in Musik & Film

Wenn Regisseur Quentin Tarantino ein neues Werk abgedreht hat, setzt wohl bei fast jedem Filmfan schnell große Vorfreude ein. Enttäuscht wird man schließlich nie. Ganz sicher auch nicht bei “Django Unchained”, der seit gestern in den deutschen Kinos zu sehen ist und in dem Christoph Waltz mit Jamie Foxx auf Verbrecherjagd sowie auf die Suche nach einer Frau geht.

Viel ist im Vorfeld über diesen Film diskutiert worden. Regisseur Spike Lee sagte beispielsweise, er würde sich “Django Unchained” nicht anschauen, weil das respektlos gegenüber seinen Vorfahren wäre. Seine Entscheidung, aber schon merkwürdig, einen Film zu beurteilen und zu kritisieren, den man gar nicht gesehen hat. Es war aber von vornherein absehbar, dass Tarantino für einen Western, der sich mit dem Thema Sklaverei auseinandersetzt, nicht wenig Kritik würde einstecken müssen. In wiefern diese in Teilen vielleicht berechtigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ansehen ist für Filmliebhaber Pflicht

Ansehen sollte man sich “Django Unchained” aber, wenn man Filmliebhaber ist. Quentin Tarantino arbeitet handwerklich einfach makellos. Brutalen Bildern, die manchmal mehr schmerzen, wenn sie eigentlich gar nicht gezeigt werden, sollte man allerdings selbstverständlich nicht abgeneigt sein. Der vielleicht größte Regisseur unserer Zeit lässt das Blut immer mal wieder gerne spritzen, wie man es von ihm erwartet. Enttäuscht wird man auch nicht, wenn es um die Besetzung der einzelnen Rollen geht. Wie eigentlich immer, hat Tarantino auch dieses Mal alles richtig gemacht.

Leonardo DiCaprio überzeugt in der Rolle des Calvin Candie

Christoph Waltz brilliert in seiner Rolle des Kopfgeldjägers Dr. Schultz aus Düsseldorf. Seine vorzügliche Leistung hat ihm auch schon wieder mehrere Auszeichnungen und Nominierungen in der Kategorie “Bester Nebendarsteller” eingebracht. Die Kategorie ist allerdings die falsche. Wer über drei Viertel eines mehr als zweieinhalbstündigen Films mindestens gleichberechtigter Hauptdarsteller ist, den kann man eigentlich nicht zum Nebendarsteller degradieren, nur weil es einem (warum auch immer) besser in den Kram passt. Ohne Waltz wäre “Django Unchained” jedenfalls wohl kaum so amüsant und unterhaltsam geworden.

Kein Meisterwerk wie Pulp Fiction

Jamie Foxx (Django) geht neben Waltz zwar nicht unter, aber der Österreicher trägt diesen Film in der ersten Hälfte zweifellos. In Nebenrollen überzeugen außerdem Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson. Wie gewohnt werde ich von der Geschichte nichts vorwegnehmen. Dafür fühlen sich andere zuständig, was ich wohl nie verstehen werde. Einräumen muss ich noch, dass “Django Unchained” trotz seiner Qualität und Unterhaltsamkeit einige Längen aufweist. Statt 165 hätten es dieses Mal auch 135 Minuten getan, denke ich. Darüber hinaus habe ich einen sehr guten Tarantino-Film gesehen, der zu einem Meisterwerk wie “Pulp Fiction” insgesamt aber doch ein ganzes Stück abfällt.

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