ästhetischer Film gelungen, er lag auch wieder einmal bei der Auswahl der wichtigsten Schauspieler goldrichtig. Die stotternde Kyla, toll gespielt von Suzanne Clément, ist eine wichtige und interessante Ergänzung zu Mutter und Sohn. Antoine-Olivier Pilon verkörpert diesen gekonnt und überzeugend, aber das größte Lob gilt der fantastischen Anne Dorval in ihrer wahrscheinlich besten Rolle. Wie sie Diane Després spielt, die zuviel Alkohol trinkt, oft überfordert ist, aber ihren Sohn stets liebt, beeindruckt, bewegt und ist höchst unterhaltsam anzusehen.

„Mommy“ begleitet ein recht eigenwilliger und amüsanter Soundtrack, indem sogar das nervige und ausgelutschte „Wonderwall“ von Oasis funktioniert. Verdientermaßen heimste Dolan in Cannes in diesem Jahr Standing Ovations für „Mommy“ ein, wenngleich die goldene Palme am Ende etwas überraschend in Europa blieb.

Über die Qualität der deutschen Synchronfassung kann ich mich nicht äußern, da ich das Glück hatte, „Mommy“ in Montréal im französischen Original mit englischen Untertiteln zu sehen. 

2 Kommentare zu "Filmtipp der Woche: Mommy"

  1. Son Schnully wers mag. Es sin Pseudoalphatypen also Gehirnwäsche fürs Jungvolk die noch von den Hormonen beeinflusst werden.

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