in Medien

Jüngst fiel die Moderatorin Anja Reschke von Panorama mit einer Äußerung auf, die weit über das sonst übliche journalistische Selbstverständnis in Deutschland hinausging. Sie ist nun „Preisträgerin“ und hat den „Hans-Joachim-Friedrich-Preis“ erhalten. Den hatte sie nur gegen die Versicherung angenommen, Journalisten – oder sie – müssten übersetzt formuliert „Haltung zeigen“. Die grundsätzliche Aufgabe von Journalisten ist indes nach landläufiger Meinung zunächst die Berichterstattung. Und die ebenso neutral, wie es eben geht.

Erziehende Journalistin

Nun wird ein Video publik, das sie bei einem Interview mit dem Schweizer Rundfunk zeigt. Die Aussagen sind brisant. Die „Medienlandschaft“ sei ihrer Auffassung nach „dafür da, die Bürger zu einem mündigen Demokratie wählenden Bürger zu erziehen oder in die Lage zu versetzen, an Wahlen teilzunehmen“. Das ist ein Wirkungstreffer mitten hinein in das journalistische Selbstverständnis.

Zunächst, wie betont, geht es um die Berichterstattung. Möglichst umfassend, möglichst mehrere oder jedenfalls die entscheidenden Seiten beleuchtend. Reschke indes konkretisiert: „Natürlich ist es nicht unsere Aufgabe, in eine Richtung zu erziehen, Du musst jetzt denken, Trump ist doof und Flüchtlinge alle toll“. Allerdings müsse dem Bürger geholfen werden, „mündig“ zu sein. Sie wollte keine „Bürger erziehen“, die diesen Staat stürzten.

Starker Tobak. Denn der Auftrag der öffentlich-rechtlichen ist lediglich der „Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung“. Keineswegs geht es um irgendeine Form von Erziehung. Das wiederum kennen die Menschen aus der DDR noch. Eine der am stärksten ausgeprägten Sendungen nannte sich „Schwarzer Kanal“.

Volkserziehung in Reinform. Die Journalistin tat damit auch ihrem Kollegium keinen besonders guten Gefallen. Denn genau dies ist der Vorwurf, den zahlreiche Kritiker den öffentlich-rechtlichen Programmen und Machern erheben. Demnach fühlten sich die Sender berufen, im Sinne der Regierung, der EU, der USA oder den irgendwie Mächtigen das Volk zu erziehen. Offenbar ist es genau so.

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Kommentar

  1. Staatliche Bürgererziehung – das hatten wir schon mehrmals – bei den Nazis und in der DDR. Was jetzt erreicht werden soll ist eine Mischung aus DDR 2.0 und Arbeitslager Deutschland? Besten Dank. Da hilft anscheinend auch die freie Presse und Freiheit der Meinungsäußerung nicht mehr…