in Medien

„Lassen sie uns über unsere Glaubwürdigkeit reden“ – der ehemalige Chefredakteur des SPIEGELs hat in der Eröffnungsrede des Journalisten-Preises der „lange Atem“ eine Debatte unter den Teilnehmern entfacht. Es ging um den offensichtlichen Glaubwürdigkeitsverlust des Publikums gegenüber den Leitmedien. Selbstkritisch und distanziert gibt er einige Denkanstöße.

Georg Mascolo, Leiter des Rechercheverbundes NDR, WDR und SZ und ehemaliger SPIEGEL-Chefredakteur hält eine eindringliche Rede an sein Publikum.  Mit Blick auf das Brandenburger Tor lauschten hochrangige Medienvertreter Mascolos Ausführungen in der Akademie der Künste. Anlass war die Verleihung des renommierten Berliner Journalistenpreises “Der lange Atem“, mit dem zum achten Mal herausragende journalistische Leistungen auszeichnet wurden.

Sich trauen, etwas nicht zu wissen

Mascolo fordert von seinen anwesenden Kollegen, sich zu trauen, bestimmte Dinge nicht zu wissen. „Wenn wir eine Nachricht haben, sollten wir diese so rausgeben, und erst wenn wir recherchiert haben, diese interpretieren“ so der renomierte Journalist. „Sagen Sie es offen, wenn Sie bestimmte Dinge nicht wissen oder nicht verstehen“. Die journalistischen Fehler, die mitlerweile schwarf angeprangert werden sollen klar als solche hingestellt werden.  „Wir müssen unsere Fehler selbst öffentlich machen und korrigieren.” Selbst wenn auf diese Fehler nicht von Dritten hingewiesen wurde, so Mascolo, “und wir müssen auch mitteilen, wenn wir etwas nicht genau wissen oder einordnen können. Das muss das Publikum aushalten können.” Auf diese Weise schaffe man Vertrauen.

“Das erste, was mir dazu einfällt, ist, dass ich glaube, dass wir als Journalisten die Worte: ‘Ich weiß es nicht’ zu schätzen lernen sollten. Weil es ganz viele Situationen gibt, in denen wir Dinge nicht wissen. Selbst nach langer, nach akribischer Recherche wissen wir nicht alles. Es gibt Lücken. Es gibt Dinge, die wir nicht einordnen können und ich glaube, dass es ein Stärke ist, wenn wir gegenüber unseren Zuschauern, unserem Publikum, unseren Zuhören, unseren Lesern offen damit umgehen. Offener jedenfalls, als wir es bisher tun.”

Kritik ist ernstzunehmen

Mascolo forderte die Journalisten auch dazu auf, die öffentliche Kritik ernstzunehmen. Es sei egal welcher Verein, wie die „ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien“, welcher Bestseller oder welcher Wissenschaftler Kritik äußert, diese ist grundsätzlich ernstzunehmen: “Nicht jede Kritik ist übrigens auch gleich ein Shitstorm und nicht jeder Kritiker ist gleich ein Verschwörungstheoretiker“ so Mascolo in Berlin.

QUELLEN:

http://www.wwwagner.tv/?m=201411
http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/menschen-und-meinungen/ex-spiegel-chefredakteur-georg-mascolo-ueber-snowden-die-nsa-und-die-rolle-der-journalisten.html
http://pressefreiheit-in-deutschland.de/mascolo-lassen-sie-uns-ueber-glaubwuerdigkeit-sprechen-80088809/
http://www.jvbb-online.de/Der-lange-Atem.1905.0.html

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Sorry, da existiert ein kleines Mißverständnis – die Glaubwürdigkeit des Spiegels ist nicht in Gefahr, sie ist mit der Scharfmacherei „Stopt Putin jetzt“ endgültig den Weg allen Sterblichens gegangen.

    Aber nehmt´s sportlich – alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!

  2. Was als Wahrheit akzeptiert wird hängt von den emotionalen Bedürfnissen und den geistigen Fähigkeiten des Lesers ab.
    Die Glaubwürdigkeit bleibt aber bei der Berichterstattung nachhaltig auf der Strecke sobald der Eindruck entsteht, dass nur vorgegebene und bestimmte Interessen bedient werden sollen.

    Der Spiegel ist ein Hetzblatt der US-Interessen. Seinen Ruf als das „Maschinengewehr der Demokratie“ hat er doch längst verspielt. Diesen guten Ruf wird er sich nicht wieder erarbeiten können.

    Sie können jetzt nur noch weiter hetzen und lügen, dann bekommen sie wenigstens noch den Judaslohn ihrer US Auftraggeber.

    • Der Spiegel ist eine Gründung des MI-6, des englischen Auslandgeheimdienstes. Richtig in diesem Fall wäre auf England zu zeigen und nicht auf den braven Soldaten, die USA.

  3. Das ist ja ein fröhlicher Vogel.
    Mal bei Gabler nachschauen . Offenbar hat jeder Lügenverein andere Vorstellungen von Glaubwürdigkeit-

    http://synonyme.woxikon.de/synonyme/glaubw%C3%BCrdig.php
    Georg Mascolo kann man nur darin folgen , dass er den Mainstreamverschwörern mitteilt von der Bevölkerung klar erkannt worden zu sein. Die Lügen finden selten den erwarteten Refrain. Also besser lügen, neue Lügenqualität suchen . Mondlandung – so was

  4. Nebenbei: die online Leser bei den verschiedenen
    Medien werden weniger. Es gibt nicht wenige die das
    Problem auf diese Weise lösen.

    Das kann man etwa mittels Alexa ziemlich unmittelbar
    verfolgen wie die Leserschaft langsam verloren geht.
    Eben wurde für das Wall Street Journal Deutschland
    das Aus bekannt, sogar Murdoch musste kapitulieren
    wegen fehlender, verschwundener Leser.

    bild.de
    spiegel.de
    n24.de
    usw..
    hier abfragen (etwa auch als Rache, die ja manchmal
    wirklich süss sein kann, statt die digitalen Strategien
    der Verlage mit Klicks zu unterstützen.)
    http://www.alexa.com/

  5. „Glaubwürdigkeit in Gefahr“

    Der war gut !!!

    Anders gesagt:
    Wie kann etwas „in Gefahr“ sein, das es gar nicht (mehr) gibt – sofern es eben dieses überhaupt jemals gegeben hat ???

    Nicht umsonst sagt der Volksmund:
    „Der lügt wie *gedruckt*!“

  6. Tschüss Lügel

    Spieglein, Spieglein an der Wand,
    wer glaubt Dir noch in diesem Land?
    Die Leser haben Dich verbannt,
    und der Verlag ist abgebrannt