in Medien

Willy Wimmer war 33 Jahre lang Teil des deutschen Bundestags. Von 1985 bis 1992 war er verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und anschließend parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Zwischen 1994 und 2000 war er Vizepräsident der parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).In einem Gespräch mit der Tageszeitung „junge Welt“ spricht er über die  politischen Interessen der USA, deutsch-europäische Politik und den Zusammenhang zwischen den deutschen Medien und den USA und der damit verbundenen einseitigen Berichterstattung.

Der US-Nachrichtendienst Stratfor hat Anfang dieses Jahres Überlegungen angestellt, durch die Etablierung besonderer Beziehungen mit den osteuropäischen Staaten einen Hebel zu installieren, mit dem sie die NATO links liegen lassen kann.

Das ist die logische Konsequenz aus dem, was ich eben gesagt habe. In diesen Tagen erheben die baltischen Staaten und Polen Forderungen, den von der NATO geplanten Raketenschirm auf Rußland auszurichten. Wenn es Washington gelingt, Sonderbeziehungen zu den gefügigen Staaten Ost- und Südosteuropas zu etablieren, dann spielen wir keine Rolle mehr. Wir befinden uns dann hinter dem Limes unter amerikanischer Kontrolle. Die Nachricht, daß die neutralen Staaten Finnland und Schweden eine engere Anbindung an die NATO suchen, muß man als ein Eingehen auf die realen Machtverschiebungen deuten, die wir in Europa haben.

Wie ordnen Sie die derzeit laufenden Verhandlungen um ein Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union in diesem Zusammenhang ein?

Bei TTIP handelt es sich um den Versuch der USA, den hinter dem »Limes« liegenden Bereich in ihrem Interesse zu ordnen. Dabei geht es weniger um das vieldiskutierte Chlorhuhn, als um die Aushebelung der parlamentarischen Demokratie. Wenn wir als hoch entwickelter Rechtsstaat Schiedsgerichte bekommen, mit denen Differenzen über Investitionen entschieden werden sollen, brauchen wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, was von Parlamenten und unseren Regierungen noch übrigbleibt. Wenn unsere Presse noch frei berichten würde, dann würde man Überlegungen dieser Art in den Medien debattiert sehen. Auf diesen außen- und sicherheitspolitischen Feldern findet eine freie Berichterstattung aber überhaupt nicht mehr statt.

Wie kommt es zu dieser Einseitigkeit?

Man kann sich diesen Dingen nur über Indizien nähern. Die in der Bevölkerung herrschende Meinungsvielfalt wird in der Berichterstattung nicht widergespiegelt. Ich kann mich sehr gut an ein langes Gespräch mit einem mir seit Jahrzehnten bekannten führenden FAZ-Mitarbeiter erinnern. Der machte deutlich, wenn das State Department noch rechtzeitig vor Drucklegung nachts anruft, dann kommt der gewünschte Artikel am nächsten Morgen in die Zeitung.

Als ich 1985 Verteidigungspolitischer Sprecher wurde, hat mich ein leitender Mitarbeiter der Pressestelle der CDU/CSU ausdrücklich gewarnt vor einem Netzwerk der NATO in der deutschen Presse. Wenn es heute irgend etwas zu kommentieren gibt im Zusammenhang mit Entwicklungen innerhalb der Russischen Föderation, werden dafür in unseren Medien immer amerikanische Institutionen mit Sitz in Moskau herangezogen. Sie hören keine Stimme aus Moskau, die russisch ist.

Willy Wimmer spricht in dem Interview außerdem noch über seine Beziehung zu Altbundeskanzler Helmut Kohl und die Rolle der Bundeswehr.

Hier der Link zum ganzen Interview.

 Quellen:

Interview mit Willy Wimmer: http://www.jungewelt.de/2014/09-13/007.php?sstr=willy%7Cwimmer

Person Willy Wimmer: http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Wimmer

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Kommentar

  1. Naja, was soll man schon von „Qualitätsjournalisten“ a la Claus Cleber halten, die Mitglieder in solchen Marionetten-Buden der usa wie Atlantikbrücke und Aspen-Institut sind.

    Kollaborateure mit dem charakterlichem- und meinungstechnischem cw-Wert eines handelsüblichen Zäpfchens.

    Diese Sorte findet man überall im BRD-Establishment:

    -Bilderberg-Tritihn
    -Aspen-Özdemir
    -Eva-Hermann-Inquisator J.B. Kerner
    -Tom (geboren Thomas) Burow
    -Geldkoffer-Schäuble
    -Ich-verrat-meine-Geldgeber-nicht-Kohl
    -Rothschild-Freres-Schröder
    -Dresdner-Bank-Hildegard-Müller
    -RWE-Laurents-Meyer

    Hätte man zu Kaisers Zeiten vermutlich geschlossen wegen Hochverrat den Prozeß gemacht.

    • Genauso sollte man diese Damen und Herren ins Licht rücken damit jeder sieht welchen super Clubs die angehören.

      Zum Kaiser, hätte er doch bloß nicht Russland angegriffen… aber naja, das war irgendwie der Anfang vom Ende der deutschen muß man klar sagen. Hatte er selber beschworen NIEMALS gegen Russland zu kämpfen. Zu unlogisch als das nicht alles anders gewesen ist wie es dargestellt wird…

      • Also zu Kaisers Zeiten machte D mit südamerikanischen Staaten wie Argentinien zunehmend gute Geschäfte via Industrieprodukte. Halt Made in Germany.

        Damit verloren Wallstreet bzw. die Angelsachsen dort Marktanteile im „Hinterhof der usa“. Das schmeckte denen schon mal nicht.

        Dann erhielt D die Konzessionen für die Ölquellen im Irak, Stichwort Bagdadbahn. D hatte gute Kontakte zur Pforte – im Gegensatz zu GB und F.

        Und als ob das noch nicht reichte, gab es hier Thermodynamiker wie Boltzmann und Diesel, die kurz vor der Entdeckung der Synchronisation der Brownschen Molekularbewegung standen, das wäre das Ende des Petrodollarimperiums und seiner Investitionen gewesen.

        Beide starben an „Selbstmord“…

Webmentions

  • Das ECFR im Selbstgespräch mit dem "Frankfurter Allgemeinen State Department" über Trutin, Pump und das Fliewatüt | Axel B.C. Krauss 19. September 2014

    […] Zitat Willy Wimmer, von 1985 bis 1992 verteidigungspolitischer Sprecher der Charismalosen Düpierunion (CDU) sowie der CSU, danach parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesphilisiter der mutmaßlichen Verteidigung: […]