Woher die meisten Fake News kommen

Nun ist auch Kanzlerin Merkel “alarmiert” wegen der mutmaßlichen Welle von “Fake news”. Doch ihre Sorgen gehen in die falsche Richtung. Die meisten Enten und Gerüchte kommen nämlich nicht aus Russland.

Das hat eine Auswertung des auf Quatsch-News spezialisierten Portals “BuzzFeed” ergeben. Die selbsternannten Experten fanden zwar heraus, dass viele Gerüchte und Falschmeldungen über Merkel im Umlauf sind.

Doch sie kommen nicht etwa aus Russland, noch weniger von den russischen Geheimdiensten oder gar von Präsident Putin, wie neuerdings immer wieder behauptet wird – sogar von deutschen Politikern.

Die wildesten Stories kommen vielmehr aus den USA und UK. Die Huffington Post, Breitbart und vor allem britische Tabloids wie Daily Express und Daily Mail verbreiten die schlimmsten Gerüchte.

Viele dieser Fake-News-Medien gehören zum Imperium des australisch-amerikanischen Medienmoguls R. Murdoch. Der hat auch schon die Anti-EU-Kampagne im Brexit-Wahlkampf unterstützt.

Das sollte man in Berlin und in Brüssel eigentlich nur zu gut wissen. Dennoch wollen Merkel und die EU-Granden nun Anti-Fake-News-Agenturen gründen, die sich auf Russland konzentrieren.

Auch im beginnenden Bundestags-Wahlkampf wird mal wieder die Angst vor “Fake News” aus Russland geschürt. Dabei kommen die meisten Falschmeldungen aus ganz anderen Ländern. Ein EU-Mitglied ist besonders aktiv.

Beim Brexit-Wahlkampf kam der größte Müll aus Großbritannien selbst, vor allem das Murdoch-Imperium tat sich hervor. Bei der Wahl in den USA waren rechte Medien à la Breitbart ganz weit vorn.

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich waren es wohl erneut rechte US-Blogger, die die Wahlkampfzentrale von Präsident Macron attackierten. Von Russen fehlt bisher jede belastbare Spur.

Und bei der Bundestagswahl? Da könnte die größte “Gefahr” von Tschechien ausgehen. Denn bei unserem östlichen Nachbarn, einem EU-Mitglied, hat sich ein boomendes Fake-News-Business entwickelt!

Das meldet der “EU Observer”. Nicht nur Präsident Zeman, sondern auch sehr viele Tschechen lesen Publikationen, die sich oft an russische Medien anlehnen und den Spin weiter verbreiten. Zitat:

„A survey from June 2016 counted around 40 websites in the Czech Republic that regularly published pro-Russian and/or conspiracy narratives. The most successful of them, Parlamentni listy (Parliamentary Letters), has more than 600,000 monthly readers – in a country of 10 million people. Zeman has already given 40 interviews to the website.“

„Eine Umfrage vom Juni 2016 zählte rund 40 Webseiten in der Tschechischen Republik, die regelmäßig pro-russische und / oder Verschwörungserzählungen veröffentlichten. Die erfolgreichste von ihnen, Parlamentni listy (Parlamentsbriefe), hat mehr als 600.000 monatliche Leser – in einem Land von 10 Millionen Menschen. Zeman hat der Website bereits 40 Interviews gegeben.“

Erstaunlicherweise tauchen diese Fakten nie auf, wenn die EU und die Medien über “Fake News” berichten. Dort sieht es immer so aus, als werde alles direkt von Präsident Putin gesteuert.