in Medien

Finian Cunningham
13. Juli 2012

Die großen westlichen Mainstream-Medien haben eine „shock and awe“ (Schock & Staunen) Propagandaoffensive gegen die syrische Regierung von Präsident Bashar Al Assad seit beinahe 16 Monaten betrieben. Die Falschinformation ist unerbittlich, monolithisch, unbewiesen, einseitig und, offen gesagt, zunehmend absurder.

Wegen der Unterdrückung der sich häufenden Fakten, dass die westlichen Regierungen einen geheimen Aggressionskrieg in Syrien führen, ist die westliche Öffentlichkeit im Recht, wenn sie die üblichen westlichen Medien mit Skepsis und direkter Verachtung ansieht. Derlei Medien werden als „politisiert“ und „unzuverlässig“ angesehen, die der nackten imperialistischen Tagesordnung für Regimewechsel folgen. In einem Wort, es sind schadhafte Waren.

Und da tritt ein Teil der sogenannten alternativen Medien auf den Plan, indem sie eine wertvolle Propaganda-Funktion für die Westmächte übernehmen. Weil von diesen Medien angenommen wird, dass sie unabhängig, kritisch und nicht von Multis abhängig sind, betrachtet das Publikum sie als objektiv und unparteiisch. Ein solch „alternativer“ Nachrichtendienst ist „Democracy Now“, ausgerichtet von Amy Goodman. Goodman wird als kritische Journalisten angesehen, die den Scheinwerfer der Wahrheit auf die Plünderungen der US-Regierung, der Multis und des Pentagon richtet. Aber bei näherer Betrachtung dessen, was Goodmans „Democracy Now“ über Syrien berichtet, zeigt sich, dass die scheinbar kritische Berichterstatterin zu einem Trichter für westliche Regierungspropaganda geworden ist. Während die Funktion der westlichen Mainstream-Medien für die informierte Öffentlichkeit offensichtlich ist, spielt Goodmans „Democracy Now“ eine mehr subtile Rolle. Unter dem Deckmantel der Insignien eines kritischen, unabhängigen Journalismus, dient „Democracy Now“ dazu, die robuste Saat der Falschinformation auf eine Weise zu säen, die „kompromittierten“ Medien nicht erlaubt ist.

Die Fehlinformation von „Democracy Now“ ist wertvoll für die herrschende Elite, weil viele ihrer Hörer/Leser sie nicht als Fehlinformation erkennen. Sie scheint der Antikriegs- und antii-imperialistischen Front zuzugehören und ist daher so wertvoll für Washington und Wallstreet, weil ihre Sendungen dazu dienen, das Publikum zu desorientieren und zu unterminieren, das normalerweise gegen westliche Kriegstreiberei und Imperialismus ist. Viele ihrer Abonnenten durchschauen vielleicht ihre falschen Informationen. Doch viele können das nicht und werden daher in die imperialistische Agenda hineingezogen. Die Tatsache, dass Democracy Nows Beliebtheit unverändert ist, bedeutet, dass eine Menge ihrer Anhänger den heimtückischen Effekt der Falschinformationen nicht wahrnehmen. Als solche ist „Democracy Now für die Herrschenden wertvoller als, sagen wir, die New York Times“ oder die „Financial Times. „Democracy Now“ stellt sicher, dass die Agenda der Mächtigen in Bereiche sickert, die normalerweise gegen diese Agenda ist.

Werfen wir zuerst einen Blick auf Mainstream-Propagandaoffensive gegen Syrien

Seit Mitte März 2011, als von Gewalt in jenem Land geredet wurde, haben die westlichen TV-, Radio- und Pressemedien die Beweise für geheime vom Ausland finanzierte Subversion und Terrorismus ignoriert. Stattdessen wurde versucht, die Proteste als Teil des prodemokratischen populären Bewegungen des arabischen Frühlings zu zeichnen, wie wir es aus Ägypten, Tunesien, Jemen und Bahrain kannten. Die Mainstreammedien haben flächendeckende Berichte gebracht, um die Regierung in Damaskus als ein „brutales, autoritäres Regime“ zu dämonisieren, das gnadenlos seine zivile Bevölkerung, die demokratische Reformen verlangt, niederschlägt. Die Erzählung ist monolithisch auf beiden Seiten des Atlantik. Ob in der New York Times, der Washington Post, CNN oder der Financial Times, Guardian, Independent, Le Monde, BBC, ITN, dem irischen nationalen Rundfunk RTE oder dem „viel gerühmten Al Dschasira Sender“ im Nahen Osten – ist die „Story“ unheimlich uniform. Eine noble Bewegung von zivilen Massen wird von einem schwerhörigen Diktator brutal zerschlagen – so heisst es.
Jeder nur denkbaren Verleumdungskampagne wird gefrönt und sogar fabriziert. Vom angeblichen Mord an unschuldigen Zivilisten durch die nationale Armee bis zu Massakern von pro-Regierungs-Milizen und Selbstmord-Autobomben in städtischen Zentren durch den Geheimdienst Assads und den nichtsnutzigen Einkaufsgewohnheiten von des Präsidenten Ehefrau. Russia Today, Press TV, Der Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Vatikan Nachrichtendienst (Agenzia Fides), um ein paar zu nennen, sind ehrenwerte Ausnahmen des Mainstream-Journalismus gewesen und haben ein genaueres Bild von dem, was in Syrien geschieht, gezeichnet. Es zeigte, dass die „Demonstranten“ weit entfernt von friedlichen Zivilisten sind und dass ein Großteil der Gewalt auf westliche, türkische und arabisch-gestützte Söldner zurückgeht, die das Land infiltriert haben.

In dem Maße, wie die von den USA und der NATO geförderte Gewalt transparenter und schwerer zu verheimlichen ist, dank dem Umfang der heimlichen Einmischung, ist das westliche Publikum mit Recht skeptischer geworden gegenüber den Berichten des Mainstream. Tatsächlich wird die Fehlinformation und das Lügen, das als Journalismus verkauft wird, zunehmend mit Verachtung gesehen.
Ein typischer Fall ist das Houla-Massaker vom 24. Mai. Die BBC und andere Mainstreammedien haben sich in ihrem anfänglichen Eifer, das Verbrechen der syrischen Regierung anzulasten, als empörend falsch erwiesen, als der Beweis langsam durchdrang, dass dies höchstwahrscheinlich das abscheuliche Werk der vom Westen geförderten Söldner war.
Umso beunruhigender ist es, wenn ein angeblich informierter, alternativer Nachrichtendienst, „Democracy Now“, mit solch offensichtlicher Falschinformation hausieren geht, mehr als sechs Wochen nach dem Massaker und nachdem der Beweis ausgestrahlt wurde, der überzeugend auf die Söldner des Westens verweist. Am 9. Juli sandte Goodman ein Interview mit Rafif Jouejati, Sprecher der syrischen Oppositionsgruppe, die sich Syrian Local Coordination Committees nennt mit Sitz in Washington. Trotz der stärkeren Beweislast über westliche, türkische und saudisch/katarische Geheimoperationen, gibt Goodman ihrem Gast freie Hand, die Litanei der Mainstream-Lügen über Syrien auszuspucken. Ohne die geringste Skepsis seitens Goodman sagt ihr Gast:

„Im Grunde ist die Mehrheit des Landes in einer allgemeinen Revolution für Freiheit, für Demokatie, für Würde begriffen … Wir haben Berge von Beweisen, die zeigen, dass [Assads] Armee systematisch Folter, willkürliche Verhaftungen und Massaker im ganzen Land begeht.“

Wirklich? Die Mehrheit des Landes in einer allgemeinen Revolution für Freiheit, Demokratie und Würde? Das klingt mehr nach der überspannten Vorstellung von jemanden mit Wohnsitz in Washington DC. Im Gegensatz dazu haben Quellen in Syrien bestätigt, dass die Menschen in Schrecken versetzt sind von den vom Westen bewaffneten Gangs, die in ihren Vierteln Amok laufen, kidnappen, morden, Familien aus ihren Häusern werfen und Geschäfte niederbrennen. Laut dem der Öffentlichkeit zugespielten Bericht der Beobachtermission der Arabischen Liga, die ursprünglich von der Arabischen Liga auf Forderung Washingtons eingesetzt wurde, heisst es:

„In Homs, Idlib und Hama war die Beobachtermission Zeuge von Gewaltakten, die gegen die Regierungskräfte und Zivilisten begangen wurden, die zu mehreren Toten und Verwundeten führten. Beispiele solcher Akte umfassen die Beschießung ziviler Busse, wobei 8 Personen starben und mehrere verwundet wurden, einschließlich Frauen und Kinder, und die Bombardierung eines Zuges mit Dieselöl. Bei einem anderen Vorfall in Homs wurde ein Polizeibus in die Luft gesprengt, wobei zwei Polizisten starben. Ein Öl-Pipeline und einige kleine Brücken wurden ebenfalls zerbombt.“

„Solche Vorfälle umfassen die Bombardierung von Gebäuden, Zügen mit Treibstoff, Fahrzeugen mit Dieselöl und Attacken gegen Polizisten, Medienmitgliedern und Erdölleitungen. Manche dieser Angriffe sind von der Freien Syrischen Armee und anderen bewaffneten Oppositionsgruppen ausgeführt worden.“ (League of Arab States League of Arab States Observer Mission to Syria, Report of the Head of the League of Arab States Observer Mission to Syria in der Zeit vom 24. December 2011 bis zum 18. January 2012. Ironischerweise wurde darüber, weil es gegen die Interessen der westlichen Sponsoren lief, kaum etwas berichtet.)

Hier ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ):

„Die Getöteten waren fast ausschließlich Leute aus Familien, die zu den Houla-Alawi und Shia-Minoritäten gehörten. Ûber 90% von Houlas Bevölkerung sind Sunnis. Mehrere Dutzend Familienmitglieder, die vom Sunni- zum Shia Islam konvertiert waren, wurden abgeschlachtet.
Mitglieder der Shomaliya und Alawi wurden auch getötet, sowie die Familie eines Sunni-Mitglieds vom syrischen Parlament, der als Kollaborateur angesehen wurde. Vermutlich unmittelbar nach dem Massaker haben die Täter ihre Opfer gefilmt und sie dann als Sunni-Opfer auf Videos im Internet aufgelegt.“ ( Neue Erkenntnisse zu Getöteten von Hula. Abermals Massaker in Syrien, Frankfurter Allgemeine Zeitung, June 7, 2012)

Der FAZ-Bericht ist ein Echo von Augenzeugenberichten von Flüchtligen aus der Houla-Region, die von Mitgliedern des Klosters St. Jean in Qara, Syrien gesammelt wurden. Laut diesen Quellen, die vom holländischen Nahost-Experten Martin Janssen zitiert werden, ermordeten Rebellen „ganze Alawi-Familien“ im Dorf Taldo in der Houla-Region.
Von Bedeutung ist auch der Bericht von „Der Spiegel“ (29. März 2012) mit dem Titel „Ein Scharfrichter von Syriens Rebellen erzählt seine Geschichte“. Ein System von „Begräbnis-Brigaden“ für die Hingerichteten bestätigt einen organisierten Prozess von Massenmorden und außergerichtlichen Hinrichtungen. Eine dieser „Begräbnis-Brigaden“ war, nach Aussage dieses Scharfrichters, verantwortlich für die willkürliche Hinrichung von 350-400 Leuten, einschließlich von „Gefangenen“ und „Verrätern“. Die „Verräter“ sind Sunni-Zivilisten in besetzten städtischen oder ländlichen Gebieten, die ihrem Widerstand gegen die Herrschaft des Terrors der Freien Syrischen Armee (FSA) Ausdruck verleihen:

„Seit dem vergangenen Sommer haben wir etwas weniger als 150 Männer hingerichtet, was 20 Prozent unserer Gefangenen waren“, sagt Abu Rami … Aber die Henker von Homs waren eifriger mit Verrätern in ihren eigenen Reihen als mit Kriegsgefangenen. Wenn wir einen spionierenden Sunni fangen oder einen Bürger, der die Revolution verrät, machen wir kurzen Prozess“, sagte Rami. Ihm zufolge haben sie seit Beginn des Aufstandes zwischen 200 und 250 Verräter hingerichtet.“

Der Vatikan Nachrichtendienst Agenzia Fides bestätigt im großen und ganzen, dass die vom Westen gestützten „Oppositionskräfte“ statt die Al Assad Regierung verantwortlich für die zahllosen Gräueltaten sind:

„In Homs, die „Märtyrerstadt“ genannt, haben die Oppositions-Gruppen zwei Viertel besetzt, Diwan Al Bustan und Hamidieh, wo alle Kirchen und Bischofssitze liegen“, sagte der Archimandrit zu Fides. „Das Bild zeigt uns äußerste Verzweiflung: die Kirche von Mar Elian ist halb zerstört und die Unserer Jungfrau des Friedens ist von den Rebellen noch besetzt. Christliche Häuser sind wegen der Kämpfe schwer beschädigt und von ihren Bewohnern verlassen, die geflohen sind, ohne irgendetwas mitzunehmen. Das Viertel von Hamidieh beherbergt noch bewaffnete Gruppen, die unabhängig voneinander sind, schwer bewaffnet und bezahlt von Katar und Saudiarabien. Alle Christen (138 000) sind nach Damaskus und Libanon geflohen, während manche auch auf dem umgebenden Land untergekommen sind.

Die syrischen Soldaten stehen tatsächlich weiterhin ausländischen Kämpfern gegenüber, libyschen Söldnern, Libanesen, Kämpfern aus dem Golf, Afghanen, Türken. Die sunnitischen Salafisten fahren fort mit ihren Verbrechen an Zivilisten und sie rekrutieren gewaltsam Kämpfer. Diese fanatischen Sunni-Extremisten kämpfen stolz einen Heiligen Krieg, besonders gegen die Alawiten. Wenn die Terroristen die religiöse Identität eines Verdächtigen herausfinden wollen, dann verlangen sie von ihm, ein Gebet zu sprechen, das von den Alawiten abgelehnt wird. Die Alawiten haben keine Chance, ihnen lebend zu entkommen.“ (Agenzia Fides, 4. Juni 2012)

Diese Berichte waren den alternativen Medien bekannt. „Democracy Now“ hat vorgezogen, sie zu ignorieren.

Goodman hat auch Nachsicht gehabt mit den überzogenen Todeszahlen aus zweifelhaften syrischen Oppositionsquellen, als ob es erwiesene Daten wären. Sie klang sogar wie Hillary Clinton, als sie den „Absprung“ des glücklosen Brigadegenerals Manaf Tlass „bedeutsam“ nannte, obwohl informierte Quellen ihn als irrelevant abtaten.
Im Interview von Goodman mit ihrem Gast (den Quellen als Mitglied einer Familie bezeichnen, die mit der syrischen Regierung verbunden war), wird Bashar Al Assad als verstörter Führer portraitiert, der die Massaker leugnet – eben jene Massaker, die, wie wir gesehen haben, von den vom Westen unterstützten Todesschwadronen verübt wurden, wie zahlreiche Beweise bestätigen.
Groteskerweise wird Assad noch viel schlimmerer Verbrechen bezichtigt als denen von Hosni Mubarak in Ägypten und Muammar Gaddafi in Libyen. Die „alternative“ Democracy Now sendet auch diese Erklärung des angeblichen Oppositions-Sprechers, als ob dies selbstverständlich wäre:

„Ich würde meinen, wir sollten die Verfolgung durch den Internationalen Gerichtshof anstrengen. Ich denke, je länger dieses Problem anhält, desto mehr Verbrechen wird er [Assad] begehen, und desto mehr wird er wünschen, ein Schicksal wie Gaddafi zu haben.“

Man erinnere sich, dass der libysche Führer auf der Straße von einem NATO-geführten Mob gelyncht und mit einem Messer sodomisiert wurde. Und man muss sich auch in Erinnerung rufen, dass „Democracy Now“ der Unterstützung der NATO-Intervention in Libyen und der kriminellen Subversion des Landes breiten Raum gewährte. Und mit ihrer neuesten Berichterstattung über Syrien handelt Democracy Now wieder unter dem „progressiven“ Deckmantel als Propaganda-Instrument der US-geführten imperialistischen Intervention. In Anbetracht des unangebrachten Respekts von vielen Menschen, die unabhängige und alternative korrekte Nachrichten und Analysen suchen, ist diese hinterhältige Rolle von DemocracyNow verwerflich. Ich schlage vor, dass im Namen von Medien-Transparenz dieses Programm in „Imperialism Now“ umbenannt wird.

2012: Democracy Now: Syrian Opposition Spokesperson: Transition Deal Should Entail Assad’s War Crimes Prosecution

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=VH5DCnpPG0U[/youtube]

Democracy Now noch im Jahr 2007:

Kriege gegen den Irak, Iran, Syrien und Libyen seit langem geplant

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=5-TZxI8m8ss[/youtube]

Quellen

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Anzeige

Dein Kommentar

Kommentar