Mehmet Scholl: Gefeuert, weil er sich der Russland- Hetze verweigerte

Mehmet Scholls Vertrag als ARD-Experte wurde nicht verlängert. Das hat womöglich einen einfachen, politischen Grund: Er wollte den Sport nicht mit Russland-Hetze verderben.

Viele Jahre fungierte Mehmet Scholl nun schon als Fußballexperte der Öffentlich-Rechtlichen. Vor und in den Pausen großer Fußballspiele wurde er zu sportlichen Angelegenheiten befragt und gab dazu seine Expertise. Scholl war immer eigenwillig. Er stand zu seiner Meinung. Er konnte es sich auch leisten, immerhin ist er nicht auf den Job angewiesen. Als Profi-Fußballer dürfte er viele Millionen Euro verdient haben.

Doch sein Vertrag wurde nicht verlängert. Der Auslöser laut „An der Welt online“ womöglich: Seine Weigerung sich an der Hetze gegen Russland zu beteiligen. Das Portal berichtet: „Anlässlich der Berichterstattung zum Spiel Portugal-Chile beim Confed-Cup in Russland, hatte (…) Redaktionsleitung der ARD das Thema Doping in Russland auf die Gesprächsagenda gesetzt.

Scholl wollte die pure Freude am Fußball nicht mit Politik kontaminieren und es kam darüber wohl zu einem größeren Streit, als es heute von beiden Seiten dargestellt wird. Scholl verweigerte und reiste ab.“ Scholl müsse „den Inhalt und die redaktionelle Hoheit akzeptieren“, hieß es nachher aus der ARD.

Bild: Ralf Roletschek