in Medien

Die „Welt“ hat sich aus Sicht der Journalismus-Kritiker einen Fauxpas in eigener Sache geleistet, der Geschichte schreiben dürfte: Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, durfte für einen Tag als Vize-Chefredakteur das Blatt mitgestalten. VW und andere Konzerne sowie Organisationen sind für gewöhnlich Objekte der Berichterstattung, nicht der gestaltende Teil. Dementsprechend harsch fällt das Urteil über diesen Versuch aus.

Schöne Geschichten im Blatt…

Am 7. Mai durfte der Wirtschaftslenker auch die Berichterstattung in der Tageszeitung mitgestalten und hinterließ deutliche Spuren, wie die „Übermedien“ gleich aufdeckten. Deren Ansicht nach habe die Zeitung gezeigt, „wie man sich einem großen Unternehmen so richtig an den Hals wirft“. Dies zeigte sich beispielsweise bei der Gestaltung des Ressorts „Neue Mobilität“. Eine ganze Seite war der Vorstellung einer VW-Mitarbeiterin gewidmet, die sich nicht wie distanzierte Berichterstattung, sondern wie das Porträt in einem internen Hochglanzprospekt ausnahm. Die Mitarbeiterin „hat bei VW erst das Schweißen gelernt – und dann das Programmieren.“ Nun sei sie in die „Fakultät 73“ gekommen, die als „Kaderschmiede des Konzerns“ beschrieben wird. Die Mischung jedenfalls stimmte – aus Sicht von VW. Neben diesem eher zeitlosen und offenbar anlasslosen Bericht fanden sich VW-Anzeigen und weitere Details, die einen engen Bezug zum Konzern und dessen Macher an der Spitze des Blattes nahelegten.

Unwahrscheinlich, dass der VW-Chef selbst an einem Tag Hand anlegte und dieses Ressort allein gestaltete. Mutmaßlich, allerdings aus der redaktionellen Praxis heraus fundierte reine Spekulation, ist die Berichterstattung sorgsam vorbereitet worden. Im Verbund mit den offensichtlichen Werbeanteilen bleibt bereits ein schwäbisches „Gschmäckle“. Unwahrscheinlich jedoch, dass die enge Verflechtung dieser „Zusammenarbeit“ keinen nachhaltigen Einfluss auf die Berichterstattung ausüben sollte. VW jedenfalls darf sich über gute Beziehungen zur Redaktion freuen.

Unabhängigkeit sieht anders aus – bleibt aber unersetzlich.

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Kommentar

  1. Das sieht man schon daran dass die Konzerne welche die Politiker mit 15 Millionen Euro auf dem Taschengeldkonto geschmiert haben, hehe,
    die dann den Konzernen erlaubten weiterhin alle Abgaswerte um 50%+ überziehen zu dürfen, gell? das bleibt halt nur Geheim, wie gemein, und der Spritverbrauch um den man auch um 40% belogen wird ist gleich miterledigt, gell ihr korrupten Pfeifen? Nebenbei lässt man eine Abstimmung laufen wo 70% der Dieselfahrer nicht wollen, dass die bösen Konzerne bestraft werden, was? ihr Drecksäcke!!!