in Musik & Film

Dass der Eurovision Song Contest politisch ist, wissen wir nicht erst seit gestern. Die diesjährige Veranstaltung aber zeigt ganz neue Dimensionen von politischer Motivation im Song Contest. Eine dermaßen offensichtliche und groß angelegte Verschwörung schockiert, macht traurig und wütend zugleich.

Es geht natürlich (vor allem) um Russland. Von den nationalen Jurys bekam der Sänger Sergej Lasarew 130 Punkte, was den 5. Platz in der Jury-Wertung bedeutete (50 % Jury, 50 % Zuschauer). Australien verschafften die Jurys einen Vorsprung von so unglaublichen wie ungerechtfertigten 109 Punkten vor der Ukraine. Dass etwas mit dem Jury-Ergebnis nicht stimmte, merkte man spätestens nach der Zuschauer-Abstimmung. Die Zuschauer wählten Russland auf Platz 1 mit 361 Punkten. Australien kam mit nur 191 Punkten auf Platz 4 im Zuschauer-Voting. 130 Punkte gegenüber 361, 320 Punkte gegenüber 191. Merkwürdig.

Jetzt mag man sagen können, dass es einfach eine Meinungsverschiedenheit zwischen Jurys und Publikum gab. Allerdings gibt es ein Beispiel, dass den Betrug noch deutlicher zeigt: Polen. Polen wurde bisher nie ernsthaft benachteiligt, da war aber die PiS-Partei noch nicht an der Macht. Seit November 2015 arbeitet die neue Regierung, gegen die von allen Seiten innerhalb der EU gehetzt wird. Zufällig jetzt bekommt das polnische Lied, das die Zuschauer auf Platz 3 mit 222 Punkten wählten, von den Jurys … 7 Punkte – der vorletzte Platz. 222 Punkte stehen 7 gegenüber.

Unsere Qualitäts-Journalisten, deren massive Logikschwäche fast auf eine geistige Behinderung schließen lässt, halten das alles für abstruse, an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorien. Natürlich, Verschwörungen gibt es nur in Filmen, die Welt ist rosarot und alle haben sich lieb. Schaut man sich einige Jurys an, die übrigens aus 5 Personen bestehen, lässt sich Manipulation praktisch nachweisen.

  • So hat die tschechische Jury für Russland gestimmt: Von 25 möglichen Plätzen landete Russland auf Platz 25.
  • Und die litauische Jury hat so gestimmt: Vier von 5 Jury-Mitgliedern wählten den haushohen Favoriten auf den letzten Platz.

Die deutsche Jury war verglichen dazu, Russland fast positiv gestimmt – trotz der 0 Punkte. Ein Jury-Mitglied fällt besonders negativ auf: Die Sängerin Namika setzte Russland auf Platz 23. Ob auch sie geistig nicht ganz in Ordnung ist, gekauft oder schlicht russophob ist, lässt sich nicht sagen. Eins ist aber klar: Solche Bewertungen haben weder etwas mit Geschmack und schon gar nicht mit einer professionell-unvoreingenommenen Bewertung zu tun. Man muss Lasarews Lied nicht mögen, rein objektiv betrachtet war Lasarews Auftritt aber einer der besten und qualitativ den meisten anderen Auftritten weit überlegen. Wenn das einer wissen muss, dann sind das die Buchmacher. Diese MÜSSEN objektiv und möglichst korrekt die reale Situation einschätzen, sonst haben sie bald keine Arbeit mehr. Und wie die Erfahrung zeigt, liegen sie mit ihren Einschätzungen fast immer richtig. Dieses Jahr war Russland der KLARE Favorit.

Insofern kann eine kollektive Scheiß-Bewertung des Top-Favoriten nicht auf natürlichem Wege entstanden sein. 10. Platz? Noch OK. Der 25.? Eine Farce. Individuellen Hass gegen Russland als Grund halte ich für unwahrscheinlich, denn selbst im „Krim-Jahr“ 2014 wurde Russland nicht so extrem schlecht von einem Teil der Jurys bewertet. Weil der damalige Auftritt ohnehin keine Chancen auf den Sieg hatte? Ganze 22 Jurys gaben dieses Jahr dem mit Abstand spektakulärsten Auftritt keinen einzigen Punkt.

Letztes Jahr war Russland Zweiter und hatte eher geringe Gewinnchancen. Dieses Jahr schien ein russischer Sieg unausweichlich und brisanterweise zitierte der Daily Mirror einen Tag vor Beginn der Veranstaltung eine anonyme Quelle des Organisators (European Broadcasting Union): „Mein Gefühl ist, dass die European Broadcasting Union weiß, wie unpopulär ein russischer Sieg wäre und dass sie alles nur Mögliche dafür tun wird, um den anderen Favoriten zum Sieg zu verhelfen.“

Was sich tatsächlich hinter den Kulissen abspielte, darüber kann man nur spekulieren. Gewonnen hat jedenfalls die Ukrainerin Jamala, die in ihrem Lied ihre krimtatarischen Vorfahren zu armen Opfern des Stalin-Regimes stilisierte. Was sie und die westlichen Medien verschweigen, ist die Tatsache, dass diese bekannt für ihre Kollaboration mit den Nazis waren, was der Grund für die Deportation der Krimtataren war. Aufgrund des politischen Subtextes, den die Sängerin inzwischen in einem Telefonat mit russischen Prankern zugab, ein Verstoß gegen das ESC-Reglement. Die Zuschauer haben sie dennoch an der Australierin Dami Im vorbeiziehen lassen. Der Russe wurde Dritter, aber: Die Zuschauer haben erkannt, wer der wahre Sieger ist – ein Mittelfinger für die Politik.

Außerdem, die vielleicht größte Überraschung des Abends: Russland erhielt 12 Punkte vom ukrainischen Volk, während die Ukraine 10 Punkte vom russischem Volk erhielt.

Quellen:

http://www.mirror.co.uk/tv/tv-news/russia-winning-eurovision-2016-would-7966171

http://www.eurovision.tv/page/history/by-year/contest?event=2113#Scoreboard

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16 Kommentare

  1. Meiner Meinung nach sollten wir jetzt den ESC begraben denn es wird nie wieder so sein wie es war. Den ersten Vorgeschmack haben wir ja bekommen.Die Politikmarionetten mischen nun überall mit und bestimmen im Vorfeld wer Siegen muss. Es hat sich in kurzer Zeit soviel verändert und da ist manchmal ein loslassen sinnvoller als dran festhalten und sich anschliessend nur noch zu ärgern.

      • Ja, diesesmal haben sie die Schiebung ein bischen zu auffällig gemacht. Russland war klar beim Publikum mit Abstand die beste Vorstellung. Das NATO-Gremium hat aber auch Deutschland abgestraft, weil es auf seiner völlig blödsinnigen Austeritäts-Politik beharrt.

        Das Gremium hat auch bei Deutschland – letzter Platz- völlig gegen das Publilkum gestimmt.

        • Das erinnert an die ganzen Sportspektakel !
          Gibts eigentlich noch irgendwas „Wahrhaftiges“ in der Welt ?
          Bei dem ganzen Lug und Trug, muss man sich doch letzendlich fragen, ob man überhaupt existiert !
          Besteht die Welt und alles Leben aus Schein – na ja, noch bin ich in der Lage zu reflektieren, wann ich kurz vorm abdrehen steh !

    • als die Gewinnerin schon kurz danach im Fernsehn ein politisches Statement abgab, natürlich gegen Russland, musste ich richtig lachen, offensichtlicher ginge es nicht mehr, das nun auch hier manipuliert wird, um Menschen politisch in die gewünschte Richtung zu lenken.

  2. Ich fand auch interessant, dass Australien am Eurovision SC teilnimmt und per Jury auf die 1 gehievt wurde – wtf haben die mit Europa zu tun. Nächstes Jahr dann auch USA und Kanada – und schwubs heisst es World Song Contest. Die Globalisierung schreitet voran. Seht es mal aus dieser Perspektive. Warum Deutschland überhaupt einen Cent dafür zahlt (aus GEZ gebühren) ist mir schleierhaft. Cascada wurde seinerzeit schon abgestraft für die Arroganz von Schäuble, letztes Jahr war einfach nur ein mieses Lied – und dieses Jahr – naja, es gab wirklich 15 bessere Lieder. Bei den Russen war es ein Blenderauftritt – tolle Show und Effekte, aber das Lied war nicht eingänglich – schon vergessen was er besungen hat. Bei Ukraine weiß ich zumindest noch

    • worum es ging. Vertreibung der Krimtürken. Richtig ist, dass sie mit den Nazis kollaboriert haben, aber auch nur, weil die Russen sie nicht so doll behandelt hatten. Die wussten schon damals das Moslems im eigenen Land nicht gut sind *wink*
      Der Song war recht emotional und da 80% der Deutschen Bevölkerung dank der Propagandamedien klar ist, dass die Ukraine die Guten sind, besonders die Piratenprinzessin und der Rest den Neofaschisten, kommt so ein Ergebnis heraus.
      Wir haben beschlossen im nächsten Jahr nur noch die Songs zu hören und dann ins Bett zu gehen…

  3. Die primitive Bevorzugung der durchweg banalen und fast immer gleichen Liedchen durch die jeweils benachbarten oder politisch genehmen Länder war schon immer das Markenzeichen dieses hirnverbrannten Wettbewerbs. Erst diese Blödheit sorgte für viel Publikum, sehr gut vergleichbar mit den internationalen Fußballwettbewerben.

    Der Trick,gesteuert angebliche Experten in ihren Ländern das hälftige Entscheidungsgewicht einzuräumen, ist nur noch eine zusätzliche Dummheit, die wie Anton Jaru exakt darlegt, auch noch die schäbige Manipulation durch die Organisatoren decouvriert hat.

    Keine Frage: Die One World Order verlangt einen One World Song Contest. Wir werden es erleben,wenn wir nicht zur direkten Demokratie finden!

  4. Der ESC ist nur Show und Politik und hat mit Musik so gut wie nichts am Hut. Das merkt man bei der Abstimmung sehr deutlich. Der Autor hat es im Artikel richtig benannt „Eine Farce“.