in Medien

Im SPIEGEL bahnt sich Ärger an: Die Print-Ressortleiter haben vor wenigen Wochen gegenüber Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe erhebliche Kritik an Chefredakteur Wolfgang Büchner geäußert. Im konkreten geht es um die mangelnde Fähigkeit zu Debatten und der Boulevard-ähnlichen Aufmache die Büchner wohl fördere.

„Stoppt Putin jetzt“ ?

Das umstrittene SPIEGEL Cover ist auch außerhalb der Redaktion höchst umstritten. Die Aufmache zum Flugzeugabsturz der MH-17 in der Ostukraine sei schon auf Boulevard Niveau, so die Medienjournalistin Brigitte Baetz im Deutschlandfunk Interview. Der SPIEGEL sah sich vor allem in Sozialen Netzwerken auch der Kriegstreiber beschuldigt. Aber es gab auch schon Demonstrationen vor dem Spiegel Hauptsitz am vergangenen Montag. Auf dem dubiosen Cover sind die Opfer des Flugzeugabsturzes abgebildet. Darüber prangert eine polemische Überschrift: „Stoppt Putin jetzt!“.

Der Flugzeugabsturz ist bis heute kaum untersucht und dennoch scheint es so als würden sich westliche Leitmedien um die Beschuldigung nur so reisen. Desto deutlicher der Schuldige Russland bzw. Putin genannt wird, desto besser. Zwar ist die Story innerhalb des SPIEGELS wohl deutlich ausgereifter aber eine journalistische Aufmache auf SPIEGEL Niveau war das Cover sicherlich nicht. Es gingen auch einige Beschwerden an den Presserat des SPIEGELs.

Unruhen gegen SPIEGEL Chefredakteur Büchner

Doch Widerstand scheint sich auch innerhalb der Print Ausgaben Redaktion zu bilden: Man will oder kann nicht mit Wolfgang Büchner, so die Zusammenfassung. Die Fundamentalkritik sei im Namen aller Ressortleiter überbracht worden, heißt es. Beim Treffen mit Saffe – dem Geschäftsführer des Spiegels  – waren demnach Alfred Weinzierl (Deutschland), Susanne Amann (stv. Leiterin Wirtschaft) und Ullrich Fichtner (Gesellschaf) anwesend.

Was haben die Ressortleiter des gedruckten Magazins nun gegen den Mann, der seit 2013 ihr Chefredakteur ist? Meedia berichet dazu: „Der Hauptkritikpunkt lautet, Büchner sei nicht der richtige Blattmacher, nicht der richtige Kopf für das wichtigste deutsche Nachrichtenmagazin. Büchner, einst Co-Chefredakteur von Spiegel Online und dpa-Chefredakteur, passe nicht zur <<Kultur des Hauses>>. Aktueller Kritikpunkt: das Titelbild zur Story um den Flugzeugabsturz in der Ukraine. “Stoppt Putin jetzt!”, heißt es auf dem Cover. Dazu zahlreiche Bilder von Opfern des Absturzes. Kritiker sehen darin eine Boulevardisierung des Spiegel.

Er schlug bereits dem Spiegel vor, Bild-Vizechef Nikolaus Blome zum Spiegel zu holen. Damit ging der Ärger los, Blome wie Büchner waren wegen erheblichen Widerstands der Redaktion diskreditiert. Blome ist jetzt Leiter des Hauptstadtbüros und Mitglied der Chefredaktion des Spiegel. Er war seit 2011 stellvertretender Chefredakteur der Bild.

QUELLEN:

http://meedia.de/2014/07/28/spiegel-ressortleiter-die-drohende-revolte-gegen-chefredakteur-buechner/
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article130706015/Streit-um-den-Spiegel-Chef-Wolfgang-Buechner.html
http://www.deutschlandfunk.de/ressortleiter-gegen-spiegel-chef-er-ist-nicht-faehig-zu.761.de.html?dram:article_id=293490
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Spiegel-Ressortleiter-Offensive-gegen-Chefredakteur-Wolfgang-Buechner_121522.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Blome

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Völlig richtig und längst überfällig!!!

    Es sollten noch hunderte von Journalisten folgen.

    Wie man sieht, lohnt es sich auch zu vereinen und auf die Straße zu gehen. Nur so kann man zeigen, dass man mit der heutigen Politik nicht mitziehen möchte.
    Es bringt nix, sich in seinen eigenen vier Wänden auf der Couch aufzuregen!!!
    Den das wir bei den Verbrechern oben als Unterstützung und Befürwortung gesehen.

  2. Der Spiegel will anscheinend die Reißleine ziehen, in Anbetracht von sinkender Auflage und einem enormen Imageschaden durch die Berichterstattung in der Ukrainekrise. Schade dass ich kein Spiegel-ABO habe, ich hätte es so gerne gekündigt. Unsere MSM können, m.E. noch gar nicht erahnen, was für ein Vertrauensverlust durch ihre einseitige Berichterstattung bei den Lesern entstanden ist.

  3. mal abgesehen von der unsäglichen hetze, beschuldigung putins am absturz, dass es besser lauten müsste „Stoppt die Ukrainische Regierung jetzt“… wie sieht es eigentlich mit den Bildrechten der Opfer aus. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Hinterbliebene der Opfer es toll finden, dass die Bilder der Opfer für so etwas verwendet werden. Oder sind die Bilder freigegeen worden? Oder dienten sie ursprünglich dem Zweck der Identifizierung der Opfer?

  4. Ihnen ist aber schon klar, dass Ihr Foto NICHT das „Spiegel“-Gebäude zeigt, sondern das Gebäude, in dem „Die Zeit“ ihren Sitz hat, oder? Bevor man mit Kanonen auf Spatzen schießt, sollte man vielleicht selber erst mal ordentlich recherchieren. Und selbst wenn man sich nicht in Hamburg auskennt – auf dem Foto ist sogar ersichtlich, dass es NICHT das „Spiegel“-Gebäude ist. Auf der Fassade prangt doch groß und fett der Schriftzug von „Die Zeit“. Amateure…

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  • News 13.08. 2014 | Krisenfrei 14. August 2014

    […] Wegen SPIEGEL-Cover: Redaktion will Chefredakteur loswerden (neopresse) […]