in Medien

In unserer Gesellschaft gibt es nichts umsonst. Nichts ist kostenlos. Nichts wird einem geschenkt. Auch ein “Service”  wie Facebook, WhatsApp oder die “allmächtige Google-Suche” kommt mit einem Preis daher. Dem Preis der eigenen Daten. Dem Preis des Verlusts der Privatsphäre.

Und jeder, der sich angesichts des “Facebook-Skandals” nun hinstellt und sagt, dass ihm das so keiner gesagt habe, dass Facebook seine Daten nutze und sogar verkaufe, ist an Naivität schlicht nicht zu überbieten.

Auch unsere Hochleistungspresse, die sich ganz geschockt ob der Facebookschen Machenschaften zeigt, darf sich ein Schild namens Naivität umhängen.

Es scheint fast so zu sein, dass auch in diesen Bereichen endlich das Bewusstsein angekommen ist, dass Facebook und Co. nicht nur soziale Netzwerke sind, sondern auch eine Art “Datenstaubsauger”, die jede persönliche Information, jedes Detail begierig aufsaugen, um daraus per Big Data Profite zu generieren und immer mehr auch soziale und politische Kontrolle zu erlangen.

Dabei weiß man eigentlich um Facebooks und in Persona Mark Zuckerbergs “Verhältnis” zu Datenschutz, Privatsphäre, Gerechtigkeitssinn… schon lange.

Wohl nur die Wenigsten werden das Chatprotokoll Zuckerbergs kennen, in dem er kurz nach dem Start von Facebook folgendes schreibt:

Ich habe über 4000 E-Mails, Bilder, Adressen, SNS. Leute haben es gerade eingereicht. Ich weiß nicht warum. Sie “vertrauen mir”. Vollidioten.

(I have over 4000 emails, pictures, addresses, SNS. People just submitted it. I don’t know why. They “trust me.” Dumb fucks.)

Noch weniger die Geschichte, wie sich Zuckerberg in den Mailaccount eines Konkurrenten einhackte, in dem er Daten verwendete, die er über die Server-Logs von Facebook erhalten hatte.

Ein paar mehr dagegen, die Berichte, wie Zuckerberg aufgrund eines noch offenen Mikrofons erwischt wurde, als er gegenüber der Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach, dass er am “Problem des politischen Falschdenkens” auf Facebook arbeite.

Aber Mark Zuckerberg und Facebook sind natürlich nicht allein. Auch die anderen “großen Spieler” setzen auf die gleiche “Geschäftsidee” und die gleichen “Geschäftsverbindungen”:

Googles wiederholte Verletzung und Mißbrauch der Privatsphäre seiner Nutzer ist schon Legion. Und Googles Verletzungen der Privatsphäre der Nutzer geht über das Fehlverhalten Faceboks weit hinaus. Oder zweifelt hier irgendjemand ernsthaft daran, dass Google mehr über seine Nutzer weiß als der Nutzer selbst über sich?

Wenn man über Facebook und Google spricht, muss man sich zwangsweise auch mit der Geschichte aller großen Techfirmen des letzten halben Jahrhunderts beschäftigen, die auf die eine oder andere Weise mit dem militärisch-industriellen Komplex in Verbindung standen und auch heute noch stehen dürften. Egal, ob es sich dabei um den Datenbankspezialisten Oracle handelt, der unter seinen ersten Kunden die CIAhatte, oder um die Mitre Corporation, die auf ihrer Webiste Folgendes schreibt:

MITRE ist eine Non-Profit-Organisation, die von der US-Bundesregierung geförderte Forschungs- und Entwicklungszentren betreibt.

Wir betreiben FFRDCs – staatlich finanzierte Forschungs- und Entwicklungszentren – einzigartige Organisationen, die die Regierung der Vereinigten Staaten unterstützen mit:

– Wissenschaftliche Forschung und Analyse

– Entwicklung und Erwerb

– Systemtechnik und Integration

Wir haben auch ein unabhängiges Forschungsprogramm, das neue und erweiterte Technologien einsetzt, um die Probleme unserer Sponsoren zu lösen.

(MITRE is a not-for-profit organization that operates research and development centers sponsored by the federal government.

We operate FFRDCs – federally funded research and development centers – which are unique organizations that assist the United States government with:

– Scientific research and analysis

– Development and acquisition– Systems engineering and integration

We also have an independent research program that explores new and expanded uses of technologies to solve our sponsors’ problems.)

Dass Google und Facebooks engste Verbindungen mit den US-Geheimdiensten pfleg(t)en, ist eigentlich ein alter Hut. Google mit der NSA und Facebook mit IN-Q-Tel, dem Risikokapitalgeber der CIA. Und selbst die Entwickler des “Hirnlosspiels” Pokemon Go, das jeden zu halbirren Zombies degradierte, haben ihre Verbindungen zum weltweit größten Geheimdienst, der CIA.

Natürlich könnte man diese Auflistung endlos fortführen, aber eigentlich sollte bereits diese kleine Aufstellung reichen, um zu verdeutlichen, dass kein Unternehmen altruistisch agiert und immer ganz andere Verbindungen vorhanden sind als man zuvorderst denkt.

Und vielleicht lacht in Zukunft auch niemand mehr, wenn man seinem Bekannten davor warnt, dass die CIA versucht, die Menschen über deren Geschirrspüler auszuspionieren.

Quellen (scroll down)

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Kommentar

  1. Ein sehr guter Artikel. Hinzufügen sollte man, dass gerade in den Anfangsjahren die deutschen Staatsmedien, Rundfunk und Fernsehen, massive Werbung für Facebook betrieben. Damals endete fast jede Sendung mit dem Hinweis, dass weitere Informationen u. ä. auf Facebook erhältlich sind.

    Von Anfang an musste diesen Medien bekannt sein welcher Wust an persönlichen Daten-Informationen, aus denen man ohne großen Aufwand Persönlichkeitsprofile erstellen konnte, dort gespeichert werden. Doch darüber schwieg man geflissentlich.

    Jetzt, wo diese sozialen Konstrukte bewusst auch von alternativen Medien und Freidenkern genutzt werden, ist der Aufschrei riesig.

    Plötzlich entdeckt man völlig scheinheilig wieder die Persönlichkeitsrechte der Nutzer.

    • Und genau auf die kommt es an. Denn Facebook speichert nicht nur die Daten, die man postet, sondern Facebook liest direkt nach der Registrierung sofort das eigene Mail-Adressbuch aus. Hat Sie das nicht gewundert, dass Sie Sekunden später FB-Kontaktangebote aller Ihrer gespeicherten Mailkontakte erhielten? Und wer auf die Mail-Kontaktdaten des eigenen Rechners unerlaubt und unbemerkt zugreifen kann, der kann auf alles zugreifen, was sich auf dem Rechner befindet.