Warum konservative Medien zur Flucht raten – Deutschland stirbt aus?

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Nachrichten zu lesen kann heutzutage mehr Fragen nach sich ziehen, als es Antworten gibt.  Das liegt vielleicht an der Tatsache, das wir mit einer Flut von Nachrichten überschüttet werden, aber die Fähigkeit zur Wertung und Deutung der einzelnen Nachrichten verloren haben.

Nun – wozu brauchen wir die auch? Eine Hand voll „Leitmedien“ sagt uns ja, was wir zu denken haben. Da wir in einer Demokratie leben, dürfen wir uns sogar aussuchen, welches Medium unsere Meinung prägen darf. Das nur noch ganz wenige Menschen in Deutschland Leitungsfunktion bei den Medien haben, ist uns bekannt und macht uns keine Sorgen: die werden schon so richtig edel und gut sein, dass sie uns nur die Wahrheit sagen.

Ein großes demokratisches Blatt in Deutschland ist die „Welt“.  Die „Welt“ wurde laut Wikipedia nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten gegründet, gehört dem konservativ-wirtschaftsliberalen Lager an und ist im Online-Bereich die erste überregionale Tageszeitung, die mit einem Bezahlsystem experimentiert. Aber: das Nachrichten Ware werden, daran haben wir uns ja auch schon gewöhnt.

Die „Welt“ gehört auch zu den wenigen Blättern, die ein Primat des Online-Bereiches haben, die eigentliche Zeitung ist nur noch ein Nebenprodukt für ältere Abonennten, man hat eher die Jugend im Blick.

Diesen Rahmen sollte man kennen, wenn man folgenden Artikel studiert (siehe Welt):

Deutschlands Jugend bleibt nur noch die Flucht

Unsere Gesellschaft befindet sich mitten in einem gigantischen Schrumpfungsprozess, doch die Politik bietet keinerlei Konzepte an. Geht es weiter bergab, bleibt den Jungen eigentlich nur die Flucht.

Deutliche Worte eines konservativ-wirtschaftsliberalen Mediums an die Jugend Deutschlands: Wandert aus – hier droht der Untergang.

Dieser Untergang wird in weiteren Artikeln deutlich umschrieben (siehe Welt):

In Deutschland lebten 2009 rund 82 Millionen Menschen, von denen rund 17 Millionen 65 Jahre oder älter waren. 2030 werden voraussichtlich 29 Prozent der Bevölkerung oder 22 Millionen mindestens 65 Jahre sein. Ihren höchsten Wert wird die absolute Zahl der Menschen jenseits der 65 mit 24 Millionen bis Mitte der 2030er Jahre erreichen. Anschließend verringert sich ihre Zahl bis 2060 auf 22 Millionen.

Das Jahr 2030 ist nur noch 17 Jahre von uns entfernt: die berufstätigen Generationen werden das zur Kenntnis nehmen und anfangen, sich zu fürchten. Aber es kommt ja noch besser: diese 24 Millionen arbeitslosen Menschen wollen nicht nur versorgt werden, viele sind so krank, das sie gepflegt werden müssen (siehe Welt):

Trotz einer bis 2060 um 17 Millionen auf 65 Millionen sinkenden Bevölkerungszahl werden demnach die Leistungsanforderungen in der Krankenhausversorgung, ambulanten Versorgung und Arzneimittelversorgung zunehmen. Es seien „immer mehr komplexe, anspruchsvolle, personalintensive und daher teure Leistungen erforderlich“, wie zum Beispiel in der Intensivmedizin oder in der Schlaganfallbehandlung.

Nun – 2060 ist noch weit weg. Ich wäre dann 101 – so weit komme ich in diesem Leben nicht. Aber es zeigt der jungen Generation, wohin die Reise geht. Die Kosten explodieren:

Weiterhin werde sich der Bedarf an Pflegeheimplätzen bis 2060 von derzeit 845.000 Plätze auf rund 1,95 Millionen mehr als verdoppeln. Die Ausgaben der Pflegeversicherung werden demnach zwischen 2009 und 2060 allein aufgrund der Bevölkerungsentwicklung von 19,7 auf 41,6 Milliarden Euro steigen.

Na, haben Sie jetzt auch Angst bekommen? Wenn nicht, dann richten Sie doch mal ihre Aufmerksamkeit auf die junge Generation, die Sternsinger, die jedes Jahr von Haus zu Haus ziehen, um Segen zu verteilen. Ach – waren schon lange keine mehr da? Nun – das hat seinen Grund, siehe Welt:

Bei den Sternsingern macht sich die sinkende Geburtenrate bemerkbar. „Da spüren wir anfanghaft die Prozesse in den Gemeinden, dass sie größere Schwierigkeiten haben, Gruppen aufzustellen, Kinder zu bekommen und auch genügend Begleiter“, sagte der Präsident des Kindermissionswerkes, Klaus Krämer.

Also – wenn schon die Sternensinger ausbleiben, dann sollte doch jedem klar werden, dass die Situation ernst ist – immerhin erreicht sie auch unseren Alltag. Die jungen Menschen unter uns sollten erst recht kritisch schauen: immerhin geht es um ihre Zukunft – sie werden für uns zahlen müssen.

Kein Wunder, dass man ihnen die Flucht empfiehlt. Ich sehe mich schon an der Grenze stehen, hier bei uns in den nebeligen Hochmooren, wo in den dreißiger Jahren Berliner Juden aus dem Land geschmuggelt wurden. Große Gruppen junger Leute wollen heimlich das Land verlassen, weil die Regierung sie niemals freiwillig gehen lassen würde: ihre Arbeitskraft ist unverzichtbar – was für ein Szenario.

Aber wo sollen die jungen Leute hin? Wir lesen weiter in der Welt und erfahren, das US-Geheimdienste schon längst das „Altenheim Europa“ im Visier haben, einen sterbenden und aussterbenden Kontinent, der gegen die Millionen junger Moslems und Asiaten gar keine Chance hat.

Mein Kontingent an Gratis-Artikeln aus der Welt ist bald erschöpft, deshalb zitiere ich die Zeit:

Die weltweite Jugendarbeitslosigkeit steigt nach UN-Angaben erneut an.

2013 werde sie durchschnittlich 12,6 Prozent betragen – nach 12,4 Prozent im Vorjahr, sagte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Trendbericht voraus.

Das hört sich schlimm an – aber es gibt einen … verwirrenden … Lichtschimmer:

Über dem weltweiten Durchschnitt liegt den Angaben zufolge die Jugendarbeitslosigkeit in den Industriestaaten einschließlich der EU, wo sie zwischen 2008 und 2012 um fast ein Viertel auf 18,1 Prozent gestiegen sei.

Nur in sechs Industriestaaten sei die Quote geringer als 10 Prozent, dazu gehöre auch Deutschland.

Wie soll ich das jetzt verstehen? Will die „Welt“ die Jugend mit Gewalt in die Arbeitslosigkeit schicken? Vielleicht nach Griechenland, wo die Jugendarbeitslosigkeit laut Reuters im Februar dank deutscher Rettungspakete bei unglaublichen 64% lag?

Was denkt sich dieses von den Siegermächten gegründete Blatt eigentlich? Und wieso sind es gerade die Konservativen, die dieses Land schlecht machen und mit immer neuen Horrormeldungen über „Deutschland, das Eldorado für Einbrecher“ (siehe Welt) überziehen?

Und wieso sollten wir uns über die sinkende Geburtenrate überhaupt Gedanken machen? Die FAZ zitierte am 7.5.2013 das Bundesamt für Statistik:

Im vergangenen Jahr zogen mehr als eine Million Menschen nach Deutschland – so viele wie vor 17 Jahren. 765.000 Zuwanderer kamen aus europäischen Ländern, besonders aus Süd- und Osteuropa. Arbeitsministerin von der Leyen sagte der F.A.Z.: „Dieser Zustrom ist ein Riesengewinn für alle Seiten.“

Ein Riesengewinn für ein Land, dessen Medien der eigenen Jugend die Flucht empfehlen? Wieso sehen konservative Ministerinnen die Lage so schrecklich anders als konservative Medien? Und ab wieviel Millionen darf man eigentlich den Begriff „Völkerwanderung“ verwenden?

Ich möchte nochmal zu den Geheimdienstberichten der „Siegermächte“ zurückkehren – „Global Trends 2030“ (wieder: Welt):

Die Aussagen zur Demografie bestätigen, was die Europäer zumeist ignorieren: Subsahara-Staaten und Südasien werden weiterhin die Wiegen übermäßig füllen, doch der demografische Krisenbogen wird am östlichen und westlichen Ende enger. Ergrauende Länder gehen wirtschaftlichem Niedergang entgegen. Die Weltbevölkerung steigt auf acht Milliarden, die Nachfrage nach Nahrung um 35 Prozent, Energiebedarf um 50Prozent. Trinkwasser wird zum Problem, das Kriege schafft.

Das ist die Sicht der USA auf Europa: ein sterbender Kontinent, dessen Ost- und Südeuropäer gerade in Massen nach Deutschland strömen, während die deutsche Jugend flüchten soll. Natürlich sollen die nicht nach Europa flüchten, die Flüchtlingsströme von jungen, gut ausgebildeten, leistungsbereiten Menschen kann man in den USA so gut gebrauchen wie Deutschland die Flüchtlingsströme aus Bulgarien, Polen, Italien, Griechenland, Spanien und Rumänien gebrauchen kann.

Werden Sie schon nervös? Ahnen Sie, was sich anbahnt?

Richtig – eine Verschwörungstheorie. Menschen, die glauben, das Politik mit Überlegung, Plan und Sachverstand ausgeführt wird, neigen dazu; Menschen, die glauben, politische und wirtschaftliche Entscheidungen werden abends beim Bier ausgewürfelt, eher nicht.

Ich möchte dazu mal den „Börsianer“ Dirk Müller zitieren, der in einem Interview im Handelsblatt deutlich gesagt hat, woher die aktuelle Krise in Europa seiner Meinung nach stammt:

Ich glaube, dass hier geostrategische Interessen im Spiel sind. Gehen wir ein paar Jahre zurück: Der Euro war auf dem besten Wege, den Dollar als Leitwährung anzugreifen. Davor hat unter anderem Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman gewarnt. Aus Sicht der Amerikaner wäre es fahrlässig gewesen, nichts dagegen zu tun. Amerika ist existenziell darauf angewiesen, dass der Dollar die Leitwährung der Welt bleibt. Weltweit gibt es Öl fast ausschließlich gegen US-Dollar. Wenn es hierdurch nicht eine beständige Nachfrage nach US-Dollar geben würde, würde das amerikanische Modell überhaupt nicht mehr funktionieren. Die Frage ist nicht: Kann es sein, dass die Amerikaner etwas gegen den Euro haben? Sondern: Ist es realistisch, dass sie tatenlos zuschauen, wie der Euro den US-Dollar als Weltleitwährung gefährdet.

Ist es wirklich zu weit hergeholt, zu vermuten, das hier Siegermächte ihre Pressemacht ausnutzen?

Auf einmal wird es verständlich, warum konservative Medien der deutschen Jugend zur Flucht raten – ´raus aus Europa, sobald man das Studium auf Kosten des deutschen Steuerzahler abgeschlossen hat, damit die Früchte dieses Studiums den internationalen Konzernen zu gute kommen.

Nun – Sie werden zurecht einwenden, dass die demographische Situation in Deutschland katastrophal ist. Das ist sie auch. Wir werden ein sehr heterogenes Land werden, ähnlich den USA oder Israel. Das  muss nicht weiter schlimm sein – und erst recht ist es kein Grund zur Flucht, vor allem deshalb nicht, weil das Horrorszenario der unbezahlbaren Zukunft eine Lüge ist. Hierzu verlassen wir mal das Internet und lauschen Jan Kluge, der uns in seinem Buch „Unliebsame Wahrheiten“ über die Zusammenhänge aufklärt (Redline 2013, Seite 135):

Als die Sache mit der Rente in Deutschland anfing – nämlich 1871 – kamen 14 Arbeiter für eine Rente auf. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts finanzierten nur noch drei Arbeiter einen Rentner, heute sind es lächerliche zwei Angestellte, die für einen Rentner aufkommen müssen. Und in dreißig Jahren werden wir ein Verhältnis von 1:1 haben.  Bedeutet das das Ende des Rentensystems, wie wir es kennen? Ist es unmöglich, das ein Beitragszahler einen Rentner finanziert? Wenn es bei der jetzigen Lohnentwicklung bleibt: Nein.  Ja, wenn es gelingen würde, das ein Arbeitnehmer in vollem Umfang von der Steigerung seiner Arbeitsproduktivität profitiert.

Ja, sie haben richtig gelesen: die demographische Katastrophe ist gar keine. Die Katastrophe liegt darin begründet, das Arbeitnehmer nicht mehr nach Leistung bezahlt werden: die Gewinne, die durch beständige Steigerung der Produktivität erzielt werden, landen woanders.  Bekäme er seinen Anteil an der Produktivitätssteigerung ausbezahlt, so könnte er bequem einen Rentern bezahlen und hätte selbst noch viel mehr Geld in der Tasche – jedenfalls nach Berechungen des Mathematikers Gerd Bosbach.

Zudem: wenn jedes Jahr eine Million Menschen einwandern, dann haben wir 2060 keine Bevölkerung von 65 Millionen, sondern (grob geschätzt) von 100 Millionen – allerdings nur dann, wenn die Deutschen nicht in Massen auswandern.

Wird Ihnen jetzt unheimlich zumute? Erkennen Sie, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen den Nachrichten konservativer Medien und den geostrategischen Interessen der USA?

Kann es wirklich sein, dass Strategen unserer Verbündeten eine Politik fahren, die die mächtigste Wirtschaftsnation Europas ausbluten lässt – mit entsprechenden Folgen für den gesamten Euroraum?

Natürlich kann das nicht sein, denn wenn es so wäre, hätten die Medien in ihrer Wächterfunktion darüber schon längst informiert. Wir wüssten dann auch, dass eine vernünftige und gerechte Lohnpolitik den ganzen Horror der demographischen Entwicklung in milden Rauch auflösen würde.

Da die Medien aber zur Flucht raten, sollten wir uns dieser Meinung anschließen, oder?

Wenn wir das tun … haben wir auch Grund genug zur Flucht.

Sonst nicht.

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