in Medien

Seit Anfang 2014 läuft in allen Leitmedien ein „Informationskrieg“, der sich die Propagierung eines neuen Kalten Kriegs auf die Fahnen geschrieben hat – mit dem gesamten Eskalationspotenzial, das ihn zu einem die blanke Existenz Europas gefährdenden heißen Konflikt steigern könnte.

Seitdem hängt auch zwischen Redaktionen und Publikum des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der Haussegen gewaltig schief. Dem Vorwurf des Kampagnenjournalismus‘ auf Seiten des zahlenden Publikums entspricht das empörte Insistieren der öffentlich bestallten Journalisten auf das hehre Gut der Pressefreiheit, die eine ‚starke Demokratie‘ wie Deutschland doch hervorragend gewährleiste. Aber wessen Freiheit ist damit gemeint? Und wie verhält sich die Freiheit, die Leitjournalisten so vehement verteidigen, zum gesetzlichen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks?

Eine medienwissenschaftliche Analyse der Russlandberichterstattung geht diesen Fragen am Beispiel einer MDR-„Dokumentation“ umfassend auf den Grund.

Wenn eine als Dokumentation deklarierte Sendung des MDR, der ja aufgrund der Richtlinien des eigenen Staatsvertrags dazu verpflichtet ist, „Informationssendungen […] gewissenhaft zu recherchieren und wahrheitsgetreu und sachlich zu halten“, mit dem Titel „Spiel im Schatten – Putins unerklärter Krieg gegen den Westen“ daherkommt [1], müsste eigentlich das Publikum mit einer soliden und lückenlosen Beweisführung rechnen dürfen.

Immerhin behauptet hier ein öffentlich-rechtlicher Sender, die Russische Föderation, ein im europäischen Rat vertretener Staat, habe einen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Deutschland gestartet – denn ein „unerklärter Krieg“ ist ja nur als kriegerische Offensive denkbar.

Freilich verrät bereits die Programmankündigung auf der Homepage des MDR [2] , dass in diesem Krieg zwar noch nicht mit scharfer Munition, aber mit so scharfer russischer Propaganda geschossen werde, dass eine „Destabilisierung“ Deutschlands durch den Kreml drohe – und zwar durch die Instrumentalisierung von Rechtspopulismus, ungerechtfertigter Medienkritik und einer feindlichen Mobilisierung der Russlanddeutschen. Da die Autoren der „Dokumentation“, Marcus Weller und Arndt Ginzel, beanspruchen, zum Nachweis solch finsterer Pläne sechs Monate recherchiert zu haben, lohnt es sich, ihrer ‚Beweisführung‘ einmal genau nachzugehen:

Im Kontrast zu der Sachlichkeitsverpflichtung steht bereits von Beginn an der Soundtrack des Beitrags, der eher nach einem B-Movie der Horror-Sparte klingt als nach einer Dokumentation. Zu ihm passt das Pathos des moderierenden Sprechers, der einsetzt, während Zuschauer ein von Security und einem Gitterzaun abgeschirmtes weißes Gebäude im Hintergrund sehen:

„Magdeburg. Ende Mai. Wir sind auf einer Veranstaltung eines der radikalsten Putin-Propagandisten in der Bundesrepublik. Wir wollen ihn fragen, warum er für Russland in den Informationskrieg gezogen ist und welchen Zweck er damit verfolgt. Das Thema der heutigen Veranstaltung: Zensur in den Medien.“ (Min. 0.05, Hervorhebungen durch Autorin) [3]

Nach diesem melodramatischen Anfang erleben wir nun, wie die treuherzige Mitteilung eines bärtigen Besuchers, man könne heute Russland, anders als die USA, beliebig beleidigen, von einem rabiaten Hünen unterbrochen wird, der den bereitwillig Redenden stoppt und drohend seine Hand gegen die Kamera hebt. Nun erklingt wieder die Stimme des Moderators:

„Um ihn geht’s: Der Mann, der Mann mit den grauen Haaren: Jürgen Elsässer. Er bleibt auf Abstand. Kritischen Fragen stellt er sich nicht. Das ist typisch. Er ist einer von mehreren Kreml-Propagandisten in Deutschland, denen wir im Zuge der Recherche über Putins verdeckten Krieg immer wieder begegnen werden. Er ist nicht der einzige.“ (Min. 1.10)

Da Jürgen Elsässer hier als „Kreml-Propagandist“ vorgestellt wurde, der „für Putin in den Informationskrieg zieht“, erscheint der Mann und das, was er politisch vertritt, als jemand, der im Auftrag der russischen Regierung, sogar auf Anweisung des Präsidenten persönlich tätig sei. Für diese Behauptung bleiben die Autoren zwar in allen 28 Minuten und 44 Sekunden ihres Films jeden Beweis schuldig. Das hindert sie aber nicht daran, der russischen Regierung gänzlich Elsässers Reden anzulasten, aus denen immer wieder ausgiebig zitiert wird. So wird der Herausgeber des Magazin Compact mit den folgenden Redeausschnitten vorgeführt, die eindeutig rassistische Zwischentöne aufweisen.

„Wir stehen auch hier für unsere Schülerinnen und Schüler, die jeden Tag mit der Faust in der Tasche in den Unterricht gehen, weil sie Angst haben müssen vor diesen Türken, Arabern und anderen Asozialen und Schlägern und neu hergezogenen Orientalen, die sie als Kartoffeln beschimpfen und sie beleidigen. Lasst euch das nicht gefallen. Denn ihr seid Deutschland. Ihr seid die deutsche Zukunft.“ (Min. 6.30)

„Frauen, die Angst haben müssen vor testosterongesteuerten Orientalen, die keinen Respekt vor der Gleichberechtigung haben und grabbeln und grabschen und fummeln und vergewaltigen, bei allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.“ ( Min. 5,00)

In der Darstellung verschmilzen diese Töne mit dem Thema Medienkritik zu einer diffusen politischen Drohung, deren Ursprung in Moskau verortet wird. Denn in der Überleitung zu dem zitierten Auftritt Jürgen Elsässer heißt es:

„Elsässer, Chefredakteur des populistischen Compact-Magazins schürt Hass und Hetze gegen Flüchtlinge. Auf dem Marktplatz in Zwickau demonstrieren Rechtsradikale, besorgte Bürger und Asylgegner vereint gegen die Kanzlerin, die Flüchtlingspolitik und die Medien. Dass auch russische Propaganda dahintersteckt, dürfte den wenigsten Demonstranten bewusst sein.“ (Min. 6.30)

Nach dieser Moderation könnte man meinen, rassistische Tiraden wären ganz in Ordnung, wenn nicht als noch finsterer Dämon hinter dem Dunkel des Rassismus der üble Teufel „Putin“ stecke. Und dabei sind die Taten, die die Rede des Moderators indirekt durch den Kreml verursacht sieht, nichts weniger als Mordversuche:

„Es sind die Monate, in denen fast täglich Flüchtlingsheime brennen, Asylbewerber angegriffen werden, die Täter kommen nicht mehr nur aus dem rechtsradikalen Spektrum, sondern zunehmend aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft.“ (Min.6.40)

Und wenn nun die Mordlust in „die Mitte der Gesellschaft“ einzieht, wo sie nach Auffassung ihrer Sachwalter im MDR einfach nicht hingehört, kann es nur einen Schuldigen geben: „Putin“.

Spätestens seit Beginn der geostrategischen Krise um die Ukraine hat sich in deutschen Leitmedien ein Diskurs durchgesetzt hat, der „den Westen“ als Gegenpol zu „Putins Russland“ aufbaut und dabei massiv mit der Personalisierung und Dämonisierung der politischen Positionen Russlands operiert. In der besonders martialischen Darstellung dieser ‚Dokumentation‘ wird das auf die Spitze getrieben. Die kriegerische Sprache erlaubt ein unerschöpfliches Ausmaß an Scheußlichkeiten, die „Russland“ und „Putin“ angedichtet werden können. Allein durch sie werden aggressive Ausfälle gegen Flüchtlinge so mit der russischen Regierung verfugt, dass die Behauptung einer Verbindung ohne kausale Begründungen daherkommen kann.

Zudem wird den Zuschauern die sachlich nicht belegte Verknüpfung durch pausenlose Wiederholung als emotional glaubhaft verkauft und ins Unterbewusstsein gehämmert. Dadurch entsteht ein simpler Gegensatz: Auf der einen Seite stehen der helle Westen, die deutschen Medien, die Kanzlerin und ihre vermeintlich altruistische Flüchtlingspolitik, auf der anderen Seite Hass auf Flüchtlinge, martialischer Rassismus, Krieg, Heimtücke, sogar Mord und ein finsterer Despot, der alle Fäden zieht:

„Putin“. Hier kämpft Unschuld gegen Aggression, Wehrlosigkeit gegen Krieg, Offenheit gegen Verschlagenheit, Mord gegen Menschenrettung, Vernunft gegen Fanatismus, Nächstenliebe gegen Hass. Wie schon in der Propaganda vergangener Zeiten erscheint Russland, vom schwarzen Despoten „Putin“ diktatorisch regiert, als Reich der Finsternis, dem jede Schandtat zugetraut werden soll. [4]

Wie sehr hier durch martialische Wortwahl manipuliert wird, ist einfach zu belegen: Von den 28,44 Minuten Sendedauer entfallen etwas mehr als 40% auf die gesprochenen Kommentare des Moderators. Seine Rede unterteilt sich in der rasch zwischen kurzen Interviewschnipseln und Anschlusskommentierten hin- und herspringenden Sendung in 36 kurze Moderationseinheiten, die insgesamt nicht mehr als 13.17 Minuten Sprechzeit umfassen. In ihnen fallen die folgenden emotional aufheizenden Ausdrücke:

„…eines der radikalsten Putinpropagandisten… warum er für Russland in den Informationskrieg gezogen ist…Spiel im Schatten – Putins unerklärter Krieg gegen den Westen…einer von mehreren Kreml-Propagandisten in Deutschland…über Putins verdeckten Krieg…wahr oder nicht wahr, das ist ihm egal…eignet sich perfekt, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen…heizt der Fall wochenlang die Stimmung auf…stricken immer wieder an der Legende…unterstellt…Vertuschung…Wasser auf den Mühlen der Hetzer und Verschwörungstheoretiker…schürt Hass und Hetze gegen Flüchtlinge…russische Propaganda…

Es sind die Monate, in denen Flüchtlingsheime brennen, Asylbewerber angegriffen werden…die Kampagne…von Russland gesteuert….eine absichtliche Provokation…hat beste Kontakte…ist für den Kreml ein guter Ansprechpartner…die deutschrussische Minderheit auf Putinkurs zu führen…während das Verhältnis der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation … sich auf einem Tiefpunkt befindet, hetzt eine Desinformationskampagne die russische Minderheit … auf, verstärkt die negative Stimmung in der Flüchtlingskrise.

Massendemonstration und Übergriffe setzen die [dt.] Regierung unter Druck. Destabilisierung nennt man das und sie ist Teil einer Strategie, die man hybride Kriegsführung nennt…Der hybride Krieg…offene militärische Informationen werden durch Desinformationskampagnen, Cyberattacken, aber auch verdeckte Militäroperationen begleitet…nach der Annektion der Krim…Propaganda und Desinformation wird als Teil einer hybriden Kriegsführung immer wichtiger…Bespiel Sprachrohre der pro-russischen Separatisten…liefern die mediale Begleitmusik für die blutigen Militäraktionen…nicht um Journalismus, sondern um einen medialen Feldzug …Journalisten als Soldaten, Medien als Waffen in einem Informationskrieg …. Propagandafeldzug…das ist ein Krieg… ein Informationskrieg…Soldaten sind Befehlsempfänger in klaren Kommandostrukturen…

Auch die Informationskrieger im Donbass kennen freie journalistische Arbeit nicht …in Befehlsketten eingebunden…schwarze Listen…Demnach zieht die Nachrichtenagentur in den Informationskrieg und betreibt Propaganda nach innen und nach außen. Desinformation und einseitige Berichterstattung, so soll das Lager der Gegner gespalten werden…Die Waffen der pro-russischen Informationskrieger zielen auch auf das deutsche Publikum…Das Konzeptpapier…weist Deutschland als klares Ziel aus…verbreitet er Verschwörungstheorien, bekundet Sympathie für die rechtsextreme identitäre Bewegung, vor allem aber für Putin…

Die Ziele aber der Informationskrieger sind geblieben…der einen enormen Einfluss auf die russische Politik und einen heftigen Missionsdrang in Europa hat… Netzwerk pro-russischer Propagandisten ist groß und breit gefächert…Dutzende Politiker, Experten und Publizisten, die für die Informationsoffensive des ausländischen Senders Russia Today zur Verfügung stehen…Extremist… Mord an Unterstützern…Putinberater… trommelt…Putin-Freund…Liebe zur AfD… Desinformationskampagne …Informationskrieger …Journalisten im Dienste der Propaganda…“

Nach einem derartigen rhetorischen Artilleriezauber erscheinen die Abschlussworte dieser „Dokumentation“ über vermeintliche „russische Propaganda“ wie Hohn:

„Aber was hilft dagegen in einer Demokratie, in der Meinungs- und Pressefreiheit herrschen? […]

Aufklärung, statt Verbot und ein Verzicht auf Gegenpropaganda. Das sind die Mittel der Wahl gegen eine immer aggressiver werdende russische Einflussnahme in Deutschland.“

Warum aber bieten Journalisten in Deutschland ein derart durchschaubares Zerrbild? Warum setzen sie sich in derart ehrenrühriger Weise einer massiven Zuschauerkritik aus, die den Nachweis von Stimmungsmache, Falschdarstellungen, Weglassungen und Kolportage so einfach macht [5]. Zur Antwort lohnt ein Blick zurück in ähnlich propagandistisch aufgeladene Zeiten:

Sie [die Sprache des NS] „glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch die Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformungen, die [sie] ihr in millionenfachen Wiederholungen aufzwang und die mechanisch unbewusst übernommen wurden.

Aber Sprache denkt und dichtet nicht nur für mich, sie lenkt auch mein Gefühl, mein ganzes seelisches Wesen, je selbstverständlicher, je unbewusster ich mich ihr überlasse. Und wenn nun die gebildete Sprache aus giftigen Elementen gebildet oder zur Trägerin von Giftstoffen gemacht worden ist? Worte können sein wie giftige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“[6]

Wo agitiert, statt informiert wird, kommt es auf Plausibilität nicht mehr an. Die entscheidende Botschaft von Fernseh-, Rundfunksendungen und Artikeln wird dann nur noch im Wording transportiert, das durch stetige Wiederholung eine solche kommunikative Macht entfalten soll, dass die gesellschaftliche Widerrede langsam erschlafft und schließlich verstummt. Und ist das Wording derart giftig wie im Falle des aktuellen Russlanddiskurses, dann ist klar, worum es geht: Es geht um die Tiefenverankerung von Feindschaft in einer Bevölkerung.[7]

Im zweiten Teil zu diesem Artikel sollen Machtfaktoren dargelegt werden, die auf den anti-russischen Kampagnenjournalismus einwirken. Meine vollständige Analyse der hier angesprochenen Sendung, die im Rahmen einer Programmbeschwerde an den MDR erfolgte, kann hier nachgelesen werden.

Quellen/Verweise:

[1] MDR Staatsvertrag, § 8 (3), http://www.mdr.de/presse/unternehmen/download1278.html
[2] http://reportage.mdr.de/schattenkrieg#5003
[3] http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/exclusiv-im-ersten-spiel-im-schatten-100.html
[4] vgl. Hofbauer, Johannes: Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung, S.267-90.
[5] Vgl. außer dem auf Publikumsbeschwerden beruhenden Urteil des ARD-Programmbeirats vom September 2014 http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/1.html u.a. die Programmbeschwerden über die Ständige Publikumskonferenz https://publikumskonferenz.de/forum/viewforum.php?f=30&sid=bf5b79b6917ef7773eceb3b71454adf3 , von F. Klinkhammer und V. Bräutigam in http://www.rationalgalerie.de/archiv/artikel-suche.html und auf dem Blog von Norbert Haering http://norberthaering.de/de/component/search/?searchword=Programmbeschwerde&searchphrase=all&Itemid=125
[6] vgl. Klemperer, Victor: LTI. Notizbuch eines Philologen. 3. Aufl., Leipzig 1975, S. 21.
[7] zur Ähnlichkeit heutiger Stereotype zu denen des Kalten Kriegs vgl. auch: Ritz, Hauke (Dr.): Die Strategie der Informationskriegsführung – und was sie für die Zukunft der europäischen Kultur bedeutet. Vortrag auf der Bonner Konferenz „Image Russland – Mythen und Realität“. 10.09.2014.
http://russkoepole.de/images/flash/untitled%20folder/Die%20Strategie%20der%20Informationskriegsführung%20-%20Endfassung%2010.3..pdf

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14 Kommentare

    • Die meisten Moscheen in Deutschland sind von der Türkei finanziert. Die dortigen Imame (Imam = Pfarrer, Priester) sind Staatsbeamte der Türkei. Genau aus diesen Reihen kommen die meisten Attentäter oder werden dort beeinflusst. Da die Imame direkt Herrn Erdogan unterstellt sind, stellt sich hier die Frage, in wieweit Herrn Erdogan selbst mit den Attentaten zu tun hat. Auch muss man sich die Frage stellen, warum es Deutschland zulässt, dass ausländische Staatsbedienstete in Deutschland solche Gesellschaftsprägende Stellen besetzen dürfen. Wer den Text gut findet, darf ihn gerne teilen!

  1. Der Kampagnenjournalismus der systemrelevanten Medien ist doch schon uralt. Bereits als Vorbreitung für den Bürgerkrieg in Jugoslavien und später dann den Kosovo-Krieg war dieser schon recht präsent. Mit der Agenda 2010 wurde dieser übermächtig und nur noch für die intellektuelle Unterschicht übersehbar. Später kam es dann zu Kampagnen gegen Griechenland um die Bankenrettung zu verschleiern …

    Wir haben seit der Wiedervereinigung einen stark ansteigenden Kampagnenjournalismus. Spätestes der spezialdemokratisch-olivgrünischen Machtübernahme und deren Agenda 2010 wurde dieser ekelhaft und das verbreiten von ausgrenzenden Weltbildern in den Medien hatte damals schon aus meiner Sicht den Tatbestand der Volksverhetzung überschritten.

    • Meine volle Zustimmung! Erschreckend nur, wie wenige unserer Landsleute das Offensichtliche nicht erkennen wollen und sich nicht die Mühe machen, die Auslandspresse oder alternative Medien sowie ggf. Augenzeugenberichte heranzuziehen, um ein ausgewogeneres Bild zu erhalten. Manche ahnen die Einseitigkeit wohl, verharren aber bewusst in ihrer Informationsmatrix, um sich nicht zu exponieren. Der Deutsche ist ein Herdentier und nach der Phase der Generationenkonflikte hat das Establishment dafür gesorgt, dass das Bildungssystem die nachwachsende Generation wieder dahingehend konditioniert – wie man sieht, mit vollem Erfolg.

      • Ich habe nicht den Eindruck das es wenige sind. Im Gegenteil, die meisten mit denen ich spreche misstrauen den Medien und nur eine Person unter hunderten, mit denen ich gesprochen habe, hat geglaubt was ihr von den Medien suggeriert wird.
        Keine Ahnung wo du herkommst, aber in Nordhessen ist das nicht so.
        Du darfst jedenfalls nicht erwarten das die alle auf Demos gehen, oder sich in irgendwelchen Medien darüber auskotzen.

        • Das Erkennen das man angelogen wird ist aber nur ein kleiner Teil bis zur Aufklärung. In vielen Fällen bleibt die Hetze doch unterbewusst in den Köpfen hängen. Die Agenda 2010 und ihre Hetze gegen Arme und Erwerbslose ist fest in der breiten Masse verankert. Bei Kriminalität wurde zwar idR über die Nationalität der Täter geschwiegen, aber bei einigen Nationen hat man nur zu gerne Ausnahmen gemacht. Russen, Serben, Iraner, … denn das ist die Achse des Bösen …

          Viele der Lügen bleiben in den Köpfen hängen. Und es geht ja auch nicht nur darum die Lügen zu erkennen, man muss ja auch nach der Wahrheit suchen und diese finden. Und da fangen die Probleme erst so richtig an …

      • Mein Eindruck vom Erfolg der Gehirnwäsche ist sehr gespalten. Tendenziell ist so ziemlich jedem klar von den systemrelevanten Medien angelogen zu werden. Es gibt natürlich immer wieder geistige Minderleister, denen das nicht auffällt, aber diese sind eine kleine Minderheit, sozusagen die intellektuelle Unterstschicht.

        Die breite Masse ist sich der Manipulationen durchaus bewusst, fällt aber in bedauerlichen Einzelfällen dann wieder auf die Manipulationen herein. Selbst sonst kritische Geister beten dann die Programmierungen aus den systemrelevanten Medien nach, fallen in eine dumpfe und unkritische Gläubigkeit zurück.

  2. TÄUSCHUNG

    Die Techniken der USA sich andere Länder, Regierungen gefügig und unterwürfig zu machen sind immer dieselben (Diana Johnstone):
    – Hitlerisierung
    – Sanktionen
    – Klienten vor Ort
    – Menschenrechts-NGO’s
    – Sabotage von Diplomatie
    – Kriminalisierung
    – Angstwort „Völkermord“
    – Bombardierung
    – Medien und Propaganda

    MEDIEN UND PROPAGANDA
    Die wohl verfänglichste, gefährlichste und wirksamste Täuschungs-Methode unseres Mainstream, aber bei weitem nicht nur des Mainstreams, ist:

    PUNKTUELLE KRITIK EINERSEITS UND SUMMARISCHE VERURTEILUNG VON STAATEN UND PERSONEN ANDRERSEITS

    Sie wird, vorwiegend in der „neutralen“ Schweiz, schon seit einigen Jahrzehnten erfolgreich angewandt:

  3. Israel darf selbstverständlich – wie alle anderen „befreundeten“ Staaten (USA und seine Vasallen) auch – punktuell kritisiert werden. Dadurch wird der Bevölkerung suggeriert, sie werde neutral und objektiv informiert und es werde jeweils mit gleichem Mass gemessen. Mit dieser Methode wird gleichzeitig darüber hinweggetäuscht, wie Regierungen und Personen, die zum Sturz aussersehen sind, summarisch, das heisst vollumfänglich einseitig, undifferenziert, verurteilt werden. Ein System das Mainstream-Artikelschreiber, neben dem Wissen, was sie schreiben oder sagen „dürfen“ und was nicht (Tabuthemen), weitgehend verinnerlicht haben.

  4. NB
    Beachtet man die Abonnentenzahlen und analysiert die Leserzuschriften von schweizerischen Internet-Zeitungen, dann sieht man wie sie trotz aller Raffinesse gegenwärtig ziemlich erfolglos agieren. Denn inzwischen haben bei denkenden, informierten Menschen selbst die raffiniertesten und perfidesten Tricks ihre Wirkung verloren.

  5. „Eine medienwissenschaftliche Analyse der Russlandberichterstattung geht diesen Fragen am Beispiel einer MDR-„Dokumentation“ umfassend auf den Grund.“

    Jeder Wissenschaftler wird ob der folgenden Ausführungen in schallendes Gelächter ausbrechen. Was daran „wissenschaftlich“ sein soll, bleibt wohl ein Geheimnis.

  6. @Anja Böttcher, auch Kari: Volle Zustimmung!
    @Thomas Aganos? Ist das nicht ein gekaufter Claqeur?

    Anja Böttcher nimmt die MDR-Reportage ist so nüchtern und akribisch auseinander, dass ihre Arbeit als medienwissenachtliche Untersuchung beispielhaft ist!

    Tatsächlich ist der gesamte deutsche Staatsfunk propagandistisch durchseucht, was sich sogar bis Arte, 3Sat und ARD Alpha bemerkbar macht.