in Medien

Die ARD stand unter Druck. Sie hat intern ein Strategie-Papier verteilt, in dem etwa das „Framing“ als Methode vorgestellt wird. Die Methode manipuliert nach Meinung von Kritikern die Zuschauer und Zuhörer, indem Aussagen nicht mehr objektiv und möglichst kontextfrei formuliert werden, sondern mit einem bestimmten Stempel versehen werden. Die Kritik war groß. Nun wehrt sich die ARD in einem Interview mit der „Welt“ durch ihre Generalsekretärin Susanne Pfab.

Vorschläge statt Vorschriften

Sie will die Aussagen im „Manual“ nicht als Vorschrift verstanden wissen. Die Vorschläge seien „zugespitzt“. Das Papier würde, so die Meinung der Generalsekretärin im Interview, von den Kritikern falsch interpretiert werden.

Es ging auch nach Ansicht der „Welt“ wohl eher um Manipulation. Pfab sieht dies nicht. „Framing“, das heißt die kontextbeeinflussende Argumentation, ersetze keine inhaltliche Argumentation. Aha. Es ginge nur um die Begriffe und deren Wirkung. Daher sei das „Manual“ auch keine Strategie, sondern nur ein Vorschlagpapier aus „sprachwissenschaftlicher Sicht“.

Die Redakteure und Textautoren sollten, so heißt es in dem Papier, „stets moralisch“ argumentieren. Es ginge nicht um „Fakten“ oder deren Aufzählen, sondern um die appellative Darstellung, die an die Moral erinnern solle.

Die ARD oder Frau Pfab aber sehen hierin keine Aufforderung. Die ARD, sofern sie für die Sendeanstalt spricht, wollte die „Werteorientierung durch unsere Sprache offenlegen“. Aha. So richtig sehen Leser des Interviews den Unterschied nicht. Die „Werteorientierung“ und „unsere Sprache“ erinnern sehr an eine gemeinsame Agenda für verschiedene Menschen.

Die Werteorientierung feiert auch Frau Pfab. Etwa, indem sie auf die intensive Berichterstattung zur Europawahl verweist. Das wiederum ist offensichtlich ein „Wert“, der über die reine Information hinausgeht. Gleich einer Predigt, vielleicht sogar einer „impliziten“ kirchenähnlichen Sichtweise. Es würde nach Meinung von Beobachtern ja reichen, wenn die Wahl also solche thematisiert würde. Aber das wäre zu wenig „Framing“. Oder?

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