in Medien

Professor Dr. Bülent Ucar ist Leiter des Instituts für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. Der Sonntagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gab er kürzlich ein Interview zu den Themen Islam, Terrorismus und Karikaturen.

Dieses recht lange Interview veröffentlichte die Online-Ausgabe der FAZ mit dem Titel:

Für Mohammed war Krieg der Normalzustand

Seine Empörung über die Wahl der Überschrift bringt der Theologe auf seiner Facebook-Seite zum Ausdruck. Darin beschwert er sich, dass sich die FAZ nicht an Abmachungen gehalten und eine „völlig reißerische, aber falsche Überschrift ausgesucht“ habe.

Dabei hatte er auf die Frage, ob es Kriege in den Anfängen des Islams gegeben habe, wie folgt geantwortet:

Man muss sich dafür zurückversetzen in die Verhältnisse auf der Arabischen Halbinsel im siebten Jahrhundert. Solange er in Mekka war, hat der Prophet vor allem Geduld und Frieden gepredigt. Zwei Drittel der Koranverse wurden dort offenbart. In Medina war die Situation anders. Die Muslime mussten auswandern, hatten ihren eigenen Stadtstaat gegründet und wurden angegriffen. Unter diesen Rahmenbedingungen haben sie zu den Waffen gegriffen, sich verteidigt und auch Präventivkriege geführt. Damals war Krieg der Normalzustand auf der Arabischen Halbinsel. Das schlägt sich in den Koranversen aus jener Zeit nieder.

Genauso wird der Universitätsprofessor auch im weiteren Verlauf des Interviews wiedergegeben. Wie die Zeitung aus dem Hinweis, dass Kriege im siebten Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel eher der Normalzustand waren, so deuten konnten, dass es für Mohammed ein Normalzustand war, ist Ucar schleierhaft. Zumal er Sätze zuvor erklärt, dass Mohammed die überwiegende Zeit Geduld und Frieden geprädigt habe. Denn nichts anderes bedeutet auch der Begriff Islam.

Nicht-veröffentlichte Antwort

Zudem schreibt Ucar in seinem Facebook-Beitrag, dass die FAZ diese Frage nicht veröffentlicht hat:

FAZ: Trotzdem gibt es nun schon wieder heftige Kritik am Titelbild der neuen Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo“, besonders in der Türkei. Mohammed weint, er hält ein Schild „Je suis Charlie“ in der Hand. Finden Sie das auch schlimm?

Ucar: Gleichgültig lassen mich Karikaturen nicht, es geht mir aber auch nicht unter die Haut. Ich beachte sie einfach nicht. Aber Meinungsfreiheit ist kein Fetisch, wie jede Freiheit hat auch diese ihre Grenzen, wo Rechte Dritter tangiert werden. Entwürdigung, Diffamie und Beleidigungen dürfen auch nicht im Gewand der Pressefreiheit legitimiert werden. Ich wünsche mir einen viel sensibleren und verantwortungsvolleren Umgang allgemein mit religiösen Gefühlen Dritter auch in unserer säkularisierten Gesellschaft.

Offensichtlich passte dem Redakteur diese Antwort nicht. Ein Islamtheologe, den die Karikaturen zwar stören, der sie jedoch auch ignoriert. Außerdem sieht Ucar Grenzen in der Meinungs- und Pressefreiheit, sofern diese religiöse Gefühle verletzen.

Erfundene Überlieferungen durch die FAZ-Redaktion

In einem der Fragen spricht der FAZ-Redakteur von:

In der Überlieferung ist von großen Brüsten, anregenden Vaginen und ewigen Erektionen die Rede…

Gemeint sind die Jungfrauen, die Märtyrern versprochen werden. Auf unsere Nachfrage hin, um welche Überlieferung es sich konkret handelt, antwortet Professor Ucar:

Ich kenne so eine Überlieferung nicht.

Tatsächlich ist den Überlieferungen nur zu entnehmen, dass es sich bei den „Huris“ um Frauen mit schönen, großen Augen handelt.

Fazit

Es ist ein Instrument der Massen-Medien mit falschen oder fehlerhaften Überschriften, die Meinung von Lesern zu beeinflussen. Hätte ein Leser oder Leserinnen lediglich die Überschrift gelesen (z.B. in einem RSS-Feed), so könnte er oder sie tatsächlich glauben, der Theologe hätte seine Antwort so formuliert. Den gegenteiligen Beweis bringt die FAZ im Artikel selbst.

Aufgrund dieser manipulierenden Art rufen alternative Medien wie auch die NEOpresse immer wieder zu Vorsicht auf, wenn es um den Konsum der Mainstream-Medien geht.

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Kommentar

14 Kommentare

  1. Den Konsum von Alternativen Medien darf man dagegen blind und ohne jede Vorsicht genießen? Es liegt an einem selbst, sich über Themen objektiv zu informieren damit falsche Darstellungen seitens jeglicher Medien von vorne herein offensichtlich sind.

    Eines der Probleme die der Islam hat, wenn es darum geht den Leuten aufzuzeigen was für ein Mensch Mohammed war ist, das er in den ersten Christlichen Schriftlichen Aufzeichnungen aus Syrien als Arabischer Kriegsherr während der Islamischen Expansion beschrieben wird. Deswegen wird man schlussendlich immer wieder in einer patt Situation wieder finden wenn es darum geht. Wie er nun wirklich war, lässt sich heutzutage doch garnicht mehr mit Sicherheit sagen, genau wie bei Jesus auch. In meinen Augen ist das auch völlig irrelevant bei der aktuellen Thematik, vor allem deswegen weil der Koran erst nach seinem Tod entstanden ist und es dann immer noch hundert Jahre gedauert hat bis man sich klar dem Arabischen Glauben zu geordnet hat, indem man in der Geschichtserzählung von Isaac zu Ismael gewechselt hat.

    Zu aller erst sollte man nicht Muslimen erklären das der laut dem Koran definierte Islam genau das ist, eine Definition des Arabischen Glauben, wie z.b. das Evangelium oder der Katholizismus im Christentum und das der Arabische Glauben genau wie das Christentum und das Judentum Abraham als Vater aller Völker ansieht. Schon hat man eine einfache und für jedem leicht verständliche Verbindung zu der eigenen Religion hergestellt und gleichzeitig legitimiert.

    • Da hast du recht. Ein Armutszeugnis für Deutschland, vor allem deswegen weil die PEGIDA Anhänger sich ja nichtmal selber die Meinung in den Kopf gesetzt haben, sondern Meinungsbildend Manipuliert werden von so genannten Alternativen Medien, die genau dieses den Mainstream Medien unterstellen. Das ganze ist so paradox, das ich mich echt frage warum die natürliche Selektion bei den Menschen so dermaßen versagt hat.

      • @Andreas B.

        Wenn man nicht in der Lage ist die eindeutigen Lügen der Mainstream Medien von den Berichten der alternativen Medien zu unterscheiden, dann fehlt es offensichtlich an dem nötigen Urteilsvermögen der Unfähigkeit, sich eine eigen Meinung zu machen. Gerade unterschiedliche Darstellungen und Fakten fehlen in der Systempresse, oder ist Ihnen das noch nie aufgefallen ?

        Die Unterstellung bzgl. der PeGiDa Demontranten könnte dümmlicher nicht sein, mit wie vielen von denen haben Sie sich in letzter Zeit unterhalten und woher nehmen Sie sich das Recht heraus beurteilen zu können, wer durch was eine Meinung erhalten hat.

        Wirklich unfassbar naiv…

  2. Passend gemacht

    Ob nun über Religion oder Politiker/innen oder einfach über einen Menschen berichtet wird, die Journalisten/innen und Medien werden sich ihren Reim immer selber machen und subjektiv berichten oder nicht berichten oder einfach etwas weglassen, auch wenn es den Zusammenhang völlig entstellt.
    Gegendarstellungen oder „das habe ich nicht so gemeint …“ sind zwecklos, denn die liest dann keiner mehr.
    Darum sollte man sich hüten einem Journalisten/in zu vertrauen. Die Nachrichten werden sowieso passend gemacht, von der Schlagzeile bis zum letzten Wort. Doch immer öfter fragt man sich, warum sagen die das nicht? Warum berichten die nicht darüber? Warum bringen die nur die eine Meinung? Und so weiter und so fort.
    Viele…

  3. Aus dem ganzen Artikel kann man bestens herauslesen warum diese arabische Sekte nicht nach Mitteleuropa gehørt. Religionen wurden von Menschen gemacht und tragen all die Traditionen und Eigenschaften eben dieser Vølker in sich. Das Christentum hat hier schon ueber 1000 Jahre auf dem Buckel und wurde von einer menschenschlachtenden Horrordiktatur im Laufe der Zeit auf unsere Jahrtausende alten Heidnischen Traditionen zurechtgestutzt aber im Grunde sind alle 3 Nah- und Mitteløstlichen Sekten Fremdkørper in den Jahrtausende alten heidnischen Traditionen Mitteleuropæischer Vølker und gehøren eigentlich nicht hier her und deshalb sind die Mensch auch nicht bereit nochmal 500 Jahre bis zur Reformation von Alla&Co zu ertragen.

  4. Abraham, der erste schitzophrene Psychopath der Stimmen in seinem Kopf hörte und sein eigenes Kind einem Gott ofern wollte der massenhaft Menschen abschlachten lies und mit der Sintflut den ersten Weltweiten Genozid über die Erde gebracht hat.
    Mann wie Krank ist die Menschheit das sich aus solch einem Monster 3 Weltreligionen entwicken konnten!!!

  5. Die FAZ ist wie die Bild, es geht nur um Verkaufszahlen. HAUPTSACHE DIE LEUTE KAUFEN. Was drin steht ist egal. Aber ist die Zeit, Welt und alle anderen Mainstream Medien sind diese anders. Ist wie Popcornkino. Wer Independent sucht, muss wo anders sich schlau machen.

  6. Da wird beim „Mainstream“ nach Meinungsmache gesucht und ausgerechnet dort,wo der „Mainstream“ einmal hinter die Kulisse schaut und sich dies in der Überschrift entäußert,wird der Verfasser fündig-beim friedlichen Islam und dessen friedliebendem Begründer!
    Es scheint dem Zeitgeist zu entsprechen, all denen glauben zu wollen,die den Islam und seinen Begründer in ihrem Anspruch und ihrer historischen Rolle als friedliebend,harmoniebedürftig, auf Ausgleich bedacht charakterisieren.
    Mohammed hat den kriegerischen Auseindersetzungen eine völlig neue Qualität gegeben! Er hat ein Weltreich begründet,das durch Aggression und Krieg in historisch relativ kurzer Zeit entstanden und in Glauben und Ideologie geeint war. Seine „friedliche“ Zeit…

  7. …nach “ Verkündung der Worte Allahs“ (etwa 10 Jahre in Mekka)hat er deswegen gebraucht,um sich die Basis für diese Eroberungszüge zu schaffen.
    Genau so wenig es das mongolische Weltreich ohne Dschingis Khan gegeben hätte, wären die arabischen Eroberungen ohne Mohammed möglich gewesen. Nur mit dem Unterschied, daß diese Eroberungen und Kriege immer im Namen des Glaubens,des Islam, geführt wurden.Der Islam ist Glaube und Ideologie in einem-er ist sein eigenes Ziel.
    Die FAZ respektive deren Reporter hat in diesem Fall einmal das getan,was Journalismus tun sollte. Keines Falles läßt sich die Qualität von Journalismus daran messen, jegliche Meinung genau im Sinne desjenigen wieder zu geben,der sie äußert!