in Medien

Prof. Rudolph Bauer beschäftigt sich neben seinen Sozialarbeitswissenschaften auch mit Medien und Militarisierung. In seiner jüngsten Publikation „Wir sind wieder mitten im Krieg: Militarisierung im Digitalen Zeitalter“ befasst er sich schwerpunktmäßig mit dem Zusammenhang von Militarisierung und der Rolle von Think Tanks. Dabei hat der Professor einen besonderen Blick auf die Zusammenhänge zwischen der politischen Agenda der Bertelsmann-Stiftung und dessen Berichterstattung und öffentliche Meinung geworfen. Das Ergebnis ist klar: Die programmatischen Inhalte kleiner elitäre Kreise innerhalb des Konzerns beeinflussen maßgeblich das Meinungsbild.

Gemessen am Gesamtumsatz ist Bertelsmann eines der größten Medienunternehmen weltweit und wurde vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) im internationalen Ranking für 2013 auf Platz 8 geführt. Zum Bertelsmann-Konzern gehören seit dem 1. Juli 2013 fünf Unternehmensbereiche: Gruner und Jahr, die RTL Group, die Verlagsgruppe Penguin Random House, Arvato und Be Printers Group. Der Einfluss zieht sich bis in „Spiegel“ und „Stern“. Diese Macht wird laut Bauers Untersuchungen gerne genutzt.

Während die Bertelsmann-Stiftung ihre strategischen Konzepte entwickelt, ist der Konzern oft Nutznießer und trägt mit seiner Medienmacht dazu bei, diese Konzepte publik zu machen. Von RTL über n-tv bis zum „Spiegel“ wird in der Öffentlichkeit eine Stimmung produziert, die dazu führt, bei der Bevölkerung die in der Stiftung ausgeheckten Planungen populär zu machen (z.B. die Privatisierung auf breiter Front mit den Bertelsmann-Konzepten zu PPP, also „Public Privat Partnership“) oder für den Arbeitsmarkt das fatale Hartz IV-Konzept).

Doch neben der innenpolitischen Aufstellung des Medienkonzerns erfolgt auch eine klare Sicherheitspolitische bzw. militärische Haltung, die man öffentlich durchsetzen möchte.

Weniger bekannt ist bisher, dass Bertelsmann sich schon seit langer Zeit auch mit strategischen, d.h. militaristischen Zielsetzungen befasst. Was die EU- und Nato-Osterweiterung anbelangt, bildet Bertelsmann eine der Speerspitzen, einmal hinsichtlich der Ausweitung seines Medienimperiums nach Osten hin. Flankierend dazu betätigt sich Bertelsmann aber auch bei der Propagierung der politisch-militärischen Absicherung der wirtschaftlichen Ost-Expansion. Besonders aktiv ist hier die „Bertelsmann Forschungsgruppe Politik“ des von der Stiftung finanzierten und gesteuerten Centrums für Angewandte Politikforschung (CAP).

Ein wichtiger Akteur der Programmatik ist die interne sig. Venusberg-Gruppe. Diese bestehe aus dreizehn Mitgliedern und die personelle Zusammensetzung erfolge unter Leitung der Bertelsmann-Stiftung. Vorallem leute als Ministerien, Wissenschaft und Militär sind vertreten. Offizielles Ziel der Gruppe sei es, über die Zukungt dessen acnhzudenken was europäische Sicherheit heißt, aber militärische Herrschaftssicherung meine.

Zum Beispiel das Leitlinien-Papier mit dem Titel „Why the World needs a Strong Europe and Europe needs to be Strong“. Eine Fortschreibung erfuhren diese Leitlinien jüngst in dem Papier „Neue Macht – Neue Verantwortung“, aus dem auch die militaristischen Textbausteine der Reden von Bundespräsident Gauck entnommen sind.

In all den genannten und weiteren Papieren, die sich einen sicherheits- und außenpolitischen Anstrich geben, werden Konzepte der Militarisierung propagiert und für die Einspeisung in den politischen Diskurs aufbereitet. D. h., nach Maßgabe dieser strategischen Konzepte werden sowohl die politischen Entscheidungsträger gebrieft als auch Meinungsführer in den Medien. Nicht zuletzt wird somit die Bevölkerung auf vielfältigen Kanälen politisch und medial beeinflusst und gesteuert.

Diese Meinung wird dann auch klar in den Medienkonzern getragen, so Bauer:

Die Bertelsmann-Stiftung ist ein erschreckend wichtiger Akteur bei der Implantierung der USA-gesteuerten Nato-Militärpolitik in der Bundesrepublik und Europa. Einer der Grundpfeiler der Politik der Bertelsmann-Stiftung ist der sogenannte transatlantische Brückenschlag, also eine Politik im Geleitzug der Vorgaben aus den Vereinigten Staaten, einer Politik auch entsprechend den geopolitischen Prämissen der USA-Militärstrategie, die im Zusammenhang der Ukraine erkennbar gegen Russland gerichtet ist. In diesem Zusammenhang kommt dann auch wieder der Medienkonzern ins Spiel: Als Propagandamaschine trichtert er militärpolitische Ideen von Pentagon und Nato den Menschen ein – zumeist subtil, wohlgemerkt. Zuweilen aber auch mit dem Vorschlag-Hammer, man denke an den „Stoppt Putin jetzt!“-Spiegel-Titel).

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Die Bertelsmann ist lange über den Standpunkt eines reinen Medienkonzerns hinaus. Ihr Aktivitäten im Bereich Beeinflussung von internationaler Politik sowie einer aktiven Rolle im Bereich Militär machen der Medienaktivität mittlerweile konkurrenz.

    Militär:
    Die B ist seit längerem im Bereich Militärdokumentation sowie Logistik tätig. Bei der Bundeswehr, aber auch bei ausländischen Armeen wie z.B. der Niederländischen. Der niederländische Spähtransporter „Fenneck“ wurde z.B. von der B-Tochter Avarto dokumentiert. Für die Übernahme der Bundeswehrlogistik, Stichwort Outsourcing bewarb sich Avarto ebenfalls.

    • Politik:

      Über Mitarbeiter wie Elmar Brok oder Werner Weidenfeller nimmt B Einfluß auf das EU-Parlament, Regierungsvertreter wie Kohl, Schröder oder Merkel.
      Am Lissabon-Vertrag soll B aktiv beteiligt gewesen sein.

      Weidenfeller soll als Vermittler zwischen europäischen Regierungen und us-Regierung tätig gewesen sein.

      B versucht auch über Programme, die nichts anderes als Thinktanks a la „Transformation Thinker“ sind Einfluß auf ausländische Politkanditaten aus Schwellenländern zu nehmen. Dazu ladet sie sie zu Treffen ein.

      Die B-Stiftung unterhält Expertenrunden, die Strategien für die nationalen Eu-Regierungen entwerfen.

      Es scheint, die B ist ein us-Kontroll-Instrument auf die EU.