in Medien

Bedauerlicherweise kommen wichtige journalistische Medien in Deutschland seit gut zwei Jahrzehnten immer schlechter ihren Aufgaben nach. Nämlich ihrem ureigensten Selbstverständnis und dem großer Teile der Gesellschaft gerecht zu werden, als Vierte Gewalt im demokratischen Staate zu fungieren. Also nicht nur Informationen zu verbreiten, politische Inhalte und Handlungen zu vermitteln, sondern diese auch kritisch zu hinterfragen und Missstände anzuprangern. Selbst die reine Informationsvermittlung muss  m. E.  in Teilen als unzureichend oder irreführend bewertet werden. Jedenfalls dann, wenn man sich fragt, woher diese Informationen denn bezogen wurden. Oft kommt Journalismus als Public Relation daher. Es geschieht manchmal gar,  dass von aussen Texte oder ganze Radio- oder Fernsehstücke, fertig fabriziert in Konzernzentralen oder bestimmten Think Tanks frei Haus in Redaktionsstuben geliefert werden. Was noch in Ordnung wäre, stünde „Anzeige“ darüber.

Unkritischer Journalismus

Vielfach werden Informationen, welche von Lobbyverbänden der Wirtschafts- und Finanzwelt sowie von Regierungsseite her verbreitet werden  einfach nachgeplappert. Beziehungsweise von dort kommende Erklärungen redaktionell zu passenden Happen zusammmengeschustert und auf Zeitungsseiten gedruckt. Kritische Rezipienten dürften diese anscheinend seriös daherkommenden Nachrichten, in Wirklichkeit von handfesten neoliberalen Interessen geleiteten Informationen in vielen Fällen wahrscheinlich noch als das Gegenteil dessen erkennen. Und sie für sich dementsprechend einordnen. Ebenfalls wird dieser Nutzerkreis Mittel und Wege finden, nach anderen Medien zu stöbern, die wirklich seriös arbeiten und zudem kritisch zu Werke gehen. Dieser Prozess ist selbstverständlich äußerst aufwändig. Vielen „normalen“ Leserinnen und Lesern bzw. Konsumenten von Hörfunk- oder Fernsehnachrichten dürfte es dafür an Zeit und auch Interesse fehlen, um so zu verfahren. In diesem Falle kommt es freilich vor, dass die immer öfters mehr als fragwürdig zu bezeichnenden Informationen für bare Münze genommen werden. Nach dem Motto: Das kam doch gestern im Fernsehen. Demnach muss es wahr sein.

Hinzu kommt, dass der von Jahr zu Jahr immer unkritischer daherkommende Journalismus vom Otto-Normal-Verbraucher so gut wie nicht wahrgenommen wird. Denn der Vorgang ging nicht über Nacht vonstatten. Er vollzog sich quasi in homöopathischen Dosen. Und die neoliberale Ideologie wurde den Menschen nach der Methode „Steter Tropfen höhlt den Stein“ mit medialer Hilfe eingeträufelt. Stichworte: Globalisierung, die Lohnnebenkosten sind zu hoch, das Propagieren der private Rentenvorsorge mit der „Demografie als Angstmacher“ u.s.w. Kritische Stimmen gab es sehr wohl auch. Doch kamen diese kaum zu Wort. Und wenn doch, dann schnitt man ihnen selbiges brüsk ab. In diversen Talksshows (am schlimmsten ging es wohl bei Sabine Christiansen im Ersten Deutschen Fernsehen zu) hockten fast immer nur die üblichen Verdächtigen. Diese höhlten mittels ihrer der geradezu gebetsmühlenartig vorgetragenen neoliberalen Ideologie den Stein. Überflüssig zu bemerken, dass diese Talksshow-Gäste selbst von den Einschnitten, die sie von ihren Mitmenschen einforderten als gut Situierte nie selbst betroffen waren. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Zu große Nähe führender Journalisten zur Macht

Der beklagenswerte Zustand des Journalismus in Deutschland (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel) hat gewiss viele Ursachen. Eine davon mag durchaus auch auf die stetig zurückgehenden Werbeeinnahmen der Verlage zurückzuführen sein: Akribische Recherchen sind nun einmal nicht billig. Doch all diese Ursachen zu erläutern, ist hier nicht der Platz. Wie auch immer: die diversen Probleme des Deutschen Journalismus, dessen schweres Versagen (etwa was das Herausarbeiten der wirklichen Ursachen der Finanzmarktkrise und der dahinter stehenden Verantwortlichen anbelangt), kann damit in keiner Weise entschuldigt werden. Zwar gibt es nach wie vor kritischen Journalismus in Deutschland. Jedoch wird der im wahrsten Sinne des Wortes immer kleiner geschrieben. Entsprechenden bissigen Politmagazinen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist über die Jahre immer mehr Sendezeit genommen worden. Kritische qualitativ ausgezeichnete Sonderbeiträge werden nicht selten zu nachtschlafender Zeit versendet.

Hinzu kommt: Führende Journalisten sind in allzu großer Nähe zur Macht. Beschrieben ist das im Buch von Uwe Krüger „Meinungsmacht“) zu lesen, das sich auf eine Studie stützt. Wie die Motten vom Licht angezogen werden, zieht es gewisse Journalisten in Berlin in die Nähe der Regierenden. Einerseits verständlich: Wollen sie nämlich auf bestimmte Informationen nicht verzichten, müssen sie mit den Mächtigen vorsichtig umgehen. Sonst könnten sie wichtige Informationen womöglich in Zukunft nicht mehr bekommen. Wie aber wollen sie die Regierung auf diese Weise im Bedeutungssinne der vierten Gewalt glaubhaft kritisch begleiten und kontrollieren, wenn sie mit den zu Kontrollierenden sozusagen ins Bett gehen? Zugegeben keine leichte Aufgabe. Sie mag einem Ritt auf einer Rasierklinge gleichkommen. Doch was bringt es den kritischen Bürgerinnen und Bürgern, der Demokratie, wenn ihnen diese Vorgehensweise nur einen Verlautbarungs- bzw. „Papageienjournalismus“ (Albrecht Müller) via Zeitung, Radio oder Glotze ins Haus bringt?

Resignieren? Es wäre zum Verzweifeln!

Gewiss ließen sich etliche Gründe ob des miserablen  Zustands von Journalimus finden, die uns  einfach resignieren lassen könnten. Denn sind wir nicht eh schon dermaßen weit hinter die Fichte geführt, dass es längst egal geworden ist, was uns dieser Journalismus noch zuzumuten gedenkt? So mögen Viele denken. Auch die immer geringer werdende Wahlbeteiligung wird ihre Gründe in allgemeiner Resignation haben. Besonders solche gesellschaftlichen Gruppen, die abgehängt sind, für die so gut wie niemand etwas zu tun pflegt. Doch diese Haltung ist auf lange Sicht betrachtet brandgefährlich. Und zwar für die Demokratie. Längst denken aber nicht alles so. Was löblich ist und bescheiden optimistisch stimmt.

Ein journalistischer David in Deutschland tritt sieben Tage die Woche wacker gegen die Golliaths des neoliberale Meinung machenden Medien-Mainstreams an. Ein Website liefert Informationen, die ihm wichtig und richtig erscheinen und leuchtet Hintergründe, politische Entscheidungen und Vorgänge in der Wirtschaft betreffend aus. Jener David gibt uns allen Grund Abstand von Resignation zu nehmen. Die Rede ist von den NachDenkSeiten.

Die Macher der NachDenkSeiten (NDS), als „die kritische Website“ firmierend, haben sich als journalistischer David den ungleichen Kampf gegen die Golliaths der Meinungsmache und neoliberalen Medienmainstream betreibenden Medien – die eigentlich als Vierte Macht im Staate zu agieren hätten – auf die Fahnen geschrieben. Die Kosten tragen sie selbst. Wer möchte, kann für kritische Website spenden. Die NachDenkSeiten sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser nicht nur kennen, sondern auch nutzen. Ich tue das jedenfalls seit Jahren. Seit wann? Ich kann es nicht mehr ganz genau sagen. Mindestens aber seit sieben oder acht Jahren. Irgendwo, ich glaube es war in der Tageszeitung „neues deutschland“ auf einer Seite ganz unten einen entsprechenden Tipp. Seitdem steht das Lesen der „Hinweise des Tages“ je nach Möglichkeit an zweiter Stelle meines Tagesaublaufs. Nach dem Frühstück. Ohne die NachDenkSeiten in den Tag zu gehen? Ehrlich: Da fehlte mir etwas.

Für mich als Blogger unverzichtbar

Als Blogger bieten mir die NachDenkSeiten (NDS) tagtäglich – an manchen Tagen sogar zweimal – über die „Hinweise des Tages“ ein umfangreiches Angebot an Nachrichten. Die jeweilige Hinweise mit Verlinkungen zu den Originalquellen, werden, sieht die NDS-Redaktion eine Notwendigkeit dazu, sach- und fachgerecht kommentiert. Was die tägliche Erstellung der „Hinweise des Tages“ für eine Heidenarbeit macht, vermag ich insofern aus bescheidener Erfahrung heraus ermessen, als ich selbst vor Jahren ab und an im Wechsel mit anderen Autoren Presseschauen für das Portal Pickings.de zu erstellen hatte. Man muss nämlich noch mitten in der Nacht aufstehen, um alle relevanten Medien zu studieren und Meldungen je nach Wichtigkeit zu sortieren bzw. andere auszuschließen. Und schließlich muss entschieden werden, was für die Leserinnen und Leser von Interesse bzw. gesellschaftlicher Wichtigkeit sein könnte. Für mich als Blogger sind die NachDenkSeiten unverzichtbar geworden. Viele politische Kabarettisten nutzen inzwischen die Informationen dieses Portals. Etwa H.G. Butzko und Urban Priol.

Wider die Verbreitung neoliberalen Gedankenguts

Die NachDenkSeiten kamen in erster Linie in die Welt, weil dem Nationalökonomen Albrecht Müller (früher u.a. Planungschef im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt) im Jahre 2003 schier die Hutschnur platzte. Und zwar in Reaktion auf die publizistischen Machenschaften in puncto Verbreitung neoliberalen Gedankenguts der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die INSM entstand als marktradikale Lobbyorganisation der Unternehmerverbände Metall- und Elektroindustrie (Gesamtmetall). Deren Gedankengut, das nicht zuletzt durch die Regierung Schröder-Fischer und vermittels der „Reformen“ der damaligen rot-grünen deutschen Bundesregierung teilweise schlimme Praxis (man denke nur an die Auswirkungen der Agenda 2010) wurde, wollte und konnte Müller, der trotz enormer Kritik an seiner Partei noch SPD-Mitglied ist, so nicht unkommentiert stehen lassen. (Lesen Sie etwas über die INSM hier und hier.)

Medium für Bürgerinnen und Bürger ,“die am Mainstream der öffentlichen Meinungmacher zweifeln“

Das Projekt, fortan initiativ, hoch engagiert und intensiv von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb (promovierter Jurist) betrieben, kam langsam ins Rollen. Beide Herausgeber der NDS haben sich früher beruflich mit politischer Kommunikation und öffentlichen Meinung beschäftigt. Fachlich herausragende Verstärkung erfuhren die NachDenkSeiten in der Person von Jens Berger als Redakteur.

Die „NachDenkSeiten – die kritische Website“, so die Selbstauskunft, sollen eine gebündelte Informationsquelle für jene Bürgerinnen und Bürger sein, die am Mainstream der öffentlichen Meinungsmacher zweifeln und gegen die gängigen Parolen Einspruch anmelden.“ (Quelle: NachDenkSeiten hier mehr)

Die NDS sind eine hoch geschätzte Informationsquelle

Die selbstauferlegte Aufgabe erfüllen die NachDenkSeiten jeden Tag aufs Neue mit Bravour. Mir als Blogger sind die NachDenkSeiten zu einer hoch geschätzten Informationsquelle geworden. Hauptsächlich in Sachen Finanzmarktkrise. Auch einem ökonomischen Laien wird durch das Lesen von Beiträgen der NDS rasch klar, dass die plötzliche namentliche Umwidmung der „Finanzmarktkrise“ in „Staatsschuldenkrise“ ein Trick war. Wie sagt man doch so schön: Nichts geschieht ohne Grund.  Das Wort „Staatsschuldenkrise sollte dazu dienen, nicht nur die Krisenländer, sondern auch den anderen Staaten die Schuld an der Krise zuzuschieben. Weshalb – maßgebend von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel vehement okroyiert – eine harte Austeriätspolitik seitens der europäischen Länderregierungen nötig sei.

In die Irre führende Begriffe

Oft schreiben oder sprechen die Medien diesbezüglich von einer Sparpolitik. Aber, auch dies stellten die NachDenkSeiten deutlich heraus, ist nicht richtig. Vielmehr wäre Austeriätspolitik mit Kürzungspolitik zu übersetzen. Was dies anrichten kann, zeigt ein Blick auf Regierung Heinrich Brüning in Deutschland der Weimarer Republik. Nicht nur einmal hat Albrecht Müller darauf hingewiesen, dass es verheerend ist, wenn überall im Lande gespart wird. Die Wirtschaft, die Bürger und letztlich auch noch der Staat. Spart, oder eben richtiger: kürzt dann die Regierung – die ja die Möglichkeit hat sich zu in Krisenzeiten zu verschulden, um die Konjunktur zu beleben – gerät ein Land bald in eine Deflation. Heißt, die Preise sinken, aber es wird trotzdem nicht mehr konsumiert. Weil erwartet wird, dass die Preise noch mehr sinken. Und: Wie sollten die Menschen auch mehr konsumieren, wenn viele von ihnen  immer weniger Geld in der Tasche haben? Eine solche Gefahr besteht, darauf weisen die NDS oft hin, auch heute wieder. Unmittelbar. Was tut jedoch die Mainstream-Presse? Sie malt eine drohende Inflation an die Wand. Was fruchtet. Weil die Deutschen  in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen damit gemacht haben.

Auch das Beschwören der berühmten „Schwäbischen Hausfrau“ als Vorbild für den Staat etwa durch Angela Merkel kritisieren die NachDenkSeiten schon seit Langem. Diese „Schwäbische Hausfrau“ mag den Haushalt sparsam und ordentlich führen – für den Staat ist ein solches Handeln, wie Albrecht Müller ausführt, überhaupt keine Lösung.  Ganz im Gegenteil. Die Regierung benutzt dieses Bild nur, um ihre Austerätspolitik zu rechtfertigen. Und die neoliberalen Mainstream-Medien plappern es nach. Beim Stammtisch fällt das auf fruchtbaren Boden. Gilt doch der Staat schon von je her als jemand, der das Steuergeld mit vollen Händen aus dem Fenster wirft. In Teilen stimmt das zwar. Dennoch kann die „Schwäbische Hausfrau“ dem Staat kein Vorbild sein. Auseindergesetzt haben die NachDenkSeiten ihren Leserinnen und Lesern ebenfalls, wie falsch sogenannte „Schuldenbremsen“ – allenthalben eingeführt – in Wirklichkeit sind. Verkauft werden sie den Menschen mit dem Versprechen, künftige Generationen vor Belastungen zu schützen. Die NDS dazu: Das Gegenteil werde der Fall sein. Also wieder eine Vernebelung. Die NachDenkSeiten enthüllen das.

Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft sind zwei verschiedene Paar Schuhe

Gleichermaßen kritisieren die NachDenkSeiten wieder und wieder, dass nicht nur die Medien dahin gehende unrichtige Meldungen verbreiten, sondern auch führende Fachpolitiker in der Regierung Entscheidungen treffen, die sich an der Betriebswirtschaft orientieren. Was allerdings betriebswirtschaftlich durchaus richtig sein mag, funktioniert volkswirtschaftlich überhaupt nicht, sondern schadet einem Lande gar.Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft sind zwei verschiedene Paar Schuhe.  Zu einer volks- bzw. nationalökonomischen regierungsamtlichen Vorgehensweise gehörte es freilich auch, endlich von den enormen Exportüberschüssen, die Deutschland aufhäuft, herunter zu kommen. Doch das Gegenteil geschieht. Deutschland exportiert munter weiter. Und die Regierung betont ständig Deutschland gehe es gut.

Deutschland hat einen Anteil Schuld an der Krise

Die Bundesrepublik habe alles richtig gemacht. Längst schon haben die NachDenkSeiten darauf hingewiesen, dass Deutschland ein großen Anteil Schuld an der Krise habe. Krisenänder wie Griechenland, Portugal oder Spanien hätten sich nämlich erst einmal verschulden müssen, um deutsche Waren in dem Maße, wie sie ihnen offeriert worden sind zu kaufen. Dann aber wären sie in Zahlungsschwierkeiten gekommen, erklären die NachDenkSeiten. Auch deutsche Banken waren es, die entsprechende Kredite an europäische Länder, die heute in der Krise stecken, vergaben. Schließlich mussten die Banken von den Steuerzahlern gerettet werden. Wer die NDS liest, erfährt weiter, dass Deutschland sogar noch an den Rettungspaketen verdient. Deutschland geht es gut? Wie lange noch, ist die Frage. Denn die Macher der NachDenkSeiten haben wieder und wieder davor gewarnt, dass die Krise früher oder später auch nach Deutschland kommen kann. Jedenfalls dann, wenn nicht umgesteuert wird. Den Leuten im europäischen Ausland fehlt zunehmend das Geld um deutsche Waren zu kaufen. Allein der Rückgang der Autokäufe ist ein Anzeichen dafür. Aber steuert die deutsche Regierung um, kurbelt sie den Binnenkonjuktur an? Nein. Dazu müssten in Deutschland nämlich die Löhne steigen. In den Krisenländern müssen sie sinken bzw. mindestens stagnieren. Was längst der Fall ist. In Deutschland passiert dagegen nicht was notwendig wäre.

Fehler des Euro

Auch können interessierte Leser auf den NachDenkSeiten erfahren, was der Fehler des Euro ist. Ein Problem ist, dass Leistungsbilanzüberschüssen früher durch Auf- oder Abwertung der jeweiligen Landeswährungen begegnet werden konnte. Dies ist bei einer Einheitswährung verständlicherweise nicht möglich. Heute, meinen die NDS, hätte man nur die Möglichkeit dies über die Löhne zu tun. Es geschieht jedoch nicht.

Sapere aude!

Das „Sapere aude!“ bei Immanuel Kant meint sinngemäß: Befreit euch aus eurer selbstverschuldeten Unmündigkeit. In der Regel sind wir ja nun mal ökonomische Laien. Klar, wir können nicht alle Ökonomie studieren, um uns auszukennen. Jedoch werden wir im Falle der größen Krise seit 80 Jahren so zur leichten Beute von Politikern und Medien, die uns die Krise und ihre Ursachen so vernebelt – und bisweilen völlig verkehrt – darstellen. Was zugegeben nicht nur auf bösen Willen, sondern auch auf Ahnungslosigkeit zurückzuführen ist. Aber darüberhinaus auch damit, dass die „Diktatur der Finanzmärke“ (Stéphane Hessel) einen übergroßen und somit Demokratie gefährdeten Einfluss auf unsere Regierungen gewonnen hat. Und das Schlimme daran: Die Regierungen haben allzu bereitwillig vorhandene Leitplanken, die dies wenigstens in Teilen zu verhindern vermochten, beiseite geräumt.

Am Abgrund

Die NachDenkSeiten leisten Enormes, was das Verständnis ökonomischer Zusammenhänge und Wirkungen angeht.  Meinungsmache und Kampagnejournalismus wird enthüllt. Als kleines Medium stemmen die NDS  sich gegen eine Gesellschaft und Demokratie zerstörenden neobliberalen Mainstream-Ökonomie, machen den in den Abgrund führen könnenden Holzweg ihrem Publikum kenntlich. Merken wir schon was? Nietzsche sagte: Wenn man lange genug in einen Abgrund hinein blicke, dann blicke dieser irgendwann in einen selbst zurück. Meiner Meinung nach stehen wir gefährlich nahe am Abgrund. Es bröckelt schon der Rand. Dennoch beten noch immer viel zu viele Medien – wenngleich selbst in konservativen Zeitungen inzwischen schon kritischere Texte zu lesen sind – hierzulande die falschen Rezepte nach. Auf welche sich auch die für Europa insgesamt verheerende, deshalb wohl letztlich gegen die Wand fahrende, Politik einer Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterhin völlig borniert setzt. Die NDS schreiben dagegen an. Gut so.

Die NDS stellen Gegenöffentlichkeit her

Für mich waren und sind, das ist gewiss nicht übertrieben, die NDS ein Licht am Ende des Tunnel. Ich will es hier einmal mit einem Satz von George Orwell verdeutlichen, der in seinem Buch „1984“ schrieb: „Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“ Mag der Medienmainstream in einer Art freiwilliger Gleichschaltung (ich weiß, dieser Begriff ist geschichtlich vorbelastet) gleich lautenden Humbug oder gar Lügen verbreiten – die NachDenSeiten halten stramm und unverdrossen dagegen, indem sie Gegenöffentlichkeit herstellen.

Früher, ich lebte in der DDR, war uns das Westfernsehen unverzichtbares Gegenmedium – ein Korrektiv – zum Staatsfernsehen, dass nur verbreiten durfte, was das mächtige Zentralkomitee der SED für richtig und „wahr“ befunden hatte. Simpel ausgedrückt: Was mir einst das Westfernsehen als Gegengewicht zum DDR-Fernsehen gewesen war, sind heute u.a. die NachDenkSeiten. Unbedingt nachzuschieben: Für das eine wie für das andere galt bzw. gilt, dass man beim Verarbeiten der jeweiligen Inhalte auch den eigenen Kopf benutzen musste bzw. muss. Dass es in der Natur der Sache liegt, dass auch die NachDenkSeiten einmal falsch liegen können, dürfte allerdings auch klar sein. Wie auch immer: dass diese kritischen Website da ist, ist hochgradig wichtig! Nicht zuletzt für das Funktionieren der Demokratie. Im vergangenen Jahr feierten die NachDenkSeiten ihr zehnjähriges Bestehen.

Lesermeinung bringt die Bedeutung der NDS in Kürze auf den Punkt

Was mir an den NachDenkSeiten liegt, drückt in Kürze ein anlässlich des zehnjährigen Bestehens der kritischen Website an die NDS-Redaktion gerichteter Leserbrief aus:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
auch wenn es etwas banal klingt, aber seitdem ich nachdenkseiten.de lese und die empfohlenen Bücher, fühle ich mich nicht mehr so wie ein Verbannter in einem mir fremd gewordenen Land.
Herzlichen Dank und möge es Ihnen gutgehen.
G. G.“

Täglich um die 70 000 NDS-Nutzer

Die NachDenkSeiten werden unterdessen täglich von durchschnittlich 70 000 Nutzern frequentiert. Verglichen mit großen Medien mag das wenig sein. Dennoch öffnen die NDS ihrer Leserschar tagtäglich engagiert die Augen. Das Lesen regt zum NachDenken an. Immerhin ein Anfang. Die kritische Website ist unlängst noch attraktiver gemacht worden. Last but not least: Unterdessen sind nun auf den NachDenkSeiten auch Video-Podcasts verfügbar. Ausgewählte Inhalte können deren Nutzer auch „auf die Ohren“ bekommen.

Hinweis zur Nutzung der NachDenkSeiten: Wer neben den täglichen „Hinweisen des Tages“ Näheres über und zu bestimmten Begriffen und Themen sucht, sollte diese oben rechts auf der Startseite ins Suchfenster eingeben. Dort finden sich viele interessante Dossiers und Beiträge.

Informationen zu den Herausgebern der NachDenkSeiten.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar