ZDF: Claus Kleber verfälscht Putin-Zitate

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Im ZDF liefen in den Nachrichtensendungen der letzten Tage vermehrt Berichte, die den russischen Präsidenten eindeutig falsch zitierten. Dabei geht es vor allem um einen angeblichen „Annexions-Befehl“ den Waldimir Putin in einer russischen Fernsehdokumentation „zugegeben“ haben soll. Die Übersetzung ist jedoch ebenso falsch wie das Zitat selbst.

Wörtlich sagt der Sprecher der zweitgrößten deutschen Nachrichtensendung Claus Kleber, am 9.3.15 im „heute-journal„:

„Heute haben ein paar wenige Sätze einer alten Debatte eine überraschende neue Wendung gegeben. Deutlicher als je zuvor wird gesagt, dass Präsident Putin, die Annexion der Krim, die erste, einseitige, gewaltsame Grenzverschiebung in Europa seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, langfristig geplant, befohlen und durchgezogen hat. Diesmal wird es ein bisschen schwer sein, das als haltlose Behauptung von Russlands Feinden abzutun, denn die klaren Worte kommen von Wladimir Putin selbst. Höhepunkte aus einem Interview des russischen Staatsfernsehens, mit denen für eine Dokumentation geworben wird, die – und das lässt sich schon erkennen – den Staatsmann Putin feiert, für einen genialen Schachzug, der ein Feldzug war.“

Er bezieht sich bei diesen Aussagen auf ein Interview (Video auf russisch hier einzusehen) des Präsidenten Putin mit Journalisten des russischen Staatsfernsehens vor einigen Tagen. Im Zuge einer Dokumentation wird Putin über die möglichweise völkerrechtswidrige Aufnahme der ehemals ukrainischen Halbinsel Krim in die russische Föderation gefragt. Korrekt übersetzt und richtig zitiert sagt er darin:

„Nach der Sitzung habe ich zu meinen Kollegen gesagt, die Situation in der Ukraine ist so, dass wir gezwungen sind, die Arbeit an einer Rückholung der Krim nach Russland zu beginnen. Denn wir können dieses Territorium und die Menschen, die dort leben, nicht im Stich lassen und dürfen sie nicht den Nationalisten ausliefern.“Als erstes haben Meinungsforscher im Auftrag der russischen Behörden eine Umfrage auf der Krim durchgeführt. Putin erinnert sich: „Es stellte sich heraus, dass sich etwa 75 Prozent der Krim-Bevölkerung einen Beitritt zu Russland wünschten. Unser Endziel war keine Eroberung und keine Annexion der Krim, sondern das Endziel bestand darin, den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung darüber zu äußern, wie sie weiter leben wollen“.

Weder Inhalt noch Zitat stimmen mit der deutschen Übersetzung überrein. Von „Befehl“ oder „Annexion“ spricht Putin garnicht.

Derselbe Fehler wurde am selben Tag doppelt in der ZDF „heute„-Sendung wiederholt. Darin sagt der Nachrichtensprecher Christian Sievers wörtlich:

„Auf der Krim hat es vor einem Jahr eine russische Kommandoaktion gegeben und den Befehl, das ukrainische Territorium zu annektieren. Das sagt kein anderer als Präsident Putin selbst. Nachdem Russland jede Beteiligung lange geleugnet hatte, tritt Putin jetzt in einem martialisch anmutenden Videoclip im Staatsfernsehen auf und sagt, er habe damals beginnen müssen, die Krim zurück nach Russland zu holen. Wienand Wernicke mit mehr.“

In einem darauffolgenden Bericht behauptet der ZDF-Journalist Wienand Wernicke in völlig ähnlicher Manier:

„Das Video im russischen Fernsehen wirkt wie ein Actionfilm. Die entscheidende Sitzung, auf der die Annexion der Krim beschlossen wurde, beschreibt Putin so offen wie noch nie…
…Die offizielle Lesart im Video ist klar: die Krim sei in die Heimat zurück gekehrt – das gebrochene Völkerrecht spielt dabei keine Rolle.“

In allen Fällen wurde nicht nur Putin falsch zitiert und ihm ein „Befehl“ in den Mund gelegt, auch wurden bewusst journalistisch falsche Begriffe verwendet. So Beschreibt eine Annexion „die erzwungene gewaltsame endgültige Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit.“ Der Ablauf auf der ehemals ukrainischen Halbinsel Krim war jedoch ein anderer. Russische Truppen wendeten erstens keine Gewalt an und übernahmen zweitens keine Hoheitsgewalt bevor es in einem demokratischen Referendum die Zustimmung zur Eingliederung gab.

Außerdem ist diese Eingliederung zwar mit Blick auf das Völkerrecht wirklich fragwürdig, ein eindeutiger juristischer Verstoß ist aber nicht so klar festzustellen, wie das ZDF es dem Zuschauer vermittelt. Zwar beinhaltet das Völkerrecht eindeutig ein Recht auf territoriale Integrität eines Landes, jedoch ist auch ein Selbstbestimmungsrecht der Völker enthalten. Es ist also entscheidend ob die Krim-Bevölkerung de jure als Volk zu werten ist. Dies ist noch ungeklärt und sollte journalistisch auch so behandelt werden.

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