in Finanzsystem

Facebook plant eine neue Kryptowährung namens „Libra“, wie über die Medien zuletzt bekannt wurde. „Libra“ wird zusammen mit anderen Unternehmen voraussichtlich im Jahr 2020 an den Markt kommen. Dabei haben Zentralbanken und Geschäftsbanken offensichtlich Bedenken. Sie fürchten, so die Interpretation, um ihre Zentralmacht bei der Produktion von Geld.

Zentralbanken möchten Geld produzieren

Die Zentralbanken haben zumindest in der westlichen Welt das Quasi-Monopol darauf, Geld zu produzieren oder produzieren zu lassen. Jeder Kredit erzeugt Geld, da die dann folgenden neuen Gutschriften auf den Konten als Zahlungsmittel fungieren. Die Zentralbanken regulieren über ihre Zinsen 3ür Geschäftsbanken und deren Einlagen bei den Notenbanken die Konditionen am Kreditmarkt und damit das Volumen der Geldproduktion.

Wenn Facebook anders als beim Bitcoin mit „Libra“ eine funktionsfähige Währungseinheit produzierte, würde das Monopol brechen. Facebook und die angeschlossenen Unternehmen planen „Libra“ eng an den Dollar und andere Währungen zu koppeln. Reduziert sich der Wert des Währungskorbes, wird der Libra entsprechend eine geringere Kaufkraft haben, bei steigendem Währungswert wird auch der Libra wertiger.

Insofern erfüllt „Libra“ die wichtigsten Funktionen von Geld. Facebook selbst hat über 2,5 Milliarden Nutzer und wird denen offensichtlich allein über die Nutzerkonten den Zugriff auf Tauschmöglichkeiten ermöglichen. So könnten Nutzer aus Deutschland Euro-Einlagen in „Libra“ tauschen und Facebook sowie angeschlossenen Unternehmen gegenüber verwenden. Das neue Geld könnte sich demnach rasch verbreiten. Gelingt dies, erwächst den Zentralbanken und den Geschäftsbanken tatsächlich neue Konkurrenz, die deren Kontrolle über die Finanzmärkte erschwert. Fraglich erscheint letztlich, ob die USA sich ihre Hoheit über den weltweiten Devisenmarkt mit der Dollar-Dominanz ohne weiteres entreißen lassen. Der künftige Währungskrieg wird womöglich massiver, als viele bislang vermuten.

Oder ist alles ganz anders? So vermuten Beobachter, dass Facebook hier nicht autonom agiert, sondern möglicherweise selbst US-Staatsinteressen vertritt. Es wird spannend, wie Sie hier lesen…

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